Rheinland-Pfalz Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Ex-CDU-Landeschef Böhr
Die frühere Parteispendenaffäre der CDU Rheinland-Pfalz hat ein juristisches Nachspiel. Ex-Landeschef Böhr muss sich wegen Untreue vor dem Landgericht Mainz verantworten.
© Timur Emek/dapd

Der ehemalige Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU, Christoph Böhr (Archivbild)
Die Staatsanwaltschaft Mainz hat gegen den früheren rheinland-pfälzischen CDU-Fraktions- und Parteichef Christoph Böhr Anklage wegen Untreue erhoben. Vor Gericht sollen sich zudem der frühere CDU-Fraktionsgeschäftsführer, der Ex-Generalsekretär der Partei und der ehemalige Geschäftsführer einer Beratungsagentur verantworten, wie die Anklagebehörde mitteilte. Hintergrund ist eine illegale Parteienfinanzierung für den Landtagswahlkampf 2006.
Der damalige Landesvorsitzende Böhr beauftragte laut Staatsanwaltschaft im Jahr 2004 eine Beratungsagentur mit der Erstellung eines Wahlkampfkonzepts und später auch mit dessen Umsetzung. Die Kosten dafür wurden demnach überwiegend unberechtigt aus Mitteln der Landtagsfraktion bezahlt. Es handelt sich dadurch um Spenden, die nach dem Parteiengesetz verboten sind. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) verhängte deshalb gegen die Landes-CDU im Dezember 2010 eine Strafe in Höhe von 1,2 Millionen Euro.
Die Staatsanwaltschaft wertete dies im Fall von Böhr als Untreue. Sie wirft dem Ex-Landeschef, dem früheren Generalsekretär und dem Geschäftsführer der Beratungsagentur vor, gegenüber dem Landesrechnungshof bei der Prüfung der Verwendung von Fraktionsgeldern "bewusst unrichtige Angaben" gemacht zu haben. Daraus ergebe sich der Verdacht auf versuchten Betrug, erklärte die Staatsanwaltschaft.
- Datum 10.10.2012 - 19:31 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, dapd
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grundsätzlich verbieten - die Mitgliedsbeiträge sollten zuzüglich der gesetzlichen Wahlkampfhilfe ausreichen.
Sobald so ein Gesetz beschlossen wäre (was sehr unwahrscheinlich ist) wären die Schlupflöcher schon bekannt. Dann wird eben ein Vorstandsvorsitzender mit einem Jahresbeitrag von 500.000 Euro Parteimitglied.
Sobald so ein Gesetz beschlossen wäre (was sehr unwahrscheinlich ist) wären die Schlupflöcher schon bekannt. Dann wird eben ein Vorstandsvorsitzender mit einem Jahresbeitrag von 500.000 Euro Parteimitglied.
Sobald so ein Gesetz beschlossen wäre (was sehr unwahrscheinlich ist) wären die Schlupflöcher schon bekannt. Dann wird eben ein Vorstandsvorsitzender mit einem Jahresbeitrag von 500.000 Euro Parteimitglied.
Man kann sicherlich Kurt Beck, dessen Amtszeit ja nun bald Geschichte sein wird, und seiner SPD vielerlei vorwerfen. Einen zuweilen von kindlicher Naivität und Verantwortungslosigkeit geprägten Umgang mit Steuergeldern zu allererst.
Aber Fakt ist - die rheinland-pfälzische CDU ist nicht einen Deut besser.
Ob es sich wie hier um Parteivorsitzende handelt, die Steuergelder für den Wahlkampf veruntreuen, oder um Landtagsabgeordnete, die in vertraulichen Polizeidatenbanken nach Informationen schnüffeln, die sich gegen die Regierung verwenden lassen http://www.sueddeutsche.d...
Das die Skandale der CDU finanziell nicht das Ausmaß jener der SPD annehmen (können), ist alleine dem Umstand geschuldet, dass die einen die Opposition und die anderen eben die Regierung stellen.
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