Kriminalitätsbekämpfung : Friedrich fordert mehr öffentliche Videoüberwachung

Der Innenminister reagiert auf eine Gewalttat in Berlin: Er will, dass die Behörden an öffentlichen Plätzen mehr Kameras installieren und die Polizei präsenter ist.

Nach einer tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz will Innenminister Hans-Peter Friedrich die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen ausweiten. "Ich halte es für richtig, dass an Plätzen oder Straßen, an denen es auffällig viel Kriminalität gibt, mehr Kameras installiert werden", sagte er der Welt am Sonntag .

Vorige Woche hatte eine Gruppe junger Männer in Berlin einen 20-Jährigen so schwer misshandelt, dass er starb. Die Polizei fahndet bislang vergeblich nach den Tätern. Friedrich sagte, bei dem Verbrechen habe ihn "entsetzt, dass das Opfer offenbar ohne jede menschliche Regung kaltblütig ermordet wurde".

Videokameras seien ein sehr effizientes Mittel, das oft abschreckend und präventiv wirke. Der CSU-Politiker machte sich außerdem für eine größere Polizeipräsenz stark. "Mehr Polizeistreifen und mehr Präsenz im öffentlichen Raum tragen ganz wesentlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei."

Er sehe die wachsende Brutalität der Täter mit Sorge, sagte der Minister. "Stadtviertel, in denen sich die Bürger nicht mehr sicher bewegen können, darf es nicht geben." Alles andere sei eine Kapitulation des Staates.

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Kommentare

95 Kommentare Seite 1 von 11 Kommentieren

Das schlimme ist immer

wenn Menschen aufgrund Einzelerfahrungen eine gesamte ethnische Gruppe herabsetzen wollen. Das ist, ob Sie es wollen oder nicht, Rassismus in Reinkultur. Ich bin dafür, dass Rassisten das endlich auch so sagen, damit man endlich vernünfitg Tacheles miteinander reden kann. Klartext ist angesagt.

Witzig dass Sie, bevor Sie arabisch stämmige Familien verunglimpfen davon reden ich würde es mir "zu einfach machen". Im Gegenteil, ich rede seit Sarrazin gegen ein rassistisches Internet an. Ds ist garnicht einfach.

Im Übrigen habe ich auch schlechte Erfahrungen mit einer arabischsprachigen Familie gemacht, und zwar in Wien. Das war die Familie meiner Freundin. Die waren sehr freundlich und alles, gaben mir tolles essen und ein Bett, als wir da zu Besuch waren, aber irgendwann warfen sie mich raus weil meine Schuhe stinkten und ich generell ein eher unordentlicher Kauz bin. So sind wir eben wieder nach Hause ins schöne Rheinland gefahren, ich und meine arabisch Stämmige Freundin.

Furchtbar diese Araber.

Was bringt es?

Wie wäre es denn mal sich um die Ursachen von dieser Gewalt zu kümmern?

Es bringt doch nicht den Sicherheitsapparat immer weiter aufzublähen, obwohl dadurch nicht weniger Straftaten vereitelt werden. Ich kann mir schwer vorstellen, dass man sich allein aufgrund der Tatsache, dass es Überwachungskameras gibt, sicherer fühlen kann.

Das Problem fängt doch schon in den Schulen und in den Wohnvierteln an. Aber um so ein Problem anzugehen muss man weiter als eine Legislaturperiode denken und langfristige Projekte planen und durchführen.

Alternative Artikelüberschrift

"Friedrich nutzt den Tod eines Menschen dazu, wieder mal Überwachung als Sicherheit zu verkaufen."

Wahrscheinlich ahnt er schon, wo sich die aufgeklärten seiner Bürger zuletzt Kameras gewünscht hätten: Im Archiv der Dienste, um bei deren "Datenpannen" (allein das Wort verhöhnt schon) zu helfen.

Da werden sicher keine installiert, genauso wenig wie im Eingangsbereich der Büros, wo man den Lobbyvertretern dann bei der Klinkenübergabe zusehen könnte.

Nein, die bösen Bürger sollen überwacht werden. Sogar mit dem Wort "mehr" eingeführt, also werden sie es ja schon.

Es wird ihm auch bewusst sein, dass z.B. Kameras in Banken vor allem zu einer Sache führten: vermummten Tätern und dass Gewalttaten weder vermieden noch gemildert werden, wenn man Bilder von der Tat hat, das Opfer aber tot daliegt.

Vielleicht ist es ja die CSU-Variante der eigentlich edlen konservativen Denkensweise, die bevorzugt die Symptome von Dingen angeht, um dann dem Aktionismus zu frönen.

Aus anderen Parteien heraus kamen ja auch solche Klassiker wie Stoppschilder im Internet oder eben die VDS, die uns ja vor allem dann schützt, wenn wir heikle Fragen an Politiker stellen.

Dass wir solche Experimente wie eben Kameras oder sogar die VDS schon mal hatten, dass diese keinen Ertrag brachte, zumindest in den beworbenen Feldern, dass weiß Herr Friedrich auch. Er spielt einfach nur so, als hätten wir das alles schon vergessen.

Haben wir aber nicht.

Videoüberwachung wirkt abschreckend?

Ich lach' mich tot. Videoüberwachung führt allenfalls dazu, daß Täter ermittelt werden können. In Berlin wäre es allerdings sehr viel sinnvoller, die 4000 (in Worten: viertausend) gestrichenen Stellen bei der Polizei wieder zu besetzen. Dann könnten mit etwas mehr Polizeipräsenz Verbrechen wie das am Alex auch verhindert werden. Oder auch der Verkauf harter Drogen in der U8 durch 11jährige Kinder. U-Bahnhöfe in Berlin werden ALLE videoüberwacht.

Herr Friedrich hat aber wohl andere Absichten als die Prävention von Verbrechen.

Videoüberwachung

Man erkennt ja, wie gut die Videoüberwachung in London funktioniert hat. Die randalierenden Massen wurden von der Videoüberwachung nicht aufgehalten, erst 16.000 Polizisten aus allen Teilen des Landes haben wieder für Ruhe gesorgt.

Warum müssen Politiker immer die schlechten Beispiele andere Länder übernehmen?

Warum hier nicht mal der Verfassungsschutz ansetzt, wundert mich. Es wird ja ganz offensichtlich für die Einführung eines Überwachungsstaats "geworben".

Er ist auch für mehr Polizeipräsenz

Der CSU-Politiker machte sich außerdem für eine größere Polizeipräsenz stark. "Mehr Polizeistreifen und mehr Präsenz im öffentlichen Raum tragen ganz wesentlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei."

Zwar würde ich Kameras eher richtung "Sicherheitsgefühl" und, wie sie schon sagten, aufklärung der erfolgten Straftaten schieben und Polizeipräsenz, ebenfalls wie sie, als Mittel zur Prävention sehen - aber man kann Herr Friedrich nicht vorwerfen, dass er gegen mehr Polizeipräsenz ist.

Volle Zustimmung.

Überwachungskameras erhöhen lediglich den Fahndungsdruck, zur Prävention taugen sie jedoch nur wenig.

Im "Mutterland der Überwachungskameras", England, zeigen sie auch nur leichte Erfolge bei der Prävention von Verbrechen (http://www.heise.de/newst... ), wobei diese dort immer noch größer sein sollen, als in anderen europäischen Ländern.

Viel wirkungsvoller als die Kameras dürfte es tatsächlich sein, den "Bobby" wieder einzusetzen - dass man wenn man an irgendeinem Platz um Hilfe ruft (oder es zumindest ein Passant für einen tut), sicher sein kann, dass ein Polizist dies hört und angelaufen kommt.