UmfrageSteinbrück bringt SPD auf Sechsjahreshoch

Honorardebatte hin oder her: Die Nominierung Peer Steinbrücks bringt die SPD seit Langem wieder mal über 30 Prozent. Auch den Vergleich mit Merkel muss er nicht fürchten. von dpa

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück  |  © Thomas Peter/Reuters

Die Diskussion um die Nebeneinkünfte Peer Steinbrücks schadet dem Ansehen des designierten SPD-Kanzlerkandidaten offenbar nicht: Die Sozialdemokraten gewinnen nach seiner Nominierung  an Zustimmung und erreichen im stern -RTL-Wahltrend erstmals seit November 2006 wieder 30 Prozent.

Zudem verbessern sich auch Steinbrücks persönliche Werte: Im direkten Vergleich mit Angela Merkel liegt die Kanzlerin zwar weiter mit 46 Prozent klar vorn. Der SPD-Kandidat kommt aber mittlerweile auf 35 Prozent und hat damit den Abstand seit seiner Nominierung halbiert.

Anzeige

Allerdings liegt die Kanzlerin in fast allen Bevölkerungsgruppen vorne. Bei 18- bis 29-jährigen Frauen ist Merkels Vorsprung besonders groß: Von ihnen würden sich 58 Prozent bei einer Direktwahl für Merkel entscheiden, nur 26 Prozent für Steinbrück. Der SPD-Kandidat liegt nur in einer einzigen Gruppe vorne: Die 45- bis 59-jährigen Männer würden sich zu 40 Prozent für Steinbrück entscheiden gegenüber 38 Prozent für Merkel.

Wähler zweifeln an Rückhalt in SPD

Forsa-Chef Manfred Güllner schreibt dem SPD-Kanzlerkandidaten einiges Potenzial zu. "Steinbrück bündelt die Kräfte. Und er mobilisiert Nichtwähler", sagte Güllner dem stern . Ihr Anteil sei von 32 auf 28 Prozent gesunken.

Allerdings glaubt fast die Hälfte der Wähler nicht, dass Steinbrück die volle Unterstützung seiner Partei hat . Unter den SPD-Wählern glauben der Forsa-Umfrage zufolge 56 Prozent an den bedingungslosen Rückhalt für Steinbrück.

Linke und Piraten verlieren

Neben der SPD kann auch die Union ihre Umfragewerte verbessern. Dem Wahltrend zufolge gewinnen CDU und CSU einen Prozentpunkt hinzu und liegen nun bei 36 Prozent.

Die Polarisierung zwischen Steinbrück und Merkel führt offenbar zu Verlusten bei den kleineren Parteien: Die Linke rutscht von acht auf sieben, die Piraten von sieben auf sechs Prozent. Für die Grünen würden unverändert zwölf, für die FDP vier Prozent der Wähler stimmen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Suryo
    • 10. Oktober 2012 11:17 Uhr

    Da die LINKSpartei derzeit in Umfragen auch nur auf etwa 6 Prozent kommt, heißt das ja wohl, daß der auch hier im Forum oft lautstark geforderte, ja als unvermeidbar dargestellte Linksschwenk der SPD überflüssig bis kontraproduktiv ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Da die LINKSpartei derzeit in Umfragen auch nur auf etwa 6 Prozent kommt, heißt das ja wohl, daß der auch hier im Forum oft lautstark geforderte, ja als unvermeidbar dargestellte Linksschwenk der SPD überflüssig bis kontraproduktiv ist."

    Nein.
    Denn Steinbrück gibt sich offiziell als "Den Linksschwenk".
    -Finanztransaktionssteuer
    -Rettungsfonds von Banken für Banken
    -Splitten der Banken in Investmentbanken und u.a. Kreditbanken
    -Kredite für Immobilienkäufer begrenzen; sprich eine evtl Blase vermeiden
    -Eindämmen von riskanten/ spekulativen Finanztransaktionen

    Meiner Ansicht nach klingt das alles sehr vernünftig;
    aber da ich weiß, wie Politik VOR und NACH den Wahlen aussieht, werde ich mich enthalten bzw. DIE LINKE wählen.

  1. Es gab Zeiten da wären die Sozialdemokraten bei 30% in Tränen ausgebrochen. Heute werden diese 30% bejubelt.
    Wie sich Zeiten ändern können- ;)

  2. 3. [...]

    Entfernt, bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten. Danke, die Redaktion/se

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Was machen denn Politiker außer sich selbst und ihre Wahlprogramme zu verkaufen?
    Angela Merkel ist Physikerin, unser Wirtschaftsminister Arzt und die meisten anderen Juristen. Die wirkliche Kompetenz liegt doch in den Mitarbeitern der Ministerien.
    In den starren Hierarchien einer großen Partei steigt man nicht durch Kompetenz auf.

  3. "Forsa-Chef Manfred Güllner schreibt dem SPD-Kanzlerkandidaten einiges Potenzial zu."

    Den Mann und seine Meinungsäußerungen kann ich kaum noch ernst nehmen, nachdem er gezeigt hat, was für abenteuerliche Kausalzusammenhänge er sehen meint....

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-09/guellner-gruene-demokratie

  4. "Da die LINKSpartei derzeit in Umfragen auch nur auf etwa 6 Prozent kommt, heißt das ja wohl, daß der auch hier im Forum oft lautstark geforderte, ja als unvermeidbar dargestellte Linksschwenk der SPD überflüssig bis kontraproduktiv ist."

    Nein.
    Denn Steinbrück gibt sich offiziell als "Den Linksschwenk".
    -Finanztransaktionssteuer
    -Rettungsfonds von Banken für Banken
    -Splitten der Banken in Investmentbanken und u.a. Kreditbanken
    -Kredite für Immobilienkäufer begrenzen; sprich eine evtl Blase vermeiden
    -Eindämmen von riskanten/ spekulativen Finanztransaktionen

    Meiner Ansicht nach klingt das alles sehr vernünftig;
    aber da ich weiß, wie Politik VOR und NACH den Wahlen aussieht, werde ich mich enthalten bzw. DIE LINKE wählen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Suryo
    • 10. Oktober 2012 11:33 Uhr

    Ich gehe mit Ihnen völlig konform, auch ich persönlich ahlte steinbrücks Haltung für positiv. Es ging mir um diejenigen Kommentatoren hier, die ihn - wie die SPD insgesamt - als Knecht des Kapitals, als fleischgewordenen Neoliberalismus, als Arbeiterverräter sehen und daraus ableiten, die SPD müsse sich dem Kurs der LINKEn angleichen, um überhaupt noch Erfolg bei den Wählern zu haben. Offenbar ist dem nicht so, darauf wollte ich hinaus.

    Da haben sie recht, das haben die Franzosen nun auch allmählich realisiert

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/hollande-fiskalpakt-linke

    (und da nützt es auch nichst, die Linke zu wählen, von den Grünen hätte außer Herrn Güllner sicher früher auch mal keine Beteiligung an der Agenda-2010-Politik erwartet)

    Was die SPD alles mit den Stimmen der Linken in Land wie Bund hätte durchsetztn können ? Nein deren Ego ist denen wichtiger, als diese unbedeutenden Bürger dieses Landes.

    ..können Sie können sie ja sicher sein, dass diese ihre Versprechen zu hundert Prozent einhalten werden

  5. Ich finde der Steinbrück hat ne chance verdient, jedoch wird es für eine Kanzlerschaft nicht reichen, weil Frauen die Welt regieren, und nicht mehr männer, und ich bin kein Feminist, sondern ein proletarist.

  6. Irgendwie putzig, da gehen zwei Kanzlerkandidaten für eine CDU-Politik ins Rennen und die SPD profitiert sogar noch davon. Versteh einer den deutschen Michel bzw. die deutsche Micheline.
    Immerhin huldigen die meisten Genossen ihrem "bestmöglichen" und voll demokratisch gekürten Kanzlerkandidaten nur mit der Faust in der Tasche, weil sie ahnen, das Mme. Merkel eigentlich nur einen potenten Juniorpartner (gern älter mit viel Wählerstimmen) sucht, nachdem FDP und CSU allmählich lästig geworden sind.

    Es wird wahrlich ein spannender Wahlkampf werden:
    http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikaturarchiv_4625.html

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "...nachdem FDP und CSU allmählich lästig geworden sind."

    Oh ja, die CSU raus aus der Union (mitsamt ihrer Herdprämie zum Vatikan) und ich könnte wir eine große Koalition gut vorstellen !

  7. .
    ... 59 haben ihren Silvio auch immerzu wiedergewählt, jeglicher persönlichen und politischen Vernunft zum Trotz!

    Es scheint so eine Art Intelligenzdelle zu geben bei Männern zwischen 45 und 59 ...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Angela Merkel | SPD | Umfrage | CDU | CSU | FDP
Service