Kanzlerkandidatur Steinbrück kündigt Wahlkampf mit Humor an

Alle 35 Mitglieder des SPD-Vorstands haben sich hinter Steinbrück als Kanzlerkandidaten gestellt. Der kündigte einen "lustigen" Wahlkampf gegen Kanzlerin Merkel an.

Peer Steinbrück (links) mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und Andrea Nahles

Peer Steinbrück (links) mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und Andrea Nahles

Der SPD-Vorstand hat Peer Steinbrück einstimmig zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 nominiert. "Ich nehme das gerne an", sagte Steinbrück. "Das ist viel Rückenwind, Unterstützung und natürlich auch viel Erwartung."

Offiziell soll er am 9. Dezember auf einem Sonderparteitag in Hannover zum Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewählt werden. Dem Parteivorstand gehören 35 Mitglieder an – auch der linke Parteiflügel hatte sich zuletzt zur Unterstützung des früheren Bundesfinanzministers bekannt.

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Steinbrück machte klar, dass seine Nominierung nicht bedeute, "dass wir in die heiße Wahlkampfphase eingetreten sind". Zugleich kündigte er eine ungewöhnliche und "lustige" Kampagne an. Humor und Spaß dürften dabei nicht zu kurz kommen. "Das ist besser als eine ritualisierte Veranstaltung."

"Schlechtestes Kabinett der Bundesrepublik"

Wichtigster Grund für seine Kandidatur sei, dass die derzeitige schwarz-gelbe Koalition "schlechtes Regierungshandwerk" zeige. "Wir haben eines der schlechtesten, wenn nicht das schlechteste Kabinett in der Geschichte der Bundesrepublik." Merkel schaffe es zwar, sich darüber präsidial zu erheben, das werde ihr aber die SPD nicht mehr durchgehen lassen.

Die Bundestagswahl findet wahrscheinlich im September 2013 statt. Da Parteichef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier nicht antreten wollten, war der Weg für den 65-jährigen Steinbrück frei.

Gabriel hatte den Vorschlag am Freitag öffentlich verkündet, intern war die Personalie innerhalb der Troika schon länger klar. Ziel der SPD ist eine rot-grüne Koalition. Ein Schwerpunkt im Wahlkampf soll die Bändigung der Finanzmärkte sein.

Gabriel widerspricht Vorwurf der Lüge

Der SPD-Chef wies den Vorwurf zurück, er habe in der Kandidatenfrage gelogen. Am 23. September hatte er in einem TV-Interview gesagt, es gebe noch keine Festlegung auf einen Kandidaten. Das sei korrekt gewesen, sagte Gabriel. Zu diesem Zeitpunkt wusste er zwar schon vom Verzicht Steinmeiers. Es sei aber noch eine Reihe von Gesprächen zu führen gewesen. "In der SPD entscheiden nicht drei Personen, wer von ihnen Kanzlerkandidat wird."

Die Gespräche seien am Freitagmorgen um 7.30 Uhr noch nicht abgeschlossen gewesen, deshalb sei Gabriel auch nach München gefahren. Dort erfuhr der Parteichef, dass der Verzicht Steinmeiers in Berlin publik geworden war. Daraufhin seien mehrere Gespräche unter hohem Zeitdruck geführt worden. Am Freitagnachmittag wurde Steinbrück dann in Berlin als Kanzlerkandidat der Öffentlichkeit vorgestellt.

 
Leser-Kommentare
  1. ,dass die Heute Show die politische Kultur der bildungsaffinen MIttelschicht prägt, ist schon tragisch genug. (Ein Grund für die angebliche MInerleistung der Regierung ist übrigens, dass die Heute SHow einseitig die Regierung schlecht redet ; vor 2009 hatte die Sendung hier ja gar nicht Fuß gefasst)
    Daran gekoppelt ist die Anpassung der Entscheidungsträger an diese mediale Auswahllogik. Der verknöcherte, überhebliche Hanseat nun als Titan des internationalen Witzes auftretten zu lassen, ist wohl der gleichne Werbeagenutr geschuldet , die die SPD Farben von rot auf lila umstellte. Grandiose Leistung!

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    Naja, dass die Heute Show an der gefühlten Minderleistung der Regierung Schuld sein soll, ist eine gewagte These. Es ist eher anders herum, das lustige Rumgestümper ist eher die perfekte Vorlage für Fernsehmacher. Die Opposition kriegt im übrigen auch oft ihr Fett weg(siehe Piraten).

    Ein lustiger Wahlkampf wäre wahrscheinlich auch nach Merkels Geschmack. In den Gazetten steht doch immer, dass sie privat ein super witziger Mensch sei. Das wird ne Kanzlerdebatte!

    unsere "Kaiserin von Europa" wird demnach schon gefordert !

    Naja, dass die Heute Show an der gefühlten Minderleistung der Regierung Schuld sein soll, ist eine gewagte These. Es ist eher anders herum, das lustige Rumgestümper ist eher die perfekte Vorlage für Fernsehmacher. Die Opposition kriegt im übrigen auch oft ihr Fett weg(siehe Piraten).

    Ein lustiger Wahlkampf wäre wahrscheinlich auch nach Merkels Geschmack. In den Gazetten steht doch immer, dass sie privat ein super witziger Mensch sei. Das wird ne Kanzlerdebatte!

    unsere "Kaiserin von Europa" wird demnach schon gefordert !

  2. Wenns lustig werden soll, muss er aber demnächst Nahles aus dem Bild nehmen.

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    ...ist schon ok. Am Aussehen wollen wir doch keine/n Politiker/in messen. Aber bitte bitte, kappt ihr den Ton! Ihre hand- und fusslosen Platitüden kann doch selbst ein hartgesottener SPD-Anhänger nicht mehr ertragen. Und man mag sich wirklich nicht vorstellen, was passiert, wenn sie sich auch noch humorvoll geben will.....

    ...ist schon ok. Am Aussehen wollen wir doch keine/n Politiker/in messen. Aber bitte bitte, kappt ihr den Ton! Ihre hand- und fusslosen Platitüden kann doch selbst ein hartgesottener SPD-Anhänger nicht mehr ertragen. Und man mag sich wirklich nicht vorstellen, was passiert, wenn sie sich auch noch humorvoll geben will.....

  3. Hoffentlich verliert er ihn nicht.

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  4. Eine rot-grüne Minderheitsregierung, weil man vielleicht ausnahmsweise mal Wort halten will.

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    oder glaubst du Frau Kraft ist in ihrem Schuldenverband ein Vorbild? Das ist übrigens die wahre Mutti in Deutschland.
    Minderheitenregierungen brauchen doch Zustimmung ? WEnn die Linke mit der Spd paktiert, dann wird es erst Missmut unter deren Anhängern und im Wahlvolk kommen. Werden kommunistische Ideen umgesetzt, folgt der MArsch auf Berlin

    oder glaubst du Frau Kraft ist in ihrem Schuldenverband ein Vorbild? Das ist übrigens die wahre Mutti in Deutschland.
    Minderheitenregierungen brauchen doch Zustimmung ? WEnn die Linke mit der Spd paktiert, dann wird es erst Missmut unter deren Anhängern und im Wahlvolk kommen. Werden kommunistische Ideen umgesetzt, folgt der MArsch auf Berlin

    • Dr.No
    • 01.10.2012 um 14:50 Uhr

    Steinbrück kündigt einen Wahlkampf mit Humor an.
    Den kann er haben:

    Und der Steinbrück, der hat Zähne
    Und die trägt er im Gesicht
    Und der Wähler, der hat ne Stimme
    Doch den Wähler sieht man nicht.

    An ’nem Sonntag nach dem wählen
    Liegt ne tote alte Tante an der Urne
    Und ein Mensch geht um die Ecke
    Den man Peer den Steinbrück nennt.

    Denn die Denker sind im Dunkeln
    Und die Schwätzer sind im Licht.
    Und man siehet die im Lichte
    Die im Dunkeln sieht man nicht.

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    Im Dunkeln kann man bekanntlich gut Munkeln und bei einem Wahlkampf mit Humor auch gut Schunkeln!!!

    Im Dunkeln kann man bekanntlich gut Munkeln und bei einem Wahlkampf mit Humor auch gut Schunkeln!!!

  5. "Zugleich kündigte er eine ungewöhnliche und "lustige" Kampagne an. Humor und Spaß dürften dabei nicht zu kurz kommen."

    dürfte sich dem "unteren Drittel" der deutschen Gesellschaft
    nur sehr zögerlich erschließen.

    Dem "unteren Fünftel" wird er wohl für immer verschlossen bleiben. Das ist bei den OPFERN derartigen Humors halt so!

    Aber wenigstens für ein paar Herrschaften und Damenschaften
    INNERHALB der sPD bleibt ja dann nach dem Wahltag das Resümee:

    "Mensch, watt hebbt wi lacht"!

    MfG
    biggerB

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  6. oder glaubst du Frau Kraft ist in ihrem Schuldenverband ein Vorbild? Das ist übrigens die wahre Mutti in Deutschland.
    Minderheitenregierungen brauchen doch Zustimmung ? WEnn die Linke mit der Spd paktiert, dann wird es erst Missmut unter deren Anhängern und im Wahlvolk kommen. Werden kommunistische Ideen umgesetzt, folgt der MArsch auf Berlin

    Eine Leser-Empfehlung
  7. ...ist schon ok. Am Aussehen wollen wir doch keine/n Politiker/in messen. Aber bitte bitte, kappt ihr den Ton! Ihre hand- und fusslosen Platitüden kann doch selbst ein hartgesottener SPD-Anhänger nicht mehr ertragen. Und man mag sich wirklich nicht vorstellen, was passiert, wenn sie sich auch noch humorvoll geben will.....

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    Antwort auf "Freddy Krüger rechts"
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    "Am Aussehen wollen wir doch keine/n Politiker/in messen"

    Selbstverständlich nicht, auch sonst niemanden.....
    Ihr Blick ist gemeint.Steinbrück hätte es bereits hinter sich
    wenn Blicke töten könnten. Ist auch nicht schön wenn ein penetranter
    Clown auftaucht, rumkaspert, mackert und andere zu Statisten
    degradiert.

    Letzte Sonntagsfrage: SPD bei 27%

    Da geht noch was, liebe Mitbürger...nach unten...

    Denn Lustigkeit kennt keine Grenzen !

    "Am Aussehen wollen wir doch keine/n Politiker/in messen"

    Selbstverständlich nicht, auch sonst niemanden.....
    Ihr Blick ist gemeint.Steinbrück hätte es bereits hinter sich
    wenn Blicke töten könnten. Ist auch nicht schön wenn ein penetranter
    Clown auftaucht, rumkaspert, mackert und andere zu Statisten
    degradiert.

    Letzte Sonntagsfrage: SPD bei 27%

    Da geht noch was, liebe Mitbürger...nach unten...

    Denn Lustigkeit kennt keine Grenzen !

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