BundeswehrDie Bundeswehr ist längst in Mali

Mali droht der Zerfall, die Bundesregierung schickt möglicherweise Soldaten. Dabei ist die Bundeswehr dort bereits ein alter Bekannter: als Ausbilder. von 

Die ersten internationalen Erkundungsteams sind bereits in Mali unterwegs. Ein Militäreinsatz scheint unmittelbar bevorzustehen. Und im Gegensatz zur Nato-Beteiligung am Anti-Gaddafi-Kampf in Libyen will Deutschland diesmal wohl an einer Mission mitwirken. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von einer denkbaren Unterstützung eines internationalen Militäreinsatzes durch die Bundeswehr gesprochen : Es sei nicht zu akzeptieren, dass Mali zum Rückzugsgebiet für den internationalen Terrorismus werde.

In Mali, einem westafrikanischen Staat zwischen Sahara und Sahel, haben Islamisten ein großes Gebiet im Norden erobert . Sie sollen dem Terror-Netzwerk Al-Kaida nahestehen und internationale Kämpfer aus Somalia, dem Jemen und anderen Ländern mit starken islamistischen Terrorgruppen anziehen. Sie haben zahlreiche Waffen, die aus den Depots des libyschen Diktators Gaddafi stammen und nach dem Bürgerkrieg in die Nachbarländer gelangten. Europäische Politiker wie der französische Verteidigungsminister und Sicherheitsexperten befürchten, dass ein islamistisches Regime in Nord-Mali die Sahelzone und Westafrika destabilisieren könnte. Von einem weiteren zerfallenden Staat wie Somalia ist die Rede.

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Die Europäische Union plant Mali bei der Rückeroberung des Nordens zu unterstützen . Ein denkbares Szenario wäre das Entsenden von Kampftruppen, die den malischen Soldaten beistehen. Ein anderer Weg wäre, die Truppen Malis mit Ausbildern, Fernmeldern, Logistikern und Geheimdienstlern zu unterstützen. "Eine mögliche Beteiligung deutscher Streitkräfte hängt natürlich davon ab, dass erst einmal die Voraussetzungen geklärt sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert auf der Bundespressekonferenz Ende vergangener Woche. Deutsche Regierungsmitglieder haben sich in den vergangenen Tagen mit dem UN-Sondergesandten für Mali und der Vorsitzenden der Afrikanischen Union getroffen. Es werde zunächst eine politische Lösung gesucht, sagt Seibert. Von einem Kampfeinsatz sei nicht die Rede. Wie die Mission der Bundeswehr konkret aussehen sollte, behielt Seibert für sich.

Bei der Diskussion über die Planung eines Militäreinsatzes in Mali ging völlig unter, dass seit Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen den Armeen Deutschlands und Malis besteht. Die Armee Malis wird seit 2007 von der Bundeswehr mit ausgemustertem Material versorgt. Das Land zählt neben Afghanistan, Ghana, Jemen, Namibia und Tansania zudem zu den Partnerländern des Ausstattungshilfeprogramms für ausländische Streitkräfte (AH-P). Anfang 2009 begann das laufende Programm für Mali mit einem Finanzvolumen von mehr als drei Millionen Euro, heißt es in einem gemeinsamen Bericht des Auswärtigen Amtes und des Bundesverteidigungsministeriums, der ZEIT ONLINE vorliegt.

Für den Zeitraum 2013 bis 2016 sind weitere Projekte für 3,3 Millionen geplant. Die Bundeswehr lieferte bereits Fahrzeuge, Material und Geräte und baute ein Ausbildungszentrum für Pioniere auf. Von Mitte November 2009 bis Ende Januar 2010 trainierten deutsche Soldaten in Mali außerdem Ausbilder der Armee des westafrikanischen Landes. Die am AH-P teilnehmenden Nationen sollen für den Einsatz bei internationalen Friedensmissionen vorbereitet werden. Ausgerechnet Mali, ein Partnerland der Bundeswehr, wird nun selber zum Einsatzort von Friedenstruppen.

Leserkommentare
  1. gefahren und nicht von den Soldaten. Ähnlich werden die Soldaten von den Islamisten in Mali vorgeführt werden.
    Im übrigen könnte die Ausbildung der afrikanischen Streitkräfte wohl viel kostengünstiger in Deutschland durchgeführt werden. Man will aber doch wohl einen Kampfeinsatz - so ist zu vermuten.

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    Will einen Kampfeinsatz, wenn die gesetzten Ziele auch mit anderen Mitteln zu erreichen sind.

    Möglicherweise wäre die Ausbildung in Deutschland günstiger, moeglicherweise.
    Die Frage ist vielleicht vielmehr wie effektiv diese Ausbildung im Vergleich zu einer vor Ort ist.

    Da Ausbildung Zeit braucht, ist dies ggf der Grund dafür, warum ein Einsatz ausländischer Truppen in Mali ins Gespraech kommt, da abwarten und eher passiv zuschaun die Lage nur noch weiterhin verschlechtert.

  2. Zitat: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von einer denkbaren Unterstützung eines internationalen Militäreinsatzes durch die Bundeswehr gesprochen

    Dieser Militäreinsatz könnte doch durch die Einnahmen aus dem Friedensnobelpreis finanziert werden ca. 1.1 Millionen Euros. Da sind dann schon ein paar Schüsse mehr drin. Ach ja, ich habe vergessen, dass wir ja die "Guten" sind, die bösen und Terroristen sind immer die anderen. Nur merkwürdig, das die "Anderen" das anders sehen...

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    • xel_bar
    • 29. Oktober 2012 14:27 Uhr

    "Ach ja, ich habe vergessen, dass wir ja die "Guten" sind, die bösen und Terroristen sind immer die anderen."

    Reality-check gefällig?

    http://www.youtube.com/wa...

    Es ist höchste Zeit in Mali zu intervenieren, und diese fundamentalistische und menschenverachtende Abart des Islams im Keim zu ersticken. Schon vor einem halben Jahr, als die Gruppierung Ansar Dine (welcher der Herr im Video angehört) die Mausoleen in Timbuktu zerstört hatte, hätte die internationale Gemeinschaft reagieren müssen. Es kann nicht sein, dass sich intolerante Unterdrücker am Weltkulturerbe vergreifen, und alles dem Erdboden gleichmachen, was ihrer Ideologie zuwiderläuft. Die Parallelen zu den Verbrechen der Taliban, beispielsweise der Sprengung der Buddhastatuen in der Provinz Bamyan sind klar zu erkennen. Doch während die Taliban "nur" Relikte einer präislamischen Ära Afghanistan auszulöschen versuchten, sind die Islamisten Westafrikas schon mit der Grabesstätte eines von ihnen verabscheuten Sufi-Gelehrten überfordert. Religiöse Intoleranz auf höchster Ebene.

    Wenn Sie von den 'anderen' reden, meinen sie dann die Zivilbevölkerung Nordmalis, die jetzt das Sharia-Law genießt, dass sie nie wollte? Beschäftigen Sie sich eigtl. irgendwie mit dem Geschehen da unten, oder suchen Sie sich nur Artikel in Onlinemedien, die Ihnen die Gelegenheit geben Ihre undifferenzierte Meinung abzusondern?

    Nicht einmal die Tuareg, von denen die Rebellion im Norden ursprünglich ausging, wollen die neue 'Ordnung' der Islamisten noch stützen.

    • Plupps
    • 29. Oktober 2012 12:54 Uhr

    In Afghanistan traut man sich nur mit Luftunterstützung aus dem Lager - nach dem Abzug der Truppen fürchtet man das Schlimmste für die zurückbleibende BW-Hiwis. Aber macht ja nichts gleich rein in das nächste Desaster.

    Auftrag wird vermutlich genauso wirr: Irgendwie gegen den Terror und für das Gute!

    na denn mal weiter - hoffentlich stossen die "Spinner" nicht irgendwann mnal auf einen ausgebildeten und ausgerüsten Gegner

    4 Leserempfehlungen
  3. Und im Gegensatz zur Nato-Beteiligung am Anti-Gaddafi-Kampf in Libyen will sich Deutschland diesmal wohl an einer Mission beteiligen.

    Es ist eine Lüge, dass Deutschland sich nicht am Libyenkrieg beteiligt hat. Die Koordination der Luftangriffe wurde von Stuttgart koordiniert, deutsche Agenten waren von Anfang an mit von der Partie (Aufenthaltsort von Gaddhafi kam von deutschen Agenten) und die Marine war auch im Einsatz.

    Merke: Wenn ein solcher Einsatz per UN beschlossen wird, kommt Deutschland dank (hirnloser) Bündnispflichten nicht drumrum. Selbst wenn es keine Mehrheit dafür gibt. Das Parlament entscheidet hier garnicht wirklich.

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    Zum Libyenkonflikt kann man sagen, dass Deutschland nach toedlichen Angriffen Gadhafis gegen Menschen in Deutschland und unseren Buensdnisstaaten ein gutes Recht gehabt haette, zurueckzuschlagen.

    Bei Mali verhaet sich die Sache anders. Es steht zu befuerchten, dass die Bundeswehr in einen Angriffskrieg hineingezogen werden koennte, wenn es wie erwartet nicht nur zu einer Eindaemmung islamistischer Kraefte innerhalb Malis kommmen sollte, sondern auch zu einer Eroberung des malischen Nachbarstaates Azawad durch malische Truppen. Auch wenn Deutschland den Touaregstaat derzeit noch nicht offiziell anerkannt hat.

    Dazu heisst es jedoch im Deutschen Grundgesetz:
    '
    Grundgesetz

    Artikel 26

    (1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.'

  4. Das man zwar die Entwicklungshilfe gestoppt hat die der Zivilbevölkerung zugute kommt, aber die Soldaten einer Militärjunta weiterhin von Soldaten eines demokratischen Landes ausgebioldet werden.

    Vermutlich in Aufstandsbekämpfung und niederknüppeln von Demonstranten!

    LG

    Klaus

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  5. wie ein großer Teil der Leute hier lieber eine Welt hätte, in der sich alle möglichen Ethnien unkontrolliert gegenseitig abschlachten, ohne dass jemand versucht, das irgendwie einzuschränken oder gar zu unterbinden. Wir dafür aber unsere "Ruhe" haben unter der schönen warmen Decke des Friedens in Deutschland. Und unser Geld lieber in neue Fernseher, den neuen Audi oder einige Häuser-Raten statt in Militäreinsätze zu stecken, die anderer Menschen Leben retten können.

    Von "hirnlosen" Bündnissen ist hier die Rede. Weil es ja nicht noch hirnloser wäre, wenn sich alle Staaten der Erde skeptisch bis feindlich gegenüber stehen würden. Dann doch lieber ein paar Verbündete.

    So, und nun viel Spaß beim auf mir Rumhacken.

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    ...Alles was die NATO & EU macht ist gut. Super sogar, singen wir doch dies alle im Chor mit, ein Hoch auf TK_Khaos, der uns aufgeklärt hat! Wo kann man Nato & EU T-Shirts kaufen?

    Weder Innen- noch Außenpolitik ist jemals im Interesse des "normalen" Bürgers gemacht worden, noch wird sie es heute und auch in Zukunft nicht. Da spielt eine abgehobene Klasse Spielchen mit anderen abgehobenen Klassen, mehr nicht. Und falls der Bürger nicht als Kanonenfutter Verwendung findet, so ist er in Nicht-Kriegszeiten doch immer gut genug, 50-60 Prozent seines Einkommens für Staatsspiele abzuliefern.

    Man kann es sehr gut mit einem Fußballspiel vergleichen. Sie können zwar am Stadionrand herumschreien und gute Tipps für den Spielverlauf geben, das ändert trotzdem nichts an der Spielweise der Mannschaften. Sie bleiben ewiger Zuschauer. Und kein Heynkes (Merkel) wird Sie jemals fragen, ob er Schweinsteiger aufstellen (in Mali einmarschieren) soll oder nicht.

    In anderen Zeiten hat man die rhetorische Frage gestellt (natürlich ohne eine abschlägige Antwort zu erwarten) ob man den Krieg wolle etc... heute wird auf diese Abstimmung allerdings ganz verzichtet.

    Ich glaube diese Leute von denen Sie da reden, haben einfach eine realistischere Sicht der Dinge. Bitte schauen Sie doch mal genau hin. In Libyen haben wir radikalislamische Gruppen unterstützt, die nach ihrem Sieg brutale Verbrechen gegen Minderheiten begangen haben. Misshandlungen und sogar Mord an schwarzafrikanischen Gastarbeitern, großflächige Selbstjustiz in Form von Misshandlungen, Vertreibungen, Plündereien, Folter und Mord an ehemaligen Gaddhafi Anhängern.

    Haben Sie in unseren medien auch nur eine zeile über die Massaker in Bani Walid gehört?

    http://rt.com/news/bani-w...

    Im Irak genau das Gleiche. Seitdem Saddam besiegt war, sind Scharmützel zwischen den konfessionellen Gruppen an der tagesordnung. Sunniten gegen Schiiten gegegn Kurden gegen Christen...das alles kam erst NACH der "Koalition der Willigen".

    In Syrien unterstützen wir radikalislamische Gruppen bzw. tolerieren, dass wahabistische Geldgeber aus Saudi-Arabien und Katar den Bürgerkrieg in diese Richtung eskalieren. Unser größter Verbündeter in der Region - die Türkei - ist was Religionsfreiheit angeht auch noch in der Steinzeit.

    Bitte lassen Sie doch mal die Konflikte der letzten 10 Jahre Revue passieren. Mit all dem "Kampf gegen den Terror".

    Wo sehen Sie da auch nur geringste Anzeichen, dass es bezüglich Menschenrechten oder Sicherheit zu Verbesserungen gekommen ist. Wo?

    ginge, dürfte vermutlich die Bundeswehr demnächst in der ganzen Welt Krieg führen - bekanntlich gibt es etliche Konflikte weltweit. Wo, empfehlen Sie, dürfen wir dann als nächstes eingreifen? Gestern haben sich in Tibet bspw. wieder Menschen verbrannt und Tibet ist seit Jahren von China besetzt - empfehlen Sie wirklich einen Krieg mit China??? In der Türkei gibt es das Kurdenproblem - dürfen wir also in die Türkei einfallen?
    Ihr Argument führt sich selbst absurdum, wenn man sich überlegt, daß in sehr vielen Ländern alles andere als Demokratie herrscht - in Rußland wurden Putins Gegner verhaftet - schicken wir die Bundeswehr hin?
    Deutschlands Waffen werdens ja richten, oder? Vorwärts in die Vergangenheit und auf zum 3. Weltkrieg - Hauptsache, Deutschland ist dabei, wieder Krieg zu führen, anstatt für mehr Frieden zu sorgen.

    • einname
    • 29. Oktober 2012 14:32 Uhr

    Ich kann meinen Vorredenern nur zustimmen und möchte noch ein weiteres Argument ins Feld führen, um die hiesige Missstimmung bei Arktikeln über Militäreinsätze der NATO-Bündnisgenossen eventuell aufklären zu können. Denn wie den allermeisten bereits aufgefallen sein dürfte, ist die Diskrepanz zwischen dem Tenor der Artikel und dem der Kommentare mittlerweile so gewaltig, dass 9 von 10 Kommentatoren zum Thema Militäreinsätze eine Meinung entwickelt haben, die sich komplett gegen NATO und Konsorten richtet. Nun zu meiner Erläuterung, kurz und bündig:
    "Leute, Leute, holt schnell eure Schäfchen heim, !ein Wolf! !ein Wolf!"

    "Wollt Ihr die totale Friedensmission?"

    (Frei nach Titanic und AH)

    Kllar werden wir gefragt, alle 4 Jahre, abern die Antwort bewirkt nichts.

    Um die Antworten auf den Punkt zu bringen: auch wenn es zynisch klingt, es ist seit Jahrhunderten so: Frieden ist dann, wenn wo anders Krieg herrscht...

    ging das Konzept auf?

    Was ist denn politisch geschehen, bevor die Rebellen vom Himmel fielen. Eine menschenfreundliche an die Macht geputschte Militärjunta regiert wie mit welchem Anspruch?

  6. ...Alles was die NATO & EU macht ist gut. Super sogar, singen wir doch dies alle im Chor mit, ein Hoch auf TK_Khaos, der uns aufgeklärt hat! Wo kann man Nato & EU T-Shirts kaufen?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Witzig, "
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    Stimmt, sie haben Recht. Eine Welt, die ausschließlich aus Feinden besteht, ist natürlich viel besser, als wenigstens eine Handvoll "Freunde" zu haben. :)

    Im Übrigen hab ich nirgends behauptet, dass EU / NATO ausschließlich Gutes tun. Viel Spaß also weiterhin beim Einbilden und Selbstgefälligsein.

  7. 8. [...]

    Entfernt, bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung

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