ZuschussrenteFDP warnt im Rentenstreit vor Großer Koalition

Von der Leyen lobt den Rentenplan der SPD und sogleich ist die FDP gereizt: Die Arbeitsministerin sei die Steigbügelhalterin einer Großen Koalition - ohne Angela Merkel.

Philipp Rösler (Archivbild)

Philipp Rösler (Archivbild)

Die FDP hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen im Streit über die Zuschussrente vorgeworfen, eine Koalition mit der SPD vorzubereiten. Es sei bemerkenswert, "wie Ursula von der Leyen mit dem Vorstoß für ihr Rentenmodell auf Kosten der Beitragszahler ihre eigene Vorsorge für eine Große Koalition vorantreibt", sagte FDP-Chef Philipp Rösler der Welt.

Ähnlich argumentierte der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner. Er warf von der Leyen vor, eine "Steigbügelhalterin einer großen Koalition ohne Angela Merkel" zu sein. "Ursula von der Leyen unterminiert durch ihre Bemerkungen vorsätzlich die Autorität der Bundeskanzlerin."

Anzeige

Von der Leyen hatte das Rentenkonzept der SPD zuvor ausdrücklich gelobt und einen Konsens angeregt. "Es ist gut, dass die SPD die Gerechtigkeitslücke mit ähnlichen Mitteln angehen will", sagte die CDU-Politikerin der Welt am Sonntag. Der SPD-Entwurf sieht einen deutlichen Ausbau von Betriebsrenten und eine Solidarrente von 850 Euro für langjährig versicherte Geringverdiener vor.

Ein ähnliches Konzept hatte zuvor von der Leyen vorgelegt, war aber damit in der Koalition auf massive Kritik gestoßen, die FDP lehnt es strikt ab. Die CSU präsentierte ein eigenes Rentenmodell. Das von Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer ausgearbeitete Konzept sieht vor, dass Kindererziehungszeiten stärker berücksichtigt werden, berichtete die Leipziger Volkszeitung.

Kritik auch innerhalb der CDU

Auch innerhalb der CDU gibt es Kritik an von der Leyens Rentenplänen. Finanzminister Wolfgang Schäuble etwa distanzierte sich: Die Aussage der Ministerin, es drohe Altersarmut, halte er für verkürzt.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe dagegen unterstützte von der Leyen. Er sagte der Welt, CDU und SPD wollten gemeinsam, "dass jemand, der viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhält".

Wenn sich die SPD "ohne Wenn und Aber" zur notwendigen, schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bekenne, "sollte auch ein Konsens zur dauerhaften Vermeidung von Altersarmut möglich sein".

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Bitte verzichten Sie auf haltlose Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

  2. Das wird sowieso passieren eine große Koalition ist nur die frage werwird Kanzler,rin aber auch das ist im Prinzip egal der einzig wahre Verlierer ist der Deutsche(noch) Steuerzahler.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn das so wäre, bräuchte er ja nur so zu wählen, dass es keine große Koalition gibt. Hier wird ja gerade so getan, also ob man ihm die große Koalition aufzwingt.

    Wenn das so wäre, bräuchte er ja nur so zu wählen, dass es keine große Koalition gibt. Hier wird ja gerade so getan, also ob man ihm die große Koalition aufzwingt.

  3. "CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe: ... Wenn sich die SPD 'ohne Wenn und Aber' zur notwendigen, schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bekenne, sollte auch ein Konsens zur dauerhaften Vermeidung von Altersarmut möglich sein". Da weiß man, was man hat. Es wird nicht daran gearbeitet, soziale Probleme zu beseitigen, nein, sie werden gehegt, damit sie zur Erpressung zur Verfügung stehen. - Wenn Angela Merkel den Abflug nach Brüssel macht, wird UvdL mit der Rest-CDU wohl gerne Bundeskanzlerin werden wollen; hoffentlich bleibt das ein Traum. -

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Mieheg
    • 09.09.2012 um 18:43 Uhr

    Da wird jede Aussage gedreht und gewendet. Wenn jemand Bedingungen stellt, ist es auf einmal gleich Erpressung. Zumal die Rente mit 67 sogar noch was gutes ist. Sie wird wohl weiter erhöht werden müssen, wenn wir das Einkommen von zukünftige Generationen nicht auf Hartz 4 Niveau halten wollen. Als die Rente eingeführt wurde, war sie für Leute gedacht die "durch Glück" noch ein paar Jahre länger leben als der Durchschnittsbürger. Heutzutage soll man dann auf einmal 35 Jahre arbeiten und die restlichen 50 Lebensjahre lebt man auf Staatskosten. Wie soll das funktionieren?

    • Newo
    • 09.09.2012 um 19:02 Uhr

    bedenken sie. Nur weil man länger leben kann, bleibt man noch lange nicht automatisch länger jung. Besonders stressintensive Jobs stellen die Steuerzahler (Ich verwende den Begriff für alle Arbeitnehmer) auf eine harte Probe, wie zum Beispiel Lehrer oder wers körperlich mag Bauarbeiter. Da KANN man nicht bis 70 arbeiten, weil man eben keine 20 mehr ist. Und genau da muss man mit einer Lösung und vlt sogar einem ganz neuen Rentensystem anfangnen statt das als flickwerkartig zu reformieren. Ich weis aber auch keine richtige Alternative :/

    • Mieheg
    • 09.09.2012 um 18:43 Uhr

    Da wird jede Aussage gedreht und gewendet. Wenn jemand Bedingungen stellt, ist es auf einmal gleich Erpressung. Zumal die Rente mit 67 sogar noch was gutes ist. Sie wird wohl weiter erhöht werden müssen, wenn wir das Einkommen von zukünftige Generationen nicht auf Hartz 4 Niveau halten wollen. Als die Rente eingeführt wurde, war sie für Leute gedacht die "durch Glück" noch ein paar Jahre länger leben als der Durchschnittsbürger. Heutzutage soll man dann auf einmal 35 Jahre arbeiten und die restlichen 50 Lebensjahre lebt man auf Staatskosten. Wie soll das funktionieren?

    • Newo
    • 09.09.2012 um 19:02 Uhr

    bedenken sie. Nur weil man länger leben kann, bleibt man noch lange nicht automatisch länger jung. Besonders stressintensive Jobs stellen die Steuerzahler (Ich verwende den Begriff für alle Arbeitnehmer) auf eine harte Probe, wie zum Beispiel Lehrer oder wers körperlich mag Bauarbeiter. Da KANN man nicht bis 70 arbeiten, weil man eben keine 20 mehr ist. Und genau da muss man mit einer Lösung und vlt sogar einem ganz neuen Rentensystem anfangnen statt das als flickwerkartig zu reformieren. Ich weis aber auch keine richtige Alternative :/

  4. Liebe FDP,

    das ist eben auf den freien Märkten so. Da haben andere nun mal schneller geschalten und festgestellt, dass einem Teil Eurer Klientel, hier der Versicherungswirtschaft, noch mehr Geld in den Rachen gesteckt werden muss. Das wäre mit Acta natürlich nicht passiert, denn dann hättet Ihr wirklich das Monopol auf so doofsinnige Politik und könntet nun die Frau von der Leyen und den Herrn Gabriel verklagen.

    Aber so habt Ihr nun einfach mal Pech gehabt. Aber beleidigte Leberwuscht nutzt jetzt auch nix.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Liebe FDP,

    kennt Ihr die Bibel. Ein durchaus lesenswertes Buch. Nein, ich komme euch jetzt nicht mit Mitgefühl, Nächstenliebe und Selbstaufopferung. Das ist ja nur das was ihr von anderen für euch erwartet.

    Kennt ihr dies?

    Im Anfang war das Wort
    und das Wort war bei Gott,
    und das Wort war Gott.
    Im Anfang war es bei Gott.
    Alles ist durch das Wort geworden
    und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

    Darum solltet ihr euch nicht fürchten wenn sich SPD und CDU gemeinsam hinter hohen Mauern verbarrikadieren. Denn gibt ja noch die Begebenheit von Jericho. Nur ein paar Trompetenstöße liesen die Mauern erbeben und zerbröckeln.

    Liebe FDP, ihre solltet euch nur Sorgen manchen von welcher Seite aus die Trompeten erschallen...

    Liebe FDP,

    kennt Ihr die Bibel. Ein durchaus lesenswertes Buch. Nein, ich komme euch jetzt nicht mit Mitgefühl, Nächstenliebe und Selbstaufopferung. Das ist ja nur das was ihr von anderen für euch erwartet.

    Kennt ihr dies?

    Im Anfang war das Wort
    und das Wort war bei Gott,
    und das Wort war Gott.
    Im Anfang war es bei Gott.
    Alles ist durch das Wort geworden
    und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

    Darum solltet ihr euch nicht fürchten wenn sich SPD und CDU gemeinsam hinter hohen Mauern verbarrikadieren. Denn gibt ja noch die Begebenheit von Jericho. Nur ein paar Trompetenstöße liesen die Mauern erbeben und zerbröckeln.

    Liebe FDP, ihre solltet euch nur Sorgen manchen von welcher Seite aus die Trompeten erschallen...

  5. doch völlig wurst sein mit wem die CDU die nächste Regierung bilden wird.
    Die FDP wird ja hoffentlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
    Und ganz im Ernst: Werden die überhaupt jetzt noch gebraucht??

    10 Leserempfehlungen
  6. Philipp Rösler, Sie sollten mehr an den
    armen Rentner denken und weniger an die
    Lobbyisten der Banken und Versicherungs-
    Konzerne! Die Höhe der Zuschussrente sollte
    so gewählt werden, dass ein Rentner, der
    lebenslang gearbeitet hat und während
    seines Arbeitsleben sowieso kein Geld für
    die private Kapital-Wirtschaft übrig hat,
    nicht auf eine Riester-Rente angewiesen ist.
    Oder hat der deutsche Staat für alles
    Geld nur nicht für das Wichtigste?
    Hier sollte auch die SPD nachbessern!
    Trotzdem das Modell Mindestrente der SPD ist
    logischer, hier wird auf die Art "Sozialhilfe“,
    wie bei der Grundsicherung, die Riester- und
    Betriebsrente verrechnet.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... muß nicht an die armen Rentner denken. Welche "Anschlußverwendung" kann so ein Rentner denn noch haben??? Also bitte...

    ... muß nicht an die armen Rentner denken. Welche "Anschlußverwendung" kann so ein Rentner denn noch haben??? Also bitte...

    • Mieheg
    • 09.09.2012 um 18:43 Uhr

    Da wird jede Aussage gedreht und gewendet. Wenn jemand Bedingungen stellt, ist es auf einmal gleich Erpressung. Zumal die Rente mit 67 sogar noch was gutes ist. Sie wird wohl weiter erhöht werden müssen, wenn wir das Einkommen von zukünftige Generationen nicht auf Hartz 4 Niveau halten wollen. Als die Rente eingeführt wurde, war sie für Leute gedacht die "durch Glück" noch ein paar Jahre länger leben als der Durchschnittsbürger. Heutzutage soll man dann auf einmal 35 Jahre arbeiten und die restlichen 50 Lebensjahre lebt man auf Staatskosten. Wie soll das funktionieren?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wenn die Arbeiterklasse früher in Rente gehen könnte wie die Eliten ?Immerhin leisten diese einen Knochenjob, den nicht jeder machen will. Wie wärs, wenn Millionäre arbeiten und nicht nur ihr Geld !

    Ich arbeite 35 Jahre und lebe 50 Jahre auf Staatskosten ? Ach ja ist das so ? Mal schnell den Taschenrechner ausgepackt. Sagen wir mal ich verdiene 2500 Euro ( das soll ja wohl der Verdienst sein an dem die Leute von Altersarmut betroffen werden könnten ) und führe 15% Rentenversicherung ab ( ich weiss es es sind mehr, aber es waren ja auch mal weniger ) Ich bin nun also so blöde und gehe 45 Jahre lang arbeiten, dann habe ich den stolzen Betrag von 200.000 Euro in die Rentenkasse gepumpt. ( auch das sind mehr aber 200 glatt sieht schöner aus ). Nachdem in nun so blöde war und habe 45 Jahre lang geackert bekomme ich jetzt mit 67 Jahren eine Rente welche auf Hartz 4 Level liegt von 850 Euro. Tolle Geschichte sowas. Jeden Monat 850 Euro, das bedeutet ich muss schlappe 87 Jahre alt werden um nur annähernd das rauszubekommen was ich eingezahlt habe. Die Lebenserwartung liegt zur Zeit bei ~ 80 Jahren. Das bedeutet 71000 Euro meiner Beiträge schenke ich mal locker dem Staat. Und hier ist noch nicht mal berücksichtigt das ich die 200000 Euro wenn ich sie den privat angelegt hätte wohl ohne Probleme noch mal verdoppelt hätte in 45 Jahren. Noch viel schiefer sieht das ganze aus wenn ich mal anfange mit 20% Rentenbeiträgen zu rechnen, dann komme ich nämlich auf eingezahlte 270.000 Euro.

    So und nun kommen wir mal auf die Ausgangsfrage zurück. Lebe ich hier auf Staatskosten oder ist es nicht eher so das sich der Staat an meinen Rentenbeiträgen die Tasche dick macht ?

    wenn die Arbeiterklasse früher in Rente gehen könnte wie die Eliten ?Immerhin leisten diese einen Knochenjob, den nicht jeder machen will. Wie wärs, wenn Millionäre arbeiten und nicht nur ihr Geld !

    Ich arbeite 35 Jahre und lebe 50 Jahre auf Staatskosten ? Ach ja ist das so ? Mal schnell den Taschenrechner ausgepackt. Sagen wir mal ich verdiene 2500 Euro ( das soll ja wohl der Verdienst sein an dem die Leute von Altersarmut betroffen werden könnten ) und führe 15% Rentenversicherung ab ( ich weiss es es sind mehr, aber es waren ja auch mal weniger ) Ich bin nun also so blöde und gehe 45 Jahre lang arbeiten, dann habe ich den stolzen Betrag von 200.000 Euro in die Rentenkasse gepumpt. ( auch das sind mehr aber 200 glatt sieht schöner aus ). Nachdem in nun so blöde war und habe 45 Jahre lang geackert bekomme ich jetzt mit 67 Jahren eine Rente welche auf Hartz 4 Level liegt von 850 Euro. Tolle Geschichte sowas. Jeden Monat 850 Euro, das bedeutet ich muss schlappe 87 Jahre alt werden um nur annähernd das rauszubekommen was ich eingezahlt habe. Die Lebenserwartung liegt zur Zeit bei ~ 80 Jahren. Das bedeutet 71000 Euro meiner Beiträge schenke ich mal locker dem Staat. Und hier ist noch nicht mal berücksichtigt das ich die 200000 Euro wenn ich sie den privat angelegt hätte wohl ohne Probleme noch mal verdoppelt hätte in 45 Jahren. Noch viel schiefer sieht das ganze aus wenn ich mal anfange mit 20% Rentenbeiträgen zu rechnen, dann komme ich nämlich auf eingezahlte 270.000 Euro.

    So und nun kommen wir mal auf die Ausgangsfrage zurück. Lebe ich hier auf Staatskosten oder ist es nicht eher so das sich der Staat an meinen Rentenbeiträgen die Tasche dick macht ?

  7. wie eine Zerlegladung.

    Sie sorgt dafür, dass die CDU besser zur Geltung kommt, hat aber selbst nichts davon, außer dass es ein wenig knallt. Dass es knallt fällt aber inzwischen keinem mehr auf, weil man das von dieser Traumkoalition ja schon hinreichend gewohnt ist.

    5 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, AFP
  • Kommentare 31
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Ursula von der Leyen | FDP | SPD | CDU | Angela Merkel | CSU
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service