Emnid-Umfrage : Union so weit vor der SPD wie seit der Bundestagswahl nicht

Angela Merkel ist weiter das stärkste Argument für die Union. Ihr Krisenmanagement bringt sie auf einen Rekordvorsprung vor der SPD, der die Kandidatendebatte schadet.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © Odd Andersen/Getty Images

Die Union kann ihren Vorsprung vor der SPD auf 12 Prozentpunkte ausbauen – das ist der größte Wert seit der Bundestagswahl 2009. Während die Sozialdemokraten laut einer Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag um zwei Punkte auf 26 Prozentpunkte absacken, können sich die Christdemokraten auf 38 Prozent verbessern.

Das Institut erklärt das Ergebnis mit dem Vertrauen der Wähler in die Bundeskanzlerin – die SPD hingegen schrecke die Wähler mit Selbstbeschäftigung rund um die Kanzlerkandidaten-Frage ab. "Außerhalb der Frage, wer denn nun Kanzlerkandidat werden soll, ist von der SPD nicht viel zu hören", sagte Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner.

Die Kanzlerin hat ihre Partei indessen vor einer Debatte über eine große Koalition nach der Bundestagswahl 2013 gewarnt. Es schade der Union, wenn sie vor der Wahl darüber spekuliere, sagte Merkel laut Teilnehmerangaben am vorigen Montag im CDU-Präsidium. Dies berichtet der Spiegel .  

Merkel habe sich auf Äußerungen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezogen, die zuvor die Gemeinsamkeiten ihres Rentenkonzepts mit dem Modell der SPD herausgestrichen hatte. "Niemand bereitet große Koalitionen vor", sagte die Kanzlerin dem Magazin zufolge. Sie sei in der jetzigen Situation mit der FDP "sehr glücklich".


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Kommentare

118 Kommentare Seite 1 von 14 Kommentieren

@ Purecynicism

Die Leute denken schon etwas differenzierter, wenn auch nach meinem Geschmack nicht differenziert genug.

Die Zustimmung zur Politik der Bundeskanzlerin ist vielleicht auch dem geschuldet, dass nur die Bundeskanzlerin derzeit den Eindruck vermittelt, ihre Politik wäre Besitzstands wahrend. Immerhin ist die Bundeskanzlerin sichtbar konsequent, und das vermittelt auch das Gefühl der Stabilität.

Haben wir bei der SPD das Gefühl von zukünftiger Stabilität, oder hat die Agenda 2010 nicht das Vertrauen in eine stabile Politik seitens der SPD schwer gelitten oder sogar zerstört ?

Paradox, weiß ich, aber die Politik der Agenda 2010 war und ist maßgeschneidert für das politische Bestreben der Bundeskanzlerin.

Wozu also eine SPD als CDUlight, wenn man das Original haben kann, aber mit einem Anstrich von Werteerhalt und Wahrung des Besitzstands ?

Ich selbst kann beiden Parteien nichts abgewinnen.

Differenziert?!

Die parlamentarische Demokratie läßt leider nicht viele Möglichkeiten, in der Politik "differenziert" zu handeln. Denn man kann ja nicht direkt über einen Sachverhalt entscheiden, sondern muss sich das kleinere Übel in Form einer Partei aussuchen. Ok, ist trotzdem kein Grund, die CDU zu wählen. Aber die SPD hat inzwischen sowohl kein Gesicht mehr, als auch ihre komplette Philosophie, mit der sie mal entstanden war, abgelegt. Sie sollte sich in PD umbenennen: Partei Deutschlands stimmt wenigstens noch.

Eine Frage der Strategie...

Es gibt unterschiedliche Strategien:

Wahl der Partei mit der positivsten Forderung.

Kann man vollständig knicken - gerade im letzten Jahrzehnt haben alle Regierungsparteien die Wahlversprechen unter überdeutlichen Getöse gebrochen. Sehr lehrreich - für alle.

Wahl des geringsten Übels

Man schließt nach und nach jede Partei aus, die die schlimmsten Forderungen in ihrem Gepäck haben und nimmt die mit den am wenigsten schlimmen Forderung.

Viel Spaß mit den Kröten! Wenn Parteien koalieren, dann haben sie immer eine Kröte und ein Präsent im Korb. Aber, ach wehe, seltsamerweise bekommt der Wähler nach der Wahl unter Krokodilstränen immer zwei Kröten präsentiert. Sie haben ja so hart verhandelt...

Taktische Wahl

Schwächen der vermutlichen Sieger der Wahl um damit den eigenen Unwillen auszudrücken. Wählen einer Partei, die nicht an die Regierung kommt und somit uns ihre Kröte erspart. Statt dessen als starke Opposition den Schwesternparteien richtig Zunder gibt.

Unsinnige Wahl

Wer eine Partei wählt, die nicht in den Bundestag kommt oder nicht wählen geht, wählt die jeweilige Parlamentszusammensetzung anteilig.

Es gibt keine leere Sitze im Parlament. (Außer bei wichtigen Debatten natürlich)

Unsinnige Wahl?

"Wer eine Partei wählt, die nicht in den Bundestag kommt oder nicht wählen geht, wählt die jeweilige Parlamentszusammensetzung anteilig."

Waere das tatsaechlich so waeren weder die Gruenen noch die Linken im Parlament.

Man sollte waehlen wem man im Parlament sehen will - vollkommen egal ob die Partei das schafft oder nicht auch wenn, wie Sie leider richtig sagen, sowas der/den Regierungspartei(en) hilft.
Aber so funktioniert Demokratie nun mal - wer in der Minderheit ist muss warten, oder besser noch etwas tun, bis er/sie in der Mehrheit ist.
Das macht aber die eignene Meinung nicht weniger wichtig als das man sie verschenken sollte, sprich jemanden nicht zu waehlen weil er sowieso keine Chance hat.

PS. Die SPD ist mir viel zu weit rechts, die Linke zu weit links, wem soll ich waehlen? :-)

Leidenschaft für Demokratie...,

"Man sollte waehlen wem man im Parlament sehen will - vollkommen egal ob die Partei das schafft oder nicht auch wenn, wie Sie leider richtig sagen, sowas der/den Regierungspartei(en) hilft.
Aber so funktioniert Demokratie nun mal"

Warum?

Es gibt zwei Alternativen um aus einer unsinnigen Wahl eine sinnvolle Wahl zu machen: a) Das System der leeren Sitze (Nichtwähler und Parteien, die es nicht ins Parlament geschafft haben) b) Beseitigen der 5% Hürde.

Es ist demokratiemindernd wenn sich Abgeordnete fremder Parteien anmaßen für Menschen zu sprechen, die sie ausdrücklich nicht gewählt haben.

Ich widerspreche niemanden und nehme es niemanden übel, der sich auf eine bestimmte Partei festgelegt hat, aus welchen Gründen auch immer.

Insbesondere denjenigen lege ich die taktische Wahl als Instrument ans Herz, die ein intensives Demokratieverständnis besitzen. Denn dieserart Wahl schwächt auf lange Sicht die Macht der Regierung und der Parteien aber erhält die Macht des Parlamentes und stärkt noch obendrein die Macht des Wählers.

Erstaunlich

Wirklich erstaunlich. Gerade wurde die Transferunion verwirklicht und keiner der Merkel-Anhänger merkt, dass die Kanzerlin ihr eigenes Versprechen nicht gehalten hat, dies zu verhindern. Die SPD steht nur deshalb schlechter da, weil sie die Transferunion von Anfang an wollte. Sie war wenigstens offen und ehrlich, was das anging. Wer diese Parteien wählt, ist selber schuld.

Richtig...

Anfangs steht immer das großspurige Auftreten des Kanzlers und die vollmundigen Erklärungen, am Ende immer die 180 grad Wende. Dann kommen die Erklärungen der Pseudofachleute aus Politik und Journalie warum jetzt wieder mal das Umkippen genau richtig war. Alles wird als grandiose Meisterleistung des Kanzlers verkauft und was macht der Deutsche? Er jubelt und wählt die Meisterpolitikerin. Wir sind schon großartig.

PS. Gleichzeitig erklären wir, was man auch sonst wählen sollte? Und gleichzeitig machen wir uns über Länder lustig, wo Demokratie wirklich funktioniert.

Wir brauchen die starke Sozialdemokratie

Das Problem des Bürgers ist ja ohnehin, dass er nicht weiss, was er will und was in der Politik geschieht. Wie will er da unterscheiden können, was anfangs gesagt wurde und nun verabschiedet wird. Da ist es viel leichter daran zu glauben, man habe alles gewusst und alles gewollt. Denn wenn nicht, stünde nur noch der Aufstand gegen eine destruktive Politik zur Verfügung und das will niemand, denn dies bedeutet persönlichen Einsatz und Selbsthinterfragung, ne, da ist die Selbstverleugung leichter. Die SPD hat derart schlechte Umfragewerte weil,, sie sich nicht traut das zu sagen, was viele Bürger denken und fühlen. Die Aussagen der SPD verursachen mehr Ablehnung als Merkels diffuser Kurs. Stünde die SPD als sozialdemorkatische Partei vor den Bürger mit klarer Bekenntnis zu sozialen Werten und Abkehr von der Agenda 2010, von der nur Merkel profitiert, sähe dies anders aus. Steinmeier und Steinbrück profilieren sich bürgerlich, werden aber dort keine Stimmen holen können. Sie verschrecken aber SPD Wähler, die ihre Agendapolitik ablehnen. Gabriel wiederum passt den brück-meier Anhängern nicht. Auch vermag er auf der Position wirklicher Sozialdemokratie nicht zu überzeugen, da er SPD-Themen zu zaghaft besetzt und ständig von der brück-meier Fraktion unterwandert wird. Die SPD hat noch nicht mit ihrer Katharsis abgschlossen. Die Verteilungsungerechtigkeit ist gross im Deutschland. Wir brauchen eine starke Sozialdemokratie, wann sie kommt, bleibt aber ungewiss.