Einheitsfeiern "Keine deutsche Einheit ohne Europa"

Appelle für Europa prägten die Feiern zur Deutschen Einheit. Ohne eine tiefere Integration habe jeder Staat "die Zukunft hinter sich", sagte Bundestagspräsident Lammert.

Die Deutsche Einheit wäre ohne eine Überwindung der europäischen Spaltung nicht möglich gewesen, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf dem offiziellen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in München. Wenn der Integrationsprozess nicht weiter vorankomme, "dann hätte Europa seine Zukunft hinter sich – und jeder einzelne Staat ganz gewiss".

Umgekehrt sei die Wiedervereinigung eine Voraussetzung für das weitere europäische Zusammenwachsen gewesen. "Nur in Europa, zusammen mit unseren Nachbarn und Partnern in der europäischen Gemeinschaft, können und wollen wir sichern, was wir im Lied der Deutschen als unsere gemeinsamen Ziele proklamieren: Einigkeit und Recht und Freiheit."

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An dem Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Bayerischen Staatsoper nahmen auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Lammert hob in seiner Rede die Fortschritte seit dem Fall der Mauer hervor. Zwar bleibe noch manches zu tun, "aber die Erfolge und Errungenschaften der deutschen Einheit sind deutlich sichtbar". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte die Leistung der Ostdeutschen für die Deutsche Einheit.

Europa "ist mehr als der Euro"

Aufrufe zu mehr Solidarität und einer verstärkten Zusammenarbeit in Europa prägten die Feierlichkeiten. Neben Lammert plädierten weitere Politiker und Kirchenmänner eindringlich für mehr Integration und Zusammenhalt. Lammert warnte nachdrücklich vor einer neuen Rivalität unter den Nationalstaaten als Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise. Die Weiterentwicklung Europas liege "im deutschen Interesse".

Wer heute die Nachrichten zur europäischen Schuldenkrise verfolge, der müsse den Eindruck gewinnen, es gehe nur um Geld, sagte Lammert vor mehr als 1.500 geladenen Gästen: "Es geht ... scheinbar nur um Geld, jedenfalls immer wieder um immer mehr Geld", um Schulden und wie sie zu tilgen seien, um Schuldenschnitte und wie hoch sie sein sollte. Europa sei aber "mehr als der Euro".

Zuvor hatten bereits die beiden großen Kirchen bei einem ökumenischen Festgottesdienst mehr Einsatz für Europa gefordert. Der katholische Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, sagte: "Wir sind nicht alleine als Deutsche unterwegs." Er erinnerte daran, dass es ohne die Gemeinschaft in Europa keine deutsche Einheit gegeben hätte.

Leser-Kommentare
  1. Lammerts Rede war überflüssig!

    Das der Tag der deutschen Einheit für andere politischen Themen ausgenutzt wird ist seit Wulffs "Islam" Beitrag unerträglich geworden.

    15 Leser-Empfehlungen
  2. Wer sind diese Leute da auf dem Foto und wen repräsentieren sie?

    Für was stehen diese Leute real?

    Erkennen wir sie an ihren Taten?

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    "Erkennen wir sie an ihren Taten?"

    nur können wir sie dafür leider NUR ABWÄHLEN(wenigstens manchmal), sie aber nicht persönlich und mit ihrem persönlichen Vermögen haftend, dafür ZUR RECHENSCHAFT ziehen!

    Und wenn diese "Herrschaften" auch sonst "nichts wissen", DAS wissen sie ganz genau!

    MfG
    biggerB

    Das Foto stammt von den Gewinnern der Oskar-Verleihung. Gewonnen hat der Film: WIR TUN SO, ALS KÜMMERTEN WIR UND UM DIE BÜRGER! Untertitel: Hahahaha! Alle sichtbaren Herr- und Damschaften haben den Hauptpreis gewonnen!

    "Erkennen wir sie an ihren Taten?"

    nur können wir sie dafür leider NUR ABWÄHLEN(wenigstens manchmal), sie aber nicht persönlich und mit ihrem persönlichen Vermögen haftend, dafür ZUR RECHENSCHAFT ziehen!

    Und wenn diese "Herrschaften" auch sonst "nichts wissen", DAS wissen sie ganz genau!

    MfG
    biggerB

    Das Foto stammt von den Gewinnern der Oskar-Verleihung. Gewonnen hat der Film: WIR TUN SO, ALS KÜMMERTEN WIR UND UM DIE BÜRGER! Untertitel: Hahahaha! Alle sichtbaren Herr- und Damschaften haben den Hauptpreis gewonnen!

  3. Hohle Worte von denen die immer Feiern gerichtet an die, die nie feiern! Der Normalbürger hat die Deutschlandfahne auf Halbmast gezogen angesichts der Krisen und Gefahren für Zukunft des Landes, die Nutznießer der Vereinigung schwätzen hohl und beweihräuchern sich selbst. Die neue Spaltung des Landes verläuft nicht mehr zwischen Ost und West sondern zwischen oben und unten.
    Eine gerechte Wiedervereinigung tut Not und wird hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ob aber die Merkels dieser Welt sich dann noch gegenseitig Orden anheften ist sehr fraglich!

    28 Leser-Empfehlungen
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    Allein für die anspielungsreiche Überschrift "Die Feier der Anderen" kann ich Ihnen gar nicht genug danken. Die ist nicht nur originell, sondern bringt auch das deutsche Dilemma in vier Worten auf den Punkt: Es ist von Jahr zu Jahr weniger "gemeines" Volk, das da am 3. Oktober feiert.

    • NDM
    • 03.10.2012 um 20:41 Uhr

    "Der Normalbürger hat die Deutschlandfahne auf Halbmast gezogen"

    Der Normalbürger hat keine Deutschlandfahne und interessiert sich auch nicht für den Anlass des Tages. Er ist einfach nur froh, einen Tag frei zu haben. :-)

    • Hokan
    • 03.10.2012 um 20:58 Uhr

    Danke. Hätte es nicht besser beschreiben können. Hier feiert die selbsternannten Eliten sich selbst. Wir anderen haben nichts zu feiern.

    Allein für die anspielungsreiche Überschrift "Die Feier der Anderen" kann ich Ihnen gar nicht genug danken. Die ist nicht nur originell, sondern bringt auch das deutsche Dilemma in vier Worten auf den Punkt: Es ist von Jahr zu Jahr weniger "gemeines" Volk, das da am 3. Oktober feiert.

    • NDM
    • 03.10.2012 um 20:41 Uhr

    "Der Normalbürger hat die Deutschlandfahne auf Halbmast gezogen"

    Der Normalbürger hat keine Deutschlandfahne und interessiert sich auch nicht für den Anlass des Tages. Er ist einfach nur froh, einen Tag frei zu haben. :-)

    • Hokan
    • 03.10.2012 um 20:58 Uhr

    Danke. Hätte es nicht besser beschreiben können. Hier feiert die selbsternannten Eliten sich selbst. Wir anderen haben nichts zu feiern.

  4. wie recht er damit hat. Immerhin mussten (und müssen immer noch) die Ostdeutschen ihr Land zweimal aufbauen. Einmal nach dem zweiten Weltkrieg und einmal nach der Wende als alles zerschlagen wurde. Das gibt es auf dem Planeten wohl kein zweites mal, dass innerhalb von 40 Jahren ein Land strukturell so dem Erdboden gleichgemacht wurde.

    9 Leser-Empfehlungen
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    • TDU
    • 03.10.2012 um 15:37 Uhr

    Ach je, wenn ich so Strassen und Gebäude vorher und Nachher, staatliche Infrastruktur und Gehaltsniveau vergleiche, hat der Westen doch ein Fitzelchen bewirkt. Es arbeiten ja nicht nur Wessis im Osten.

    Aber ich wollte ja nicht aufrechnen. Die Frage ist doch, hätte Ostdeutschland als eigenständiger Staat existieren können? Ich denke nicht, und die SED hätte nicht kampflos aufgegeben ohne die "Einnmischung" Westdeutschlands.

    nach der Wende wurde nichts zerschlagen.

    Ich war einer von denen, die Industriebetrieb nach Verwertbaren durchforsteten.
    In der Regel (außer einigen Hebezeugen) fanden wir nichts, mit dem man eine wettbewerbsfähige Produktion hätte aufbauen können.
    Die Strassen: Entweder Steinpflaster aus Kaisers Zeiten oder Schlaglochpisten.
    Die Schienen: konnten stellenweise nur noch im Schritttempo befahren werden.
    Die Häuser: in vielen Fassaden noch die Einschlußlöcher aus dem 2. Weltkrieg. Und unfassbare Bruchbuden en masse.

    Zu zerschlagen gab es da nichts mehr.
    In 20 Jahren konnte das nicht repariert werden. Dazu waren die Schäden, die die Partei "die Linke" angerichtet hatte, zu gewaltig. Nicht zu vergessen die Ausplünderung durch den sowjetischen "Bruder"staat.

    • TDU
    • 03.10.2012 um 15:37 Uhr

    Ach je, wenn ich so Strassen und Gebäude vorher und Nachher, staatliche Infrastruktur und Gehaltsniveau vergleiche, hat der Westen doch ein Fitzelchen bewirkt. Es arbeiten ja nicht nur Wessis im Osten.

    Aber ich wollte ja nicht aufrechnen. Die Frage ist doch, hätte Ostdeutschland als eigenständiger Staat existieren können? Ich denke nicht, und die SED hätte nicht kampflos aufgegeben ohne die "Einnmischung" Westdeutschlands.

    nach der Wende wurde nichts zerschlagen.

    Ich war einer von denen, die Industriebetrieb nach Verwertbaren durchforsteten.
    In der Regel (außer einigen Hebezeugen) fanden wir nichts, mit dem man eine wettbewerbsfähige Produktion hätte aufbauen können.
    Die Strassen: Entweder Steinpflaster aus Kaisers Zeiten oder Schlaglochpisten.
    Die Schienen: konnten stellenweise nur noch im Schritttempo befahren werden.
    Die Häuser: in vielen Fassaden noch die Einschlußlöcher aus dem 2. Weltkrieg. Und unfassbare Bruchbuden en masse.

    Zu zerschlagen gab es da nichts mehr.
    In 20 Jahren konnte das nicht repariert werden. Dazu waren die Schäden, die die Partei "die Linke" angerichtet hatte, zu gewaltig. Nicht zu vergessen die Ausplünderung durch den sowjetischen "Bruder"staat.

  5. Wünsche allen einen frohen Tag der deutschen Einheit.

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  6. Eine weitere Möglichkeit für Merkel, sich im Namen ihrer Partei als einzig mögliche Institution der Würdigung und Anerkennung zu präsentieren. In Wirklichkeit Riesenquatsch das alles - es wird ja fast so getan, als hätten wir 90 eine Stunde Null gehabt. In Wirklichkeit war vieles schon da, das man zusätzlich zertrampelte. In der DDR selbst, in ihren brüchigen letzten Jahren, da finden wir den eigentlichen Aufbauversuch. Was keinesfalls heißen soll, dass ich die Wiedervereinigung verpöne. Für mich ist sie erst mit der verhunzten sogenannten Wende durch die CDU nötig geworden - bis heute.

    Eine Leser-Empfehlung
  7. einen frohen Einheitstag. Bloß ich finde es immer bemerkenswert, wie wenig an so einem Volksfesttag organisiert ist. Keine Flagge, kein Feststimmung, eben nur dass bekannte Sonntagsgefühl, als würde die Einheit den Menschen auf den Magen schlagen und sie hätten zu viel zu verdauen. Wenn doch, dann ohne jeglichen Bezug. Ich verweise gerne auf Frankreich, der 14. Juli als Feiertag der Nation, muss man mal erlebt haben.
    Aber liegt wohl auch daran, dass der 3. Oktober der Feiertag der Wahl ist: ein rein administrativer Akt, eben die staatliche Einheit. Sicherlich ist der 9. November nicht unbedingt ein guter 'Feiertag', immerhin trampelten johlende Mobs von SA Schergen Synagogen und Geschäfte jüdischer Mitbürger nieder, das verstehe ich gut. Aber als einmal die Frage aufkam, warum es nicht der 9. sei, sondern der 3. Oktober, erhielt der Journalist die Antwort: "Am 9. November waren die Westdeutschen ja nicht beteiligt." -.-

    Also nochmal, schönen Einheitstag.

    2 Leser-Empfehlungen
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    Für mich wäre der eigentliche deutsche 'Feier'-Tag (warum brauchen wir Deutschen wie alle anderen Länder einen Feiertag - unsere Mentalität ist eine andere) der 9. November. Ein Tag deutscher Widersprüchlichkeit und trotz allem einer gewissen Schönheit. An diesem Tag würde ich wirklich in mich gehen. Aber heute? - Nein, es berührt mich nicht ein kleines bisschen. - Vielleicht wenn jemand Worte sprechen würde, die Gehalt haben.

    Feiern Sie also ruhig - aber werfen sie nicht den Nicht-Feiernden vor, nicht zu feiern :)

    Für mich wäre der eigentliche deutsche 'Feier'-Tag (warum brauchen wir Deutschen wie alle anderen Länder einen Feiertag - unsere Mentalität ist eine andere) der 9. November. Ein Tag deutscher Widersprüchlichkeit und trotz allem einer gewissen Schönheit. An diesem Tag würde ich wirklich in mich gehen. Aber heute? - Nein, es berührt mich nicht ein kleines bisschen. - Vielleicht wenn jemand Worte sprechen würde, die Gehalt haben.

    Feiern Sie also ruhig - aber werfen sie nicht den Nicht-Feiernden vor, nicht zu feiern :)

    • ludna
    • 03.10.2012 um 15:14 Uhr

    der will doch in Bayern ne Wahl gewinnen. Oder leben mittlerweile genug Ostdeutsche bzw. deren Kinder in Bayern ?

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