Altersarmut : Alle gegen alle bei der Rente

Noch ein Konzept, noch weniger Einigkeit: Koalitionsabgeordnete stellen sich gegen von der Leyen. Was sind die Unterschiede zum Konzept der Ministerin und dem der SPD?

Auf jeder der drei Seiten prangt oben der Bundesadler, um gleich allen klarzumachen: Dieses Konzept kommt nicht von irgendwelchen Spinnern, es kommt von gewichtigen Politikern. Dreizehn Abgeordnete von CDU , CSU und FDP führen darin aus , wie sie sich die Lösung des zurzeit umstrittensten innenpolitischen Themas vorstellen: der Rente.

Sie sind schon die dritten, die sich in diesen Wochen daran versuchen: Zuerst hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ihr Zuschussrenten-Konzept propagiert, dann rückte die SPD , die ihren Solidarrenten-Ansatz nach nur wenigen Tagen auf Druck der Linken nachbessern musste, auf den Plan. Jetzt also die sogenannte "Junge Gruppe" der Regierungsparteien.

Bezeichnend für die Rentendebatte ist die ungeheure Komplexität des Themas, die einen direkten Vergleich der verschiedenen Vorschläge so schwer macht. Niemand kann wirklich prognostizieren, wie sich einzelne Maßnahmen auf das Vorsorge-Verhalten der Bürger auswirken oder wie sich der Arbeitsmarkt und damit die Lage bei der Altersvorsorge in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird.

Als Knackpunkt kristallisiert sich die Frage heraus, auf welchem Weg man Geringverdienern eine vernünftige Rente verschafft: Indem man von ihnen private Vorsorge verlangt, wie die jungen Abgeordneten das wollen. Indem man sie für das private riestern noch belohnt, indem man ihnen aus Beitragsmitteln etwas draufzahlt, so wie von der Leyen es plant. Oder ob man ihnen, so der SPD-Ansatz, direkt mit Steuergeldern hilft.

Außerdem streiten Koalition und Opposition zurzeit in keiner Frage mehr – und zwar untereinander. Der Abgeordnetennachwuchs aus den eigenen Reihen meckerte schon gegen das Konzept aus dem Arbeitsministerium , bevor dieses überhaupt große Wellen geschlagen hatte. Wie tief der Graben zwischen ihnen ist, zeigt auch das neue Papier: Dort werben die Abgeordneten für mehr Transparenz bei der Rente, "damit diffuse Angstmacherei künftig am Faktenwissen der Bürger scheitert". Damit ist niemand anderes als die "Angstmacherin" von der Leyen gemeint, die die Sorge vor Altersarmut mit großen Schlagzeilen in der Bild am Sonntag   erst so richtig angetrieben hatte.

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Kommentare

77 Kommentare Seite 1 von 12 Kommentieren

Bei so viel Ignoranz ist der Untergang Programm!!

Solche Bubis legen ein Programm für so gut wie alle Arbeitnehmer vor das diese 850 Euro Rente im Alter bekommen. Kein Wunder das die Gesellschaft sich auflöst, Dummheit wird von den Profiteuren gefördert weil die von der Auflösung der Gesellschaft und den darauf folgenden Krieg immer profitiert haben.

Re: Bei so viel Ignoranz ist der Untergang Programm!!

Solche Bubis legen ein Programm für so gut wie alle Arbeitnehmer vor das diese 850 Euro Rente im Alter bekommen.

Es muss natürlich eine Anpassung der Rente in Höhe der Inflation berechnet aus Lebensmittel- und Mietpreisen, Energie- und Wasserkosten sowie Mobilitätskosten, also kurz gesagt jährlich 5%, stattfinden. Die Rente beträgt in 40 Jahren dann also ca. 6000 EUR. Da ist das Rentnerdasein dann immer noch besser als berufstätig zu sein.

P.S.: Wer die Ironie findet, darf sie behalten.

Haben sie bei Ihrer Rechnung auch mal....

daran gedacht, daß Sie für die dann 6.000,-€ Rente soviel bekommen, wie heute für 850,-€? Bedenken sie vor 40 Jahren hätte man für 850,-€ herrlich und in Freuden leben können, heute geht das gar nicht! Ich bleibe dabei, für die Rente, bzw. Pension müßen "alle" aufkommen und in einen nicht angreifbaren Pool eingezahlt werden, dazu müßen Renten und Pensionen angepasst werden, weil der Unterschied wird immer gravierender. Sicher wird und muß es unterschiedliche Größen geben, nur nicht in der Form wie heutzutage. Nur da verlange ich sehr wahrscheinlich schon wieder viel zu viel, weil es Gruppen gibt, denen es heute sehr gut geht und die nicht einsehen werden, davon etwas abzugeben. Haben sie sich ja "hart erarbeitet"! Ich frage mich bei Pensionen nur wo???

Hüftgelenke, usw..

Der christliche Demokrat Herr Mist- sorry, Mißfelder taucht auch immer auf wenn es drum geht den nutzlosen ollen Rentner mal klare Kante zu zeigen. Hüftgelenke? Zu teuer, für die paar Jahre die sie noch genutzt werden! Würdige Rente? Wer schon in jungen Jahren zu den Leistungsträgern, wie Herr Lindner und Herr M... gehört, braucht sich später keine Sorgen machen! Rechts so, aus dem wird noch was! Dieser seltsam leere und dennoch entschlossene Blick ist auch ein Hinweis auf Eignung für hohe Ämter.

Mißfelder Leistungsträger?

War ein Witz, nicht wahr?

Mit seiner beruflichen Qualifikation, dem Magisterabschluss in Geschichtswissenschaften, den er schon im zarten Alter von 29 Jahren abgelegt hat, wäre einer wie Mißfelder mit viel Glück ein unterbezahlter Wissenschaftlicher Angestellter an irgendeiner Uni.

Aber er ist ja Mitglied der CDU, sein ganzes berufliches Leben dick gepampert aus Steuergeldern, da lässt es sich natürlich leicht über die Schwächsten der Gesellschaft herziehen, die ihm auch mit ihrem Geld sein schönes Leben ermöglichen.

Es gibt Leute, die würden dieses Geschenk in stiller Demut annehmen und jedem Tag dem Herrgott dafür danken, dass es das Leben so gut mit einem gemeint hat.

Und es gibt andere....

Warum wurde Mißfelder in den Bundestag gewählt?

Die Wähler sollten endlich mal an die Politiker klare Forderungen stellen, bevor sie ihr Kreuz bei einer Partei oder einem Politiker machen. Warum wurde Herr Mißfelder über die NRW-Landesliste in den Bundestag gewählt, obwohl er sich ganz offen gegen die „Alten“ ausgesprochen hat? Haben sich denn die vielen Rentner in NRW nicht vor der Wahl informiert, welchen Mann sie in den Bundestag wählen?

Bleiben wir doch mal...

bei den Fakten. Beamte zahlen in keine Sozialversicherung ein. Ihre Alterssicherung wird aber von allen Steuerzahlern aufgebracht. Dass es Unmut über die höhe der Pensionen gibt ist nur logisch und hat sehr wenig mit Neid zu tun. Beispielsweise hätte ich nichts dagegen, wenn man das Gehalt eines Beamten erhöht gleichzeitig eine Sozialversicherunsgpflicht für Beamte einführt. Letztlich kommt es der gesamten Gesellschaft zu gut, da kein Verdacht aufkäme, dass Beamte nichts bezahlen, aber dicke abkassieren.

fakten statt vorurteile

"Beamte zahlen in keine Sozialversicherung ein. Ihre Alterssicherung wird aber von allen Steuerzahlern aufgebracht."

und die pensionaere sind in der regel selber steuerzahler.
ganz schoen verzwickt und mE nicht geeignet einen pauschalen rundumschlag zu starten.

ganz interessant zu dem thema...von einem finanzmathematiker:

vers-berater.de/text/Studie_Beamtenpensionen.pdf

wenn man endlich mal auf den trichter kommen wuerde der gesetzlichen rv eine breitere basis zu schaffen, dann koennte man auch abschaetzen was diese versicherung taugt.
ideologisches rumgebastele von allen politischen seiten ist jedenfalls nicht zielfuehrend.

wenn man sowas liest:

"Selbstständige sind weiterhin nicht gesetzlich rentenversichert."

koennte man meinen, das diese parteistrategen bestimmte sachen gar nicht kennen. zB:

rentenversicherungspflicht fuer selbstaendige handwerker

"Das gilt auch für Gründer, die sich in einem zulassungspflichtigen Handwerksberuf selbstständig machen...Der Gesetzgeber hat die Rentenversicherungspflicht für Handwerker 1938 eingeführt...während die zulassungspflichtigen A-Gewerke bis heute 18 Jahre Pflichtbeiträge in die Rentenkasse einzahlen müssen und damit im Alter auf eine finanzielle Grundsicherung vertrauen können..."

Das ist jetzt nicht Ihr Ernst

Sind finden knapp 30 % Differenz in der Altersversorgung vollkommen ok?

Beamte sind unkündbar, sie müssen sich keine Gedanken um Arbeitsplatzverlust machen, sie zahlen kaum Sozialabgaben, verdienen inzwischen zumindest in den mittleren Gehaltsklassen deutlich besser und bekommen als i-Tüpfelchen noch diese hohe Pensionen.

Die Rentner zahlen immer höhere Sozialabgaben, über ihnen schwebt ständig das Damoklesschwert des Arbeitsplatzverlustes und das Abrutschen in HartzIV und zum Schluss vegetieren sie unter dem Existenzminimum herum.
Und Sie holen die beliebte Neidkeule raus. Ist Ihnen eigentlich klar, welche Sprengkraft solche soziale Missverhältnisse haben?

Wenn das so weitergeht, sind die Demos in den PIIGS-Staaten ein laues Lüftchen gegen das was dann kommt. Und Gnade uns, dass nicht wieder irgendwelche radikale Irre ans Ruder kommen. Obwohl, Irre haben wir wahrlich schon genug.

Ich habe ständig die Bilder aus Russland vor Augen, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Renten auch radikal gekürzt wurden und diese armen, alten Leutchen versuchten das Letzte, was noch ein bisschen Wert hatte, zu verkaufen um über die Runden zu kommen. Ich war mir damals so sicher, dass das bei uns nie möglich wäre. Es ist möglich. Und Sie werden dann an denen vorbeigehen und Ihnen zurufen, selbst Schuld, warum seid ihr nicht Beamte geworden.

Kein Neid, aber vielleicht Gerechtigkeit?

Glauben Sie nicht, dass man sich Gedanken machen sollte über zwei Rentensysteme, bei denen eines mit demographischen Faktor irgendwann bei 35% liegt und das andere unantastbar bei 71% bleiben kann? Warum gilt der demographische Faktor für einen Teil der Bevölkerung nicht? Schon mal den Begriff „sozialer Sprengstoff“ gehört?
Nebenbei: in Baden-Württemberg erreichten die Pensions-/Lohn-/Gehaltszahlungen die 40%-Marke des Landeshaushalts. Tendenz steigend.

@ 24. Was soll der Neid?

"Neid" - das allzeit bequeme Totschlag-Argument für Leute, denen das Nachdenken zu lästig ist.

"Das ist wohl Deutschland" Mit dieser ebenso albernen wie nichtssagenden Bemerkung ignorieren Sie die Tatsache, dass es in Deutschland seit einiger Zeit eine intensiv geführte Gerechtigkeits-Debatte gibt. Vielleicht ist sie an Ihnen aber nur vorbei gelaufen. Und diese Debatte hat sich nicht aus Langeweile entwickelt sondern aus der Tatsache, dass die (deutsche) Gesellschaft (für alle) gefährlich auseinander driftet. Die soziale Bevorzugung von Beamten ist ein Teil davon.

Es gibt eine ganz einfache Lösung:

Pensionen für alle.
Dafür ist Geld da ohne Ende.
Das Rentenniveau ist JETZT schon unter 43%.

Die Frage: "warum sie Sie nicht Beamter geworden" ist ganz einfach zu beantworten: es muss Leute geben, die diesen Staat tragen und stützen. Die Steuern zahlen und keine Steuern kosten. Die Exporterlöse erwirtschaften und die technische Entwicklungen machen, denen wir unseren Lebensstandard verdanken.