Pro-NRW-Demo : Salafist muss für Messer-Attacke auf Polizisten in Haft

Im Mai hatte es schwere Krawalle zwischen Salafisten und Rechtsextremen gegeben. Für den Angriff auf einen Polizisten ist ein radikaler Islamist nun verurteilt worden.
Der Angeklagte im Landgericht Bonn neben seinem Anwalt © Hermann J. Knippertz/dapd

Ein gewaltbereiter Islamist ist wegen eines Messerangriffs auf einen Polizisten in Bonn zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Bonn sprach den 26-jährigen Deutsch-Türken der gefährlichen Körperverletzung, des Landfriedensbruchs und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte für schuldig.

Er hatte im Mai an einer Demonstration gegen die rechtsextreme Splitterpartei Pro NRW teilgenommen und dabei zwei Polizisten schwer verletzt. Die Rechtsextremen hatten mit einer Mohammed-Karikatur provoziert. An der Gegendemonstration beteiligten sich damals zahlreiche Salafisten. Der Angeklagte bezeichnet sich zwar selbst nicht als Salafist , wird aber dem Umfeld dieser radikalislamischen Strömung zugerechnet.

Der 26-Jährige hatte die Gewalt in seinem Schlusswort vor Gericht mit seiner Religion gerechtfertigt, die ihn dazu verpflichtet habe, da der Prophet Mohammed beleidigt worden sei. "Man kann von einem Muslim nicht erwarten, dass er ruhig bleibt, wenn der Prophet beleidigt wird." Das Gericht könne über ihn nicht urteilen, weil allein Allah das Recht habe, zu entscheiden, was gut und böse oder richtig und falsch sei. "Ich akzeptiere dieses Gericht nicht als legitim", sagte der Angeklagte.
 

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Kommentare

35 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Genau so stell ich mir das vor...

Ein allmächtiger Gott braucht also einen kleinen Messerstecher, der ihn verteidigt! Kann er das nicht selbst?
Der Grund, warum es keine Blitze aus heiterem Himmel gegeben hat, liegt wahrscheinlich daran, dass Gott wesentlich cooler ist, als Murat K. das gerne hätte.

Oder zweifelt Murat K. etwa an Gottes Allmacht?

Und zur Instrumentalisierung der eigenen Bedeutungslosigkeit, taugt ein Gott selbst für einen Agnostiker wie mich irgendwie auch nicht!

Ach ja, Sportsfreund - MEIN "Gott" heißt "Demokratie" und ist zwar nicht allmächtig, dafür wehrt sich sich aber!

Indizien

"Man kann von einem Muslim nicht erwarten, dass er ruhig bleibt, wenn der Prophet beleidigt wird."

Nur Ordnungskräfte, gegen die Mohammed wohl auch nichts gehabt hätte, hat er veletzt. Einen Beleidiger hat er gar nicht getroffen.

Das Argument scheidet also aus, so dass sich die Frage erübrigt, welche Indizien es gibt dafür, dass Allah erlaubt, einen Beleidiger seines Propheten schwer zu verletzen oder gar ums Leben zu bringen.

Genauigkeit wäre gut

Wie in den Artikeln von A. Ramelsberger in der SZ ("Ist doch normal", 17.10.,S.3 leider nur in der Druckausgabe, und vom 10.oktober: http://www.sueddeutsche.d... ) nachzulesen, ist Murat K. türkischer Staatsangehöriger.
Murat K. sagte zum Richter, der ihn fragte , ob er an der Berechtigung für die Tat festhalte: "Ist doch normal". "Das ist nicht normal", sagte der Richter. "Sie verstehen nicht, dass meine Religoin so ist", sagt Murat K."
(aus dem Artikel am 17.10.2012, der nicht ins Internet übernommen wurde.)