Rentenreform : Drei Koalitionsparteien, drei Rentenkonzepte

In der Koalition soll ein drittes Rentenkonzept auf den Tisch: Die CSU will ein Modell vorschlagen, das vor allem die Dauer der Kindererziehung stärker honorieren soll.

Die Rentendebatte in der Koalition wird noch komplizierter: Nach Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und einer Gruppe junger Abgeordneter von CDU und FDP will nun auch die CSU ein eigenes Konzept zur Rentenreform vorstellen. Das berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Parteikreise.

Die Kernforderung des Vorschlags sei, die Dauer der Kindererziehung stärker zu honorieren. Die CSU will Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, drei Beitragsjahre anrechnen. Bislang kann nur ein Jahr für das Rentenkonto angerechnet werden. Die zusätzlichen Kosten für die Rentenkasse werden auf sieben bis 13 Milliarden Euro bis 2030 geschätzt.

Die CSU-Führung will das Konzept am Montag beschließen, in zwei Wochen soll es vom Parteitag verabschiedet werden.

Der Vorschlag der CSU unterscheidet sich von der Zuschussrente, die von der Leyen favorisiert und dem Modell der jungen Abgeordneten , das auf die Ausweitung der Grundsicherung hinausläuft.

Steinbrück warnt vor unhaltbaren Wahlkampfversprechen

Unterdessen hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Partei vor unhaltbaren Wahlkampfversprechen gewarnt. "Die SPD darf in ihrem Programm nichts in Aussicht stellen, was sie in Regierungsverantwortung unter dem Druck der Realitäten nicht umsetzen kann. Das gilt auch für die Rente", sagte Steinbrück.

Steinbrück kritisierte die Jusos , die für eine Erhöhung der Rentenbeiträge eintreten. "Ich würde mir wünschen, dass die Jugendorganisation der SPD in erster Linie die Interessen ihrer Generation im demografischen Wandel vertritt."

Die SPD-Linke fordert wie auch die Gewerkschaften, die beschlossene Senkung des Rentenniveaus von derzeit gut 50 auf 43 Prozent bis 2030 rückgängig zu machen . Steinbrück und auch Parteichef Sigmar Gabriel lehnen eine solche Änderung der Rentenformel ab.

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Kommentare

33 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Schweiz

Wie wäre es denn mal mit einem Modell, das tatsächlich eine Chance bietet die vorhanden Probleme zu lösen und nicht so offensichtlich unzureichend ist, wie sämtliche bisher von den Parteien gemachten Vorschläge? Das erfolgreiche Modell aus der Schweiz zum Beispiel, einem Land, welches eher selten unter Kommunismusverdacht gerät.
Dieses Modell bloß einmal vorzuschlagen, damit es zumindest mal in der breiten Öffentlich diskutiert werden könnte, wäre echt schon mal ein Anfang. Aber selbst das passiert nicht. Warum berichten nicht wenigstens mal die Medien darüber?

Der ganze Kram mit der Betonung privater Vorsorge ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn es darum geht Altersarmut weitgehend zu verhindern, weil immer mehr Menschen schon kaum wissen wie sie in dem aktuellen Monat über die Runden kommen sollen, da bleibt halt nix für private Versicherungen - die ohnehin vorallem den Versicherungen nützen.

So einfach ist das mit der Auflösung nicht

Denken Sie doch nur an die Schulen (oder Autobahnen). Die müssen wir Alten ja abtragen, bevor wir abgehen.

In unserem kleinen Städtchen steht ein Gymnasium, 125 Jahre alt.
Es hat also im Rahmen des Generationenvertrages so netto 5 Mal die Generation gewechselt. Das ist gemauert. Das müssen wir wohl sprengen.
Oder die Kanalisation - stammt so aus der selben Zeit. Nicht einfach. Besonders, wenn ihre Generation nebenbei eine neue errichtet.

Falsch gerechnet?

Keine Frage, wenn 400 EUR 40 Jahre lang zu 2% Realzins anlegt, dann bekommt man ca 883 EUR. Ich befuerchte nur Sie haben uebersehen, man zahlt die Beitraege ja nicht im ersten Monat eines Arbeitslebens ein. Fuer die im letzten Monat des Arbeitslebens eingezahlten 400 EUR gibt es dann nur 400.67 EUR. Sie muessen einen ganzen Rentenplan aufstellen. Koennte man mit Excel machen. Also so toll ist das nicht, ich schaetze mal und das grob, es duerften so 600-700 EUR Rente dabei rauskommen, wenn man unterstellt man wird 80 Jahre alt. Und haben alle Deutschen das Geld 400 EUR pro Monat 40 Jahre lang zu sparen?

@Chali

"Denken Sie doch nur an die Schulen (oder Autobahnen). Die müssen wir Alten ja abtragen, bevor wir abgehen."

Habe ich Ihren Beitrag richtig verstanden?

Sie erwarten also, dass man Ihnen eine Rente zahlt, als Dank dafür, dass Sie in Ihrer Gemeinde eine Kanalisation und eine Schule von vor 125 Jahren vorgefunden und an die jüngere Generation weitergegeben haben?
Oder sollte es als Dank dafür sein, dass Sie die Schule und die Kanalisation nicht gesprengt haben?

Richtig gerechnet !

Simple Rechnung.

47 Berufsjahre a 24000 Euro Jahresgehalt ( der Einfachheit ohne Steigerungen, Ausfallzeiten, Kindern etc ) ergibt nach jetzigem Stand ~ 920 Euro Rente pro Monat.

Nehme ich 400 Euro pro Monat und lege die selber an dann habe ich nach 47 bei nur 2% Verzinsung ( und es gab schon mal viel mehr ) schlappe 369000 Euro.

Nehmen wir jetzt mal an ich werde 87 Jahre alt ( und das ist schon viel ) kassiere also 20 Jahre lang Rente dann bedeutet das ich habe 920 Euro Rente vs. 1536 Euro pro Monat wenn ich das Geld privat angelegt hätte. Und schwups hätten wir die ganze Diskussion über Altersarmut nicht mehr. Der Generationsvertrag war von Anfang an ein Totgeborenes Kind, den damals war die jetzige Alterspyramide schon zu erkennen gewesen.

Genau genug gerechnet ?

Leider nicht.

.
Bereits heute haben 90% der über 61jährigen keinen sozialabgabenpflichtigen Job mehr. (Hartz IV, Minijobs, Aufstocker, 1-Euro Jobs etc.)

Das bedeutet, dass Sie bereits mit 61 Jahren ihre Ersparnis aufbrauchen müssen.

Sie werden in dieser Zeit auch keine 400,-€ mtl. zurcklegen können.

Ihre Rechnung liegt um ein Minus von 6 Einzahlungsjahren und 6 Verbrauchsjahren falsch; natürlichn nur bei einer Rente bis 67!

Passgenau zu dieser Situation hat Merkel die
Rentenbeitragsfortzahlung von Hartz IV Opfern ersatzlos gestrichen.

Die Niedriglöhner und denen gilt ja die tiefe Sorge unserer Volksvertreter angeblich, lassen Sie aus ihrer Rechnung heraus.

Wenn Sie also die Solidargesellschaft auflösen wollen, müssen Sie nur entsprechend wählen.

Das ist aber typisch CSU

Die wollen uns eine Logik verkaufen, die es gar nicht gibt. Viele Kinder = viele Arbeitslose hat uns real die Babyboomergeneration gebracht. Gerechter wäre viellmehr flasche Kindererziehung mit Rentenabschlägen zu versehen. Warum soll eine Mutter immer 3 Punkte dazu bekommen. Ist das Kinder arbeitslos werden für diesen Zeitraum 3 Punkte abgezogen, statt 3 Punkte dazu addiert. Aber der CSU als religös fundamentalistische Partei geht es nicht um Logik. Da geht es nur im Sinne ihrer Religion um Massenvermehrung.

Leider doch

Habe ich ja nie gesagt das ich die Solidargesellschaft auflösen will. Ich wollte nur auf das eklatante Mißverhältnis zwischen Beitrag und Ertrag hinweisen, ein Faktor welcher sich in den nächsten Jahren noch enorm verschlechtern wird. All dies hätte, und hat man wahrscheinlich auch schon, lange voraussehen können und dementsprechend gegensteuern können. Hat man aber nicht. Statdessen wird mit solche stümperhaften Modellen rumgebastelt.

"Habe ich Ihren Beit"rag richtig verstanden?" Eher wohl nicht

Ich bin ja FÜR den Generationen-Vertrag.

Ich abe von den "Einrichtungen" unserer Vorfahren profitiert, die haben das alles genutzt und gepflegt und weitergegen.

Sodass auch meine Kinder davon profotieren konnten.

Aber der Forent, auf den ich antwortete, wollte das alles ja nicht. Sondern wollte frisch und neu anfangen, ohne die Last der Vergangenheit.

(Als ob ihn jemand davon abhielte, nach Dafur oder Sibirien oder in die Südsee auszuwandern und das zu tun.)

Dagegen hätte ich nichts, wenn und falls ...

"Die CSU will Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, drei Beitragsjahre anrechnen. Bislang kann nur ein Jahr für das Rentenkonto angerechnet werden.*
... diese in Anführungszeichen "Beitragsjahre" aus STEUER-Mitteln bestritten werden, und eben nicht aus Sozialabgaben.
Es muss doch den Sebstständigen und Beamten (wie dem MP selbst) daran gelegen sein, die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig zu erhalten!

"Die zusätzlichen Kosten für die Rentenkasse werden auf sieben bis 13 Milliarden Euro bis 2030 geschätzt."
Acj ja, die Lesefreundliche Aufbereitung
6 Milliarden auf 2030-2013 Jahre, also 18 Jahre, macht jetzt jetzt pro Jahr ... ähhh ....