Jürgen Trittin © Tobias Schwarz/Reuters

Der Grünen-Vorsitzende Jürgen Trittin hat möglichen Koalitionen mit der Union sowohl im Bund als auch in den Ländern eine Absage erteilt. Bei der Niedersachsen-Wahl im Januar gebe es "keine Chance für Schwarz-Grün", sagte Trittin der Thüringer Allgemeinen .

Dies liege nicht nur am Streit um die Atomendlager-Suche, sondern auch daran, dass die niedersächsische CDU für eine "noch härtere Abschiebepolitik" als die CSU in Bayern stehe. Zudem führe dort die CDU in der Schulpolitik einen "ideologisch verbohrten Kampf" für ein gegliedertes System.

Im Bund hält Trittin eine Koalition mit der Union ebenfalls für ausgeschlossen. Eine "dezidiert proeuropäische Partei" wie die Grünen sei "nicht unter ein Dach mit einer antieuropäischen Partei wie der CSU" zu bekommen. Wer die Gesellschaftspolitik der Grünen ernst nehme, der müsse feststellen, dass sie mit den Vorstellungen der CSU und weiten Teilen der CDU nicht übereinstimme.

Dagegen schließt der designierte stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und NRW-Parteichef Armin Laschet ein schwarz-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl nicht aus. "Auch bei den Grünen gibt es vernünftige Leute", sagte Laschet der Rheinischen Post . Die Union kämpfe für eine Mehrheit mit der FDP ; sie sei der "nächststehende potenzielle Partner", sagte Laschet. "Aber die SPD sollte sich nicht zu sicher sein, sich wieder in eine große Koalition retten zu können". Wer Schwarz-Grün wolle, müsse dazu beitragen, dass die CDU selbst schwarz sei – "und nicht hellgrün, lindgrün oder mittelgrün", sagte Laschet.

Die Liberalen wollten sich vorerst nicht an Koalitionsspekulationen beteiligen. Stattdessen warnte Außenminister Guido Westerwelle vor einem einjährigen Wahlkampf. "Ich rufe die Parteien auf, nicht jetzt schon den Wahlkampf zu beginnen", sagte er der Bild . "Ein Jahr Dauer-Wahlkampf wäre schlimm für Deutschland." Die Herausforderungen in Deutschland, Europa und der Welt seien viel zu groß, als dass sich das Land eine politische Lähmung leisten könne.