Urwahl-ErgebnisDie Grünen ticken anders
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Claudia Roth ist die Verliererin der Urwahl

Die Urwahl hat eine große Verliererin zurückgelassen: Parteichefin Claudia Roth . Seit zehn Jahren führt sie die Grünen, ist bekannt für den einen oder anderen schrägen Auftritt, für einen emotionalen Politikstil. Roth liebt ihre Partei, Kritik an ihrer Art konnte sie stets mit dem Argument, die Partei liebe sie so wie sei, an sich abprallen lassen. Roths Selbstbild wird durch dieses Ergebnis erschüttert: Nur jedes vierte Mitglied hat für sie gestimmt. Wie bitter, wie ironisch: War es nicht Roth, die einen Mitgliederentscheid erst durchgefochten hat? Die wollte, dass die grüne Basis entscheidet und die beiden Kandidaten nicht im Hinterzimmer gekürt werden. Jetzt muss sie erfahren, dass die Partei ihr im Zweifel seriösere Politiker vorzieht.

Was wird Roth nun tun? Das ist die große Frage des Samstags. Kommende Woche treffen sich die Grünen zum Parteitag, Roth wollte sich dort wieder zur Bundesvorsitzenden wählen lassen. Unklar, ob sie sich durchringen kann, noch einmal anzutreten.

Die Grünen sind dabei, sich grundzuerneuern. Göring-Eckardt hatte lange mit ihrer Kandidatur für die Urwahl gezögert, sie hat einen ruhigen, wenig spektakulären Wahlkampf geführt. Jetzt ist sie die strahlende Siegerin, gilt als die Erneuerin. Vielleicht motiviert das auch weitere – wirklich frische – Gesichter der mittleren Parteiführung, den Oldies nach und nach die Verantwortung zu entziehen.

Auch Fraktionschefin Künast könnte das noch merken. Sie ist bei der Wahl nicht so hart abgestraft worden, wie manche es erwartet hatten. Aber ein Befreiungsschlag ist auch ihr nicht gelungen.

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Leserkommentare
    • S0T86
    • 10. November 2012 13:56 Uhr

    Mit diesem Duo traue ich den Grünen zu, dass sie bei der Wahl über 20% kommen.

    Entgegen aller Spekulationen halte ich Schwarz-grün jedoch nicht für realistisch. Die Partei würde sich selbst zerreißen und dieses Manöver würde spätestens an der Basis scheitern. So suizidal sind die beiden nicht.

    Es könnte tatsächlich doch noch auf rot-grün herauslaufen. Und eine vernünftige Politik mit starkem grünen und nachhaltigen Anstrich wäre gewährleistet.

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    # Entgegen aller Spekulationen halte ich Schwarz-grün jedoch nicht für realistisch. Die Partei würde sich selbst zerreißen und dieses Manöver würde spätestens an der Basis scheitern. So suizidal sind die beiden nicht. #

    Für mich weniger suizidal als den Sozialstaat tot zu reformieren, bei 2 Kriegen aktiv mitzuwirken, bei einem 3. Schmiere stehen, und den Atomaustieg derart zu vermasseln, dass dieser kassiert werden kann, sofern schwarz-gelb bei der nächsten oder übernächsten Wahl wieder das Ruder übernimmt...
    Vor lauter suizidalen Verhalten muss ich annehmen, dass diese Partei schon längst im Jenseits ist und es sich bei dem amtierenden Personal nur noch um reaktionäre Zombies handelt, deren vorrangiges Ziel der materielle Selbsterhalt des eigenen moderigen Körpers ist.

    # Es könnte tatsächlich doch noch auf rot-grün herauslaufen. Und eine vernünftige Politik mit starkem grünen und nachhaltigen Anstrich wäre gewährleistet. #

    Jaja.
    So "vernünftig" und "nachhaltig" wie Rot-Grün unter Schröder/Fischer.

    auch nur ein wenig bedeutet, dann war die Wahl von Plaste-Flaschen-Trittin ein Riesenfehler.

    • Karl63
    • 10. November 2012 15:05 Uhr

    hat etwas zustande gebracht, womit sich nicht wenige in der SPD immer noch sehr schwer tun: eine klare Aufarbeitung der eigenen Fehler rund um Hartz IV und die Agenda 2010.
    So wie jedes andere Reformwerk ist auch dieses alles andere als Perfekt und die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird die vorhandenen Probleme nicht (einfach) von ganz alleine lösen.
    Die seit der Wiedervereinigung fortschreitende Spaltung der Gesellschaft ist keine zwangsläufige Entwicklung, aber gerade die jetzige Bundesregierung hat nicht viel bewirkt, was dem ganz real entgegen wirkt.

    • Psy03
    • 10. November 2012 17:33 Uhr

    Tritin.

    Und nochmal Rot-Grün?
    Alleine das sowohl Steinbrück, wie auch Trittin bei der letzten Bilderbergerkonferenz waren, sollte einem zu denken geben.
    Wäre ich Verschwörungstheoretiker würde ich langsam auch denken es soll so sein.
    Auch so als solle und wolle CDU/CSU/FDP nicht mehr regieren um dem Volk einen Wandel zu suggerieren, den es dann natürlich mal wieder nicht geben wird.
    Das Betreuungsgeld etc. stützt diese These.

    Warum sind hier so viele für Die Grünen?
    Was haben die Grünen denn die letzten Jahre ereicht?
    Ich fasse das mal kurz zusammen, NICHTS!!!
    Die haben doch brav alles mitgetragen. Nicht mal mehr für den Umweltschutz sind sie da, oder wo bleiben z.B. Taten und Prüfungen des sogenannten Fracking verfahrens in NRW etc.?

    Laßt euch da bloß nicht veralbern Leute und wählt lieber Die Linke.

    • Nest
    • 10. November 2012 18:18 Uhr

    ..gut aufgestellt sind.
    M.E. sollten sie Trittin als Kanzlerkandidat aufstellen, das mit dem Steinbrück wird doch nix...

    "Und eine vernünftige Politik mit starkem grünen und nachhaltigen Anstrich wäre gewährleistet."

    Rot/Grüne Politik war noch nie vernünftig. Man kann sich noch sehr gut an die Katastrophe erinnern, die Schröder und Fischer angerichtet hatten. Nie mehr bitte.

    • edgar
    • 10. November 2012 14:01 Uhr

    Sie schreiben es ja bereits:
    "und das schlechte Ergebnis für das bisherige Maskottchen der Parteilinken, Claudia Roth."

    Sie schreiben ferner:
    "Seit zehn Jahren führt sie die Grünen, ist bekannt für den einen oder anderen schrägen Auftritt, für einen emotionalen Politikstil."

    Als solches und als ein "flippiges" und emotionales "Aushängschild" einer offenen Partei schätze ich sie auch.

    Natürlich wird sich jeder Stimmberechtigte fragen müssen, ob mit einer bestimmten Person (Außenministerinnen-Kandidatin) Wahlen zu gewinnen sind. Dazu ist Frau Roth sicherlich weniger repräsentativ.
    Und Frau Künast hat ohnedies gezeigt, dass Sie das nicht kann (Berlin).

    Ich denke nicht, dass Frau Künast, die besser abschnitt, als Frau Roth, auch das bessere "Maskottchen" abgäbe - höchstens besser für den Gegner.

    Eine Leserempfehlung
  1. "Die inzwischen knapp 60.000 Grünen-Mitglieder sind viel seriöser und viel weniger links drauf, als es der Parteiführung bisher bewusst war." Woran erkennt man die Seriosität der Grünen? Daran, dass sie "viel weniger links" sind, als jemandem bewusst war? Das ist die Logik des Satzes. Das ist die undeklarierte Logik der ZEIT. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Und wünschen viel Erfolg bei der konformen Anbiederung an die Seriosität der Rechten. Irgendwie kommt einem das bekannt vor, wenn man die deutsche Geschichte betrachtet.

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    • Socke9
    • 10. November 2012 17:54 Uhr

    Sie vergessen dass dies ein Kommentar von Frau Caspari ist :)

    • TDU
    • 10. November 2012 14:03 Uhr

    Was jetzt passiert bleibt abzuwarten. Für Roth und Künast muss die Entäuschung riesengroß sein und ich kann mich eines gewissen Mitgefühls nicht erwehren.

    Mich erstaunt immer wieder der Unterschied konservativ wertkonservativ. Die Konservativen haben also keine Werte? Überschneidungen sowieso ausgeschlossen?

    Für mich ist der Grund für diese Unterscheidung die Verschleierung dessen, dass die alt gewordenen 68iger die Werte, die sie früher bekämpft haben wieder schätzen. Geld, Posten und geordnete Verhältnisse (brauchen sie auch für Politik, klar).

    Aus der "Wiederentdeckung" des Konservativen wird zur Beruhigung der Irritation und Wahlwirksamkeit dann eben wertkonservativ.

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    • edgar
    • 10. November 2012 14:15 Uhr

    "wertkonservativ" vs. "konservativ":

    http://de.wikipedia.org/w...

    Genau dieser Unterschied zeichnete doch die CDU, die sich gerne als "konservtaiv" sieht und sah, aus: dass es ihr vor allem darum ging Machtstrukturen zu erhalten.

    Womit ich nicht sagen will, dass es bei anderen nicht ähnlich sei und auch nicht, dass die CDU mittlerweile nicht mehr "konservativ" im Sinne dieses Sprachgebrauchs ist - sie ist es m.E. jedoch nicht mehr so durchgängig.

    • hf50
    • 10. November 2012 14:06 Uhr
    5. [...]

    Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
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    • hf50
    • 10. November 2012 19:23 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf die Verbreitung von Verschwörungstheorien und diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/fk.

    • Kiira
    • 10. November 2012 14:13 Uhr
    6. Bravo!

    Danke, dass die Grünen uns Roth und Künast als Teil des Spitzenduos erspart haben.

    Claudia Roth ist sowieso eine der nervigsten Politikerinnen des Landes - sagen selbst Grünwähler. Renate Künast hat sich bei der Berlin-Wahl als Zauderliesel ohne politischen Instinkt entpuppt.

    Jetzt darf man gespannt sein, was Trittin und Göring-Eckhardt an grüner Themensetzung hinbekommen werden.

    Denn sonst gilt: It's the economy, stupid!

    5 Leserempfehlungen
    • edgar
    • 10. November 2012 14:15 Uhr

    "wertkonservativ" vs. "konservativ":

    http://de.wikipedia.org/w...

    Genau dieser Unterschied zeichnete doch die CDU, die sich gerne als "konservtaiv" sieht und sah, aus: dass es ihr vor allem darum ging Machtstrukturen zu erhalten.

    Womit ich nicht sagen will, dass es bei anderen nicht ähnlich sei und auch nicht, dass die CDU mittlerweile nicht mehr "konservativ" im Sinne dieses Sprachgebrauchs ist - sie ist es m.E. jedoch nicht mehr so durchgängig.

    2 Leserempfehlungen
  2. Naja, wer es jetzt noch nicht kapiert hat das "die Grünen" sich perfekt in die Riege der anderen etablierten Parteien eingegliedert haben... Warum sollte man die Grünen denn eigentlich noch wählen? Sie haben es auch schon öfter's bewiesen (mit der CDU koalieren, unter der SPD alles abnicken...) das sie nicht für irgendeine Art der Veränderung einstehen.

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    • kamy
    • 10. November 2012 16:57 Uhr

    ... gibt es doch:

    Die Grünen sind die CDU ohne CSU.
    Die Erzkonservativen, Bayrisch-Katholischen fehlen halt - ein Betreuungsgeld hätten die Grünen nie gemacht.

    Die Grünen sind jetzt irgendwie württembergisch: man hat was und pflegt es und geht zum Ökobauern und bastelt und tüftelt an Windrädchen.

    • lxththf
    • 10. November 2012 17:54 Uhr

    sich die Mühe zu machen und einfach ein Wahlprogramm zu lesen. Dieses ewige "Die sind ja eh alle gleich" ist doch nun wirklich nicht zielführend. Natürlich gibt es starke Unterschiede zwischen Grün, Rot, Schwarz, Pink, Orange usw. aber man muss sich eben auch die Mühe machen, das zu suchen. Und dann sollten Sie nicht übersehen, dass es einen großen Unterschied gibt, zwischen Bundespolitik (Rot-Grün) und Landespolitik (z.b. Schwarz-Grün). Allein hier sind doch die Inhalte und Ansprüche ganz andere und darum wählt man ja 2 mal (also sowohl in seinem Bundesland, wie auch den Bundestag).
    Ich versteh diesen sich verbreitenden Populismus einfach nicht. Politik ist im Übrigen nicht nur die Kunst gewählt zu werden, sondern vor allem auch Kompromisse zu finden, vielleicht auch mal von der eigenen Position abzurücken, zielführend zu arbeiten um am Ende das Beste für die Gemeinschaft nach bestem eigenen Wissen und Gewissen zu erreichen. Das mag sehr idealistisch klingen, aber am Ende ist das ein Teil der politischen Realität. Keine Partei wird am Ende des Tages alle eigenen Positionen durchpressen können und das ist richtig so, allein schon für den Fall, des Irrtums. Wie blockierende Koalitionsarbeit und falsche Kompromissbereitschaft aussehen kann, konnte man leider aktuell bei Schwarz-Gelb sehen. Das ist leider das Risiko der Politik.

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