Merkel in Griechenland Ein Besuch, der zu spät kommt
Am Dienstag besucht die Kanzlerin Griechenland, das Hauptopfer von Merkels harter Sparpolitik. Die überfällige Reise wird eine schwierige werden.
Lange hat Angela Merkel abgewartet, bis sie sich endlich zu ihrem ersten Athen-Besuch seit Ausbruch der Euro-Krise entschieden hat. Zu unklar waren bis vor Kurzem die politischen Verhältnisse in Griechenland. Zu heftig war der Widerstand gegen den hauptsächlich von ihr verordneten Kurs rigider Haushaltseinschnitte und Reformen gegen den drohenden Staatsbankrott des Landes. Nicht vergessen haben dürfte sie Zeitungskarikaturen und Transparente wütender Demonstranten, die sie mit Hitler-Vergleichen und als europäische Diktatorin schmähten.
Merkel wollte zudem keine falschen Hoffnungen bei den griechischen Politikern und Bürgern wecken. Sie wollte aber auch nicht mit leeren Händen anreisen. In diesem Sommer hat sie sich endlich zum Bekenntnis durchgerungen, dass Griechenland nicht fallen gelassen werden darf. Der Austritt oder Ausschluss Griechenlands aus der Währungsunion ist für sie offenkundig keine Option mehr – unbeachtet aller unbedachter Unkenrufe ihres eigenen Wirtschaftsministers Philipp Rösler (FDP) und der CSU. Am Dienstag wird sie endlich nach Griechenland reisen.
Das Signal kam spät, viel zu spät. Kritiker wie der frühere belgische Premierminister Guy Verhofstadt, aber auch Ökonomen sagen: Hätte Merkel dieses Bekenntnis gleich zu Beginn des Griechenland-Dramas abgelegt, als deutlich wurde, wie nah das Land am finanziellen und wirtschaftlichen Abgrund steht, dann wäre es nie so weit gekommen. Wären sie und die übrigen Euro-Staaten dem kleinen, wirtschaftlich unbedeutenden Mitglied der Euro-Gruppe von Anfang an entschlossen beigesprungen, hätten sie sich und den Steuerzahlern im Norden viele weitere, immer teurere Milliardenhilfsprogramme erspart.
Zwei Jahre gezögert
Stattdessen hat Merkel mehr als zwei Jahre gezögert. Sie dachte erst um, als der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, voranging mit seiner klaren Botschaft an die Märkte und Finanzspekulanten, dass die EU alles tun werde, um Griechenland in der Euro-Zone zu halten.
Nun wird Merkel bei ihrem verspäteten Besuch erklären müssen, wie Griechenland trotz weiterer Haushaltskürzungen aus der tiefen wirtschaftlichen und sozialen Depression kommen soll. Es sind in erster Linie die griechischen Arbeitnehmer, Rentner und Sozialhilfeempfänger, die die Folgen der Krise und der zögerlichen Krisenpolitik zu spüren bekommen.
- Datum 08.10.2012 - 13:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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GR ist sicher kein Opfer der deutschen Sparpolitik.
Es ist leider so, dank des ewigen Lohndumpings, Sparzwangs und Renditedenken in Deutschland!
Wurden die Arbeitslosen, die Rezession und die hohen Schuldzinsen (Rentenpapiere aus dem EU-Raum) vor alleam auf die Südeuropäischen Länder abgeladen!
Ich verstehe Sie die Wahrheit tut weh und die will keiner hören aber fakten bleiben Fakten!
Sie werden fragen, wo ist die Industrie in Griechenland?
Ich Frage was treiben u.a. die Unternehmen wie "Deutsche Telekom", "Aldi" und "Lidl" in Griechenland?
Würden in Deutschland anständige Löhne gezahlt, hätten diese Unternehmen und die Gesellschafter kein Geld die Unternehmen in Griechenland zu kaufen, um dort Leute zu entlassen, Löhne zu drücken und die örtliche Wirtschaft zu ruinieren!
Hat Frau Merkel nicht gesagt Griechenland und auch Spanien sind auf einem guten Weg?
Meint Sie die Sackgasse? Ist das der gute WEG? Doch, doch, ein Holzweg...
Und haben Sie schon mal Kontakt mit dem spanischem oder griechischen Arbeitsmarkt gehabt?
Was für eine komische Ironie..
Nochmals eine "Irre" Ausage, von einem irrwitzigen Typen, der nie die Irre-Idee hatte über seinen Gartenzaun zu schauen!
Es ist leider so, dank des ewigen Lohndumpings, Sparzwangs und Renditedenken in Deutschland!
Wurden die Arbeitslosen, die Rezession und die hohen Schuldzinsen (Rentenpapiere aus dem EU-Raum) vor alleam auf die Südeuropäischen Länder abgeladen!
Ich verstehe Sie die Wahrheit tut weh und die will keiner hören aber fakten bleiben Fakten!
Sie werden fragen, wo ist die Industrie in Griechenland?
Ich Frage was treiben u.a. die Unternehmen wie "Deutsche Telekom", "Aldi" und "Lidl" in Griechenland?
Würden in Deutschland anständige Löhne gezahlt, hätten diese Unternehmen und die Gesellschafter kein Geld die Unternehmen in Griechenland zu kaufen, um dort Leute zu entlassen, Löhne zu drücken und die örtliche Wirtschaft zu ruinieren!
Hat Frau Merkel nicht gesagt Griechenland und auch Spanien sind auf einem guten Weg?
Meint Sie die Sackgasse? Ist das der gute WEG? Doch, doch, ein Holzweg...
Und haben Sie schon mal Kontakt mit dem spanischem oder griechischen Arbeitsmarkt gehabt?
Was für eine komische Ironie..
Nochmals eine "Irre" Ausage, von einem irrwitzigen Typen, der nie die Irre-Idee hatte über seinen Gartenzaun zu schauen!
Es lautet auf 190 Mrd. für den ESM. Allerdings ist damit Griechenland leider nicht geholfen. Das Geschenk sollte aus Trost bestehen, weil bald die gesamte Eurozone pleite sein wird. Das System steuerte seit dem Beitritt Griechenlands falsch [...]. Das kann durch Geschenke nicht beseitigt werden. Die Griechen hätten sich den Beitritt zur Eurozone schenken müssen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass das Profil zur Verlinkung auf Ihr privates Blog vorgesehen ist. Danke, die Redaktion/jk
Angela Merkel wird sich sagen lassen müssen, dass sie durch ihr Zögern und ihrem Machterhaltswahn einer neuen Qualität von Gewalt gegenüber sozial benachteiligten Legitimität gegeben hat. Die Griechen sind nur der Anfang ...
Die bisherigen Bemühungen zur Bankenrettung drängen die einfache Bevölkerung mehr und mehr an das Existenzminimum. Die bisherige Europolitik des Hosenanzuges wird nicht nur den Euro in den Abgrund stürzen, sondern ganz Europa.
Der Besuch Merkels ist nichts weiter als eine weitere Pirouette der Abwärtsspirale.
Gehen einige Griechen auf die Strasse, können Muttis CDUler aus der 3. Reihe auf die bösen Griechen schimpfen.
Geht Griechenland vor die Hunde, kann Mutti immer noch sagen, dass sie da war und alles versucht hat.
Und überhaupt kommt sie nie zu spät.
Sie hat doch in den letzten Wochen und Monaten auch mit der griechischen Regierung telefoniert. Ohne Unterbrechung.
So oder so läuft alles wie geschmiert.
Für den Wahlkampf.
diesem Staatsbesuch angemessen. Sie kommt einfach zu spät, auch mit den Maßnahmen gegen den Bankenübermut, die bereits 2008 beschlossen wurden, aber bis heute nicht umgesetzt werden.
diesem Staatsbesuch angemessen. Sie kommt einfach zu spät, auch mit den Maßnahmen gegen den Bankenübermut, die bereits 2008 beschlossen wurden, aber bis heute nicht umgesetzt werden.
...aber nicht nur die deutsche Kanzlerin hat diesbezueglich versagt, indem sie zu spaet die persoenliche Unterstützung mit ihrem Besuch signalisieren will.
2 Jahre lang haben alle verantwortlichen Kriesenpolitiker in der Euro Zone nur diskuttiert, Vorschläge gebracht was Griechenland zu leisten haette...von der Ferne diktiert, ohne die Personen zu sehen und wahrzunehmen, die Griechen, um die es geht, die unter dieser Kriesenpolitik leiden.
Sicherlich muss das Griechische Volk und die Griechische Elite die Hauptlast der Kriesenbewaeltigung leisten...
aber wir Europäer müssen doch wenigstens (neben den Krediten und Garantien) uns auch neben das Griechische Volk stellen und sagen ihr schafft das, wir wollen Euch dabei behalten, wir stehen Euch zur Seite...
Dies hat niemand getan und dies ist die Grosse Schnade für Europa in dieser Kriesenbewältigung.
Die Bereitschaft zur Solidarität wäre sicher grösser gewesen, wenn man nicht wüsste, dass die ganze Misere hausgemacht ist. Die ständigen Vertragsverletzuungen zu Maastricht tun ihr Uebriges dazu, kein allzu grosses Mitgefühl entstehen zu lassen.
mit europäischer Solidarität beschenkt. Nicht ganz uneigennützig, zugegeben, aber immerhin. Und was ist die Reaktion darauf? Die (ver-) öffentliche und die politische Meinung (z.B. Papoulias!!!) dreschen und dreschten auf das EU-Ausland und speziell auf Deutschland ein!! Ist dies Solidarität? Wenn Merkel als Nazi-Domina abgebildet wird? Ist es solidarisch, wenn Versprechungen ständig nicht eingehalten werden (man könnte auch "gebrochen" sagen)? Wenn in Griechenland in Relation zu D immer noch mehr als dreimal soviel Beamte und Angestellter im öffentlichen Dienst sind? Ist es solidarisch wenn es immer noch tote Rentner gibt, die monatlich Rente beziehen? Ist es solidarisch, wenn die griechischen Reeder immer noch per Verfassung von der Steuer befreit sind? Ist es solidarisch, wenn die kleinen und großen Steuerbetrüger in Griechenland immer noch nicht ernsthaft verfolgt werden?
Wo bleibt die Solidarität der reichen Griechen im In- und Ausland mit ihrem Volk? Warum erwarten die Griechen von diesen weniger als vom EU- und speziell vom deutschen Steuerzahler?
Ja, Solidarität ist notwendig. Auch und gerade mit den Griechen. Aber bitte nicht als Einbahnstrasse. Und wenn über Generationen hinweg beschissen wurde, muss man dies klar benennen dürfen und muss man als Hilfe Leistender erwarten dürfen, dass Einsicht in die Fehlleistungen gezeigt wird. Daran fehlt es leider.
Ja, und leider ist es so wie immer. Die Zeche zahlen die kleinen Leute. Nicht nur in Griechenland.
Die Bereitschaft zur Solidarität wäre sicher grösser gewesen, wenn man nicht wüsste, dass die ganze Misere hausgemacht ist. Die ständigen Vertragsverletzuungen zu Maastricht tun ihr Uebriges dazu, kein allzu grosses Mitgefühl entstehen zu lassen.
mit europäischer Solidarität beschenkt. Nicht ganz uneigennützig, zugegeben, aber immerhin. Und was ist die Reaktion darauf? Die (ver-) öffentliche und die politische Meinung (z.B. Papoulias!!!) dreschen und dreschten auf das EU-Ausland und speziell auf Deutschland ein!! Ist dies Solidarität? Wenn Merkel als Nazi-Domina abgebildet wird? Ist es solidarisch, wenn Versprechungen ständig nicht eingehalten werden (man könnte auch "gebrochen" sagen)? Wenn in Griechenland in Relation zu D immer noch mehr als dreimal soviel Beamte und Angestellter im öffentlichen Dienst sind? Ist es solidarisch wenn es immer noch tote Rentner gibt, die monatlich Rente beziehen? Ist es solidarisch, wenn die griechischen Reeder immer noch per Verfassung von der Steuer befreit sind? Ist es solidarisch, wenn die kleinen und großen Steuerbetrüger in Griechenland immer noch nicht ernsthaft verfolgt werden?
Wo bleibt die Solidarität der reichen Griechen im In- und Ausland mit ihrem Volk? Warum erwarten die Griechen von diesen weniger als vom EU- und speziell vom deutschen Steuerzahler?
Ja, Solidarität ist notwendig. Auch und gerade mit den Griechen. Aber bitte nicht als Einbahnstrasse. Und wenn über Generationen hinweg beschissen wurde, muss man dies klar benennen dürfen und muss man als Hilfe Leistender erwarten dürfen, dass Einsicht in die Fehlleistungen gezeigt wird. Daran fehlt es leider.
Ja, und leider ist es so wie immer. Die Zeche zahlen die kleinen Leute. Nicht nur in Griechenland.
Es ist unglaublich mit welcher Selbstverständlichkeit dt. Steuergelder für die Griechenland-"Rettung" eingefordert werden.
Die EU ist kein Bundesstaat und wird es auf absehbare Zeit auch nicht werden. Bis vor einigen Jahren war der "No-Bail-out" Absatz eine wesentliche Grundlage für des deutschen Euro-Beitritts. Was denken sie wird passieren, wenn in Nordeuropa die Steuern und Abgaben für Südeuropa erhöht werden müssen?
Es ist ein Bild, welches treffender nicht sein kann: Heute wird in Brüssel der ESM (Europäisches Sado Maso) gespannt und in Athen spannt man morgen den Rettungsschirm (7000 Polizisten) für die deutsche Kanzlerin.
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