RentenstreitJunge Abgeordnete fordern von der Leyen heraus

Mit einem eigenen Rentenpapier opponieren 14 Koalitionspolitiker gegen die Zuschussrente der Arbeitsministerin. Sie wollen Geringverdiener zur Altersvorsorge anhalten. von afp, dpa und dapd

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen  |  © Michael Gottschalk/dapd

Eine Gruppe junger Abgeordneter aus Union und FDP hat ein Gegenkonzept zur Zuschussrente von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ) vorgelegt. Ziel der Initiative sei es, die betriebliche und private Altersvorsorge auch für Geringverdiener deutlich attraktiver zu machen, berichtet die Süddeutsche Zeitung .

Die 14 Abgeordneten, zu denen die CDU-Politiker Jens Spahn und Philipp Mißfelder gehören, schlagen demnach vor, dass Rentner, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, aus ihrer privaten und betrieblichen Altersvorsorge künftig mindestens 100 Euro anrechnungsfrei erhalten können. Damit würde es für Geringverdiener attraktiver, sich um eine zusätzliche Altersvorsorge zu bemühen. "Wer auch nur einen Euro privat vorgesorgt hat, muss mehr bekommen als die Grundsicherung. Darauf sollte sich die Koalition schnell einigen können", sagte der FDP-Politiker und Mitautor Johannes Vogel .

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Bisher wird jeder Zusatzanspruch etwa aus der Riester-Rente mit der Grundsicherung im Alter verrechnet. Wer trotz eines sehr kleinen Einkommens privat vorsorgt, hat davon mitunter im Alter keinen Vorteil. Die Höhe der Grundsicherung liegt im Schnitt bei 688 Euro.

Rentner sollen mehr hinzuverdienen können

Ziel des Vorhabens ist es zudem, den Renteneintritt flexibler zu gestalten. Weil viele Menschen gegen Ende ihres Erwerbslebens nicht mehr so viel arbeiten könnten, sollen die Hinzuverdienst-Möglichkeiten bei Rentenbezug verbessert werden: Das hieße, dass man früher in Rente gehen und trotzdem in Teilzeit weiterarbeiten könne.

Das Zuschussrenten-Modell der Ministerin sieht vor, für langjährige Beitragszahler die Grundsicherung auf maximal 850 Euro aufzustocken , wenn sie privat vorgesorgt haben. Finanziert werden soll dies aus Beitragsgeldern und Steuern. Die Pläne der Ministerin stießen jedoch auf starken Widerstand der FDP und auch bei Politikern der Union .

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Leserkommentare
  1. ja ja-unsere junge generation.

    wie bitte sollen geringverdiener etwas zurück legen?
    die ganze bankenproblematik entstand doch auch in der geldschwemme bei der privatisierung der renten.

  2. Es ist interessant wie gründlich die junge Generation auf die "private Vorsorge" eingeschworen ist. Der Glaube an unsere schwankende Währung ist offenbar ungebrochen...
    ...oder steckt hinter dem Aufruf etwa Propaganda der Finanzindustrie.
    Letzteres ist wahrscheinlich. Da wollen sich einige Jungpolitiker schon ihre Pfründe für die Zeiten nach der Politik sichern!

    Es ist unveranrwortlich heute noch auf die kapitalgestützte Altersversorgung zu setzen in einer Währung, die höchstwahrscheinlich nicht mehr lange währt. Nur die Umlage-Rente ist "sicher"(!); denn egal welche Währung wir in 50 Jahren haben werden. Gearbeitet und erwirtschaftet wird immer und aus diesem Pool muss immer die Versorgung der Alten kommen.
    Die kapitalgestützte Altersversorgung ist eine Idee der Finanzindustrie, die die Politik mit benebelndem Lobbyismus auf Linie gebracht hat. Ein verheerender Sündenfall!!

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    • APGKFT
    • 02. Oktober 2012 9:13 Uhr

    dass die junge Generation nicht mehr rechnen kann! Nur so gelingt den Rürups und Co ihnen diesen Schwachsinn einzubleuen!

    • ludna
    • 02. Oktober 2012 10:07 Uhr

    die jungen Abgeordneten werden doch vom Staat versorgt. Bis zum Tod.

  3. dass es gegen diesen Gesetzentwurf bereits zumindest eine Petition gibt, die 80.000 Menschen mitgezeichnet haben.

  4. Die Jungspunde der FDP sind eins: arrogant und weltfremd.
    Sonst würden die Schnösel wissen, dass viele Geringverdiener Ende des Monats mit Glück nicht in die roten Zahlen rutschen. Sonst dreht sich oft die Schuldenspirale weiter, da bleibt nichts über für ne sinnvolle private Altersversorge. Des weiteren heizt eine private Altersvorsorge der breiten Masse die Wirtschaftskriese und die Inflation zwangsläufig an: Immer mehr Kapital muss am Kapitalmarkt untergebracht werden. Und schon heute ist mehr Geld als Gegenwerte im Handel, mit all den folgenden Auswüchsen.

  5. gedacht und gemacht werden.
    Dann müssen eben Sozialbeiträge für die Roboter und Maschinen gezahlt werden oder die Grundversorgung der Menschen muss über Steuern geleistet werden, eben auf diese Maschinen.
    Es gibt ja auch schon Müllautos, die nur noch einen Fahrer brauchen.
    @Noname die haben einfach keine Vorstellung davon, dass das, was sie als knappes, aber auskömmliches Taschengeld kennen, kaum zum Leben reicht.
    Es gibt in manchen Krankenhäusern diese Anzüge, in die Medizinstudenten und junge Ärzte gesteckt werden, damit sie am eigenen Leib erfahren, wie bewegungseingeschränkt alte und behinderte Menschen sind.
    Analog dazu sollte man diesen Herrschaften mal verordnen, 3 Monate lang mit so wenig Geld und in Umständen zu leben, wo der kaputte Kühlschrank zum kaum lösbaren Problem wird.

    • amandaR
    • 02. Oktober 2012 8:48 Uhr

    Warum können eigentlich die "jungen Abgeordneten" nicht mal auf die Idee kommen, das System zu vereinfachen und es beispielsweise nach dem Modell der Schweizer Rentenversicherung umzubauen?

    Warum kann es nicht zur Abwechslung mal weniger Bürokratie bei uns geben mit Regelungen, die jeder versteht und die Sinn ergeben für unsere Gesellschaft (und nicht nur für die Finanzwirtschaft)?

    Ich bin enttäuscht, dass auch die "jungen" Politiker dermaßen fantasielos sind. Es ist zum Heulen.

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    blickt dem gleichen demographischen Problem entgegen, wie Deutschland und so ziemlich alle Industrienationen.

    Das Problem steckt nicht in den aktuellen Beiträgen, die sind nämlich so hoch wie nie zuvor in der Bundesrepublik.

    Das Problem steckt in der Zukunft, in den fehlenden Beitragszahlern und wenn diese Beitragszahler fehlen, dann fehlen eben auch die Steuerzahler. Das heißt, das damit auch der Steuertopf schrumpft, denn es wird nicht nur weniger Einkommensteuer bezahlt, sondern auch weniger Mehrwertsteuer.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, AFP
  • Schlagworte FDP | CDU | Ursula von der Leyen | Alter | Altersvorsorge | Arbeitsminister
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