Wahl 2013 : Steinbrück kann siegen

Allen Skeptikern zum Trotz: Ludwig Greven nennt zehn Argumente dafür, dass der SPD-Kanzlerkandidat das Zeug hat, die Bundestagswahl für sich zu entscheiden.

Kaum ist der SPD-Kanzlerkandidat nominiert, melden sich die Skeptiker zu Wort. Demoskopen, Wahl- und Parteienforscher sowie auch Sozialdemokraten erklären, dass Peer Steinbrück kaum Chancen hat , bei der Wahl 2013 gegen Kanzlerin Angela Merkel zu siegen. Tatsächlich sprechen einige Faktoren gegen einen Erfolg Steinbrücks, dazu gehören die aktuellen Umfragewerte, aber auch der innere Zustand der SPD und ihr zum Teil unklarer Kurs. Es gibt jedoch durchaus gute Argumente für einen möglichen Erfolg des Kanzlerkandidaten.

1. Der frühere Bundesfinanzminister hat hohe Kompetenzwerte auf den 2013 wohl wahlentscheidenden Feldern der Wirtschafts-, Finanz-, Euro- und Sozialpolitik. Er ist ein machtbewusster, eigenwilliger, erfahrener, hochintelligenter Politiker mit weit größerer rhetorischer Begabung als Merkel. Zwar vertritt Steinbrück in vielen Fragen kaum eine andere Linie als die Kanzlerin. Er besitzt jedoch eine starke Überzeugungskraft und kann den seiner Meinung nach jeweils richtigen Kurs wesentlich besser begründen. Und er wird sich von seiner Partei nicht von seinen Überzeugungen abbringen lassen, sondern sich seine Beinfreiheit selbst erkämpfen.

2. Eine Wechselstimmung in der Bevölkerung – wichtigste Voraussetzung für einen Erfolg jeder Opposition – gibt es bislang zwar noch nicht. Doch in einem Jahr kann viel passieren, die Euro-Krise könnte sich zuspitzen und als Finanzminister hat sich Steinbrück 2008 schon einmal als Merkel mindestens ebenbürtiger Krisenmanager erwiesen. Hinzu kommt: Schlechter als mit der schwarz-gelben Koalition kann es in der Innenpolitik nach Ansicht vieler Wähler kaum werden. Steinbrück steht für das Versprechen, mit dem schon Gerhard Schröder 1998 Kanzler wurde: dass nicht alles anders, aber vieles besser wird.

3. Nach der faktisch ganz großen Koalition von CSU bis Grüne in zentralen Fragen wie der Euro-Rettung tut sich mit Steinbrück eine Alternative zu Merkels Politik der "Alternativlosigkeit" auf. Der Kandidat vertritt in wichtigen Punkten andere Positionen, etwa bei der überfälligen Regulierung und Reform des Finanzsektors oder bei weiteren Hilfen für Griechenland . Dies trifft, zumindest was die Banken betrifft, die Stimmung der meisten Bürger und auch Forderungen des linken Flügels der SPD.

4. Steinbrück hat das Potenzial, als pragmatischer, wirtschaftsfreundlicher Sozialdemokrat, Stimmen im bürgerlichen Lager zu holen. Denn er genießt auch bei Wählern von Union und FDP Ansehen und Vertrauen seit seiner Amtszeit in der großen Koalition.

5. Durch die Nominierung Steinbrücks kommt Bewegung in den Vorwahlkampf. Das könnte sich schon bald in den Umfragen zeigen, in denen die Union bislang stabil vor der SPD liegt. Die Medien werden sich in den kommenden Wochen und Monaten auf den Zweikampf Steinbrück-Merkel konzentrieren. Aus Sicht mancher politischer Beobachter schneidet der Kandidat dabei schon jetzt mindestens genauso gut, wenn nicht besser ab als die Amtsinhaberin.

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Kommentare

163 Kommentare Seite 1 von 22 Kommentieren

Absolute Zustimmung!

Die LINKE kann erfolgreich sein! Ich bin davon überzeugt, dass es in Deutschland eine linke Mehrheit gibt. Zwei Maßnahmen muss die Linke deshalb hin bekommen um erfolgreich zu sein:

1. Neben dem inhaltlichen Wahlkampf muss die LINKE die SPD-Wähler, die auf der „Kante zur Armut“ stehen, davon überzeugen, dass die SPD sie nicht vor Armut schützt und die bereits abgerutschten nicht retten wird.

2. Viele potenzielle LINKEN-Wähler sind bisher nicht zur Wahl gegangen. Hier muss die LINKE die meiste Wahlkampf-Arbeit leisen und diese Wähler an die Urne bringen. Wenn das klappt, werden sich SPD/Grüne, CDU/CDU/FDP wundern.

Die Agenda 2010 und deren Fortführung ist nicht von SCHRÖDER allein sondern von der SPD, den GRÜNEN der CDU/CSU und der FDP zu verantworten und hat den Sozialabbau auf eine solch radikale Weise betrieben, dass nur noch radikale Gegenmaßnahmen dies wieder reparieren können.
Das kann nur die LINKE. Es ab 2013 keine Regierung ohne die LINKE mehr geben.

... Das ist nun wirklich nicht richtig...

... Die Linke ist das Ergebnis der Hochzeit von PDS und WASG. Die PDS war der unmittelbare Rechtsnachfolger der SED, bzw. genauer: Sie war identisch mit der SED und war nur so freundlich (die vielen Opfer der SED würden sagen: schamlos) wenigstens den Namen zu wechseln.

Da sind keine Leute "eingetreten", die sind nur dort geblieben, das ist das Schöne. Man kann da noch Original-Kader finden, die noch den Schießbefehl und E.H. beklatscht haben. Die sind im Bernstein der Linken mumifiziert. Einige der Claque aus dem Westen, etwa Dieter Dehm, der Edelbarde, auch.

Das ist ungefähr so, wie wenn ein chinesisches T-Shirt dreimal umgepackt wird und einem dann als Westware präsentiert wird...und ich könnte berechtigterweise ganz andere Warenvergleiche nehmen ...

Die Grenzen des Wachstums

"Glauben Sie ernsthaft
mit Rot-Grün statt Schwarz-Gelb gibt es eine Politikwechsel?"

Natürlich gibt es keinen Politikwechsel mit Rot-Grün, so wie es mit Rot-Rot-Grün auch keinen gäbe. Wie will man denn die sozialistische Politik von Schwarz-Gelb noch toppen? Noch mehr Abgaben, noch mehr Steuern, noch mehr Inflation? Noch mehr Nanny-Staat und kollektive Bekuschelung durch gut bezahlte Beamte durch noch mehr Ausgaben und Schulden?

Ich halte es für einen Fehler ...

... seine Stimme zu verschenken. Im Falle der Linken besteht nämlich nicht die Möglichkeit, dass sie nicht an die Regierung kommt, es ist sicher.

Sie haben sicher Recht, dass die SPD sich nicht annähernd so sehr von der CDU unterscheidet wie die Linke. Was ich aber falsch finde, ist das leider häufig zu beobachtende "ist ja eh alles das Gleiche". Das ist es nämlich nicht.

Die Chancen, dass z.B. Menschen, die ihr Einkommen nicht aus Arbeit sondern Vermögen beziehen, zukünftig mehr zum Staatseinkommen beitragen sind mit der SPD deutlich höher, als mit der CDU.

Ich bin jetzt 34 Jahre

doch die SPD von der sie reden, gibt es so nicht mehr. WASG hat die Mitglieder die mal vielleicht so dachten mitgenommen. Und bei der Linken ist die Stimme mitnichten verschenkt. Sie verstehen das Prinzip von Wahlen wohl nicht. Es geht nicht darum, zwischen SPD und CDU hin und her zu wechseln, sondern darum zum Wohle des Volkes zu wählen. Und daher ist mir ein Kanzler Gregor Gysi bei weitem lieber, als das gleiche Trauerspiel in einer anderen Farbe. Wir haben doch die Wahl, oder nicht? Die Demoskopie, weis ja schon vorher, wie wir abstimmen. Offensichtlich nützt wählen nichts.

Das Alter ist doch egal. ! Bildung ist Bildung !

Und auch bis heute hatten die meisten Politiker keine reine Westen ( siehe Nachkriegsjahre, oder Nach dem Fall der Mauer = wie die Pöstchen und Posten wieder einmal ungtereinander verschoben wurden, bis heute !) Selbst damals kriminelle ( geschimpfte ) sind heute überall vertreten ......und keiner merkt es mehr, weil gut vertuscht. Also was soll das alles !! Der Bürger wird wieder und wieder eingelullt. Die Meinungsfreie ( ? ? ) Presse/Medien machen da auch kräftig mit. Tzzzz tzzzzz.

Nur mit Vorträgen

mit was sonst kann man solche Beträge verdienen außer noch durch Kapitalrendite oder zufällig enorme Kreativität für Musik oder Fussball?

ein Millionen-Manager wird ja auch hauptsächlich denken und reden und aus irgendeinem Grund wichtig sein,
und nicht Excel-Tabellen berechnen, Software programmieren oder Autos zusammenschrauben

nach
http://www.handelsblatt.c...
übrigens allein 700.000 in einem Jahr insgesamt, 1.5 Mio. seit 2009, das macht ja noch mehr her

ein idealer Kandidat absolut nicht, aber bis schlechter angesichts Alternative Merkel, da muss schon noch viel kommen

Dann nur die Zitate:

"ich freue mich, dass es gelungen ist Osama bin laden zu töten"
"ich habe keinen wissenschafltichen Mitarbeiter eingestellt"
"damals war ich noch nicht so perfekt wie heute"
" "Ich habe dazu oft genug Stellung genommen. Ich war selbstverständlich und viele Jahre in der FDJ." Solche Vorhaltungen seien "nicht der deutschen Einheit dienlich".

oder darf man Angela Merkel auch nicht zitieren, liebe Redaktion?

und wenn es um die hochgelobte persönliche Integrität von Frau Merkel geht, sollte dieser Artikel nicht fehlen:

http://www.spiegel.de/pol...

So un jetzt könne Sie wieder wegen Polemik löschen!

Ihnen auch noch einen schönen Tag!

Stimmvieh & Stimmenfang oder eine neue "Steinzeit"

ich will nicht wissen ob er das Zeug zum Kanzler hat, ich will wissen, wie er die Proble an geht die Deutschland immer mehr in eine Abwärtsspirale führen!Ich will nicht seinen Ego-trip erleben: "..brauche Beinfreiheit ..und das Programm muss zum Kandidaten passen..."....Das Pragramm muss endlich zu den Menschen passen, die täglich arbeiten gehen und monatlich immer weniger in der Geldbörse haben. Wa sagt er zu Themen wie nachhaltigkeit, Biodiversität? Was sagt er zur Stärkung des Binnenmarktes? Wie will er es schaffen, dass Deutschland in vielen, viel zu vielen Aspekten im globalen Durchschnitt das Schlusslicht ist!! Wie bitte Herr weltenferner Großkotz? Parteienpolitik - wie sie immer noch praktiziert wird z.B. mit "Wahlkampfversprechen" (das ist so steinzeitlich) ist in keiner, aber auch in keinster Weise nachhaltig.

Falsch

ich jammere nicht, bitte nicht falsch interpretieren!
Deutschland liegt weit hinter seinen möglichkeiten. Während wir diskutieren handeln andere. Egal ob Windkraft, E-Autos und dergleichen mehr. 2009 gabs eine Studie von PwC London unter dem Titel "the Green Race is on", dann gabts den Peer Review zur dt. nachhaltigkeitspolitik - zu 1. wurde eingeschätzt, dass Dtl. Schlusslicht ist, nun hat die regierung mit einem Phlegma von drei jahren mit ner (Green Econimy" Strategie reagiert und zu 2. heißt es dort, die dt. Regierung führt ihre Nachhaltigkeitsstrategie nur im Taschenformat. Bitte mal nach China oder Süd-korea schauen, was da abgeht und selbst die Saudis födern intensiv Bio-Landbau! Wenn bei uns die Autoindustrie strauchelt sind wir sofort im A**** - weil unser Biinemarkt viiiiiieeeel zu schwach ist. Selbst der Vorsitzende des BDI Dr. Keitel bemängelt, dass wir eine viel zu geringe Investitionsquote im eigenen Land haben und damit sehr weit hinten liegen! Und der Boss der Allianz herr Diekmann (siehe Interview Handelsblatt) spricht sich für die Stärkung des Binnenmarktes offen aus und übrigens auch erstmals GANZ öffentlich, das Wachstum seine Genzen hat. Zum Schluss: aktuelle Tui-Studie besagt, dass Dtl. nicht auf den künftigen markt vorbereitet ist. Das meine ich mit Abwärtsspirale - weil jeder Bürger glaubt gegen alles sein zu müssen! Wann ist man in diesem Land mal für etwas und zerredet es nicht gleich ohne das wir es mal wirklich versucht haben!!!