Der Bundesnachrichtendienst in Pullach (Archiv) © Sebstian Widmann/AFP/GettyImages

Eine Gruppe konservativer Geheimdienstmitarbeiter , Politiker und Wirtschaftslenker hat 1970 für die damalige Opposition aus CDU und CSU einen Nachrichtendienst gegründet, der weltweit vertrauliche Informationen beschaffte. Wie aus Unterlagen hervorgeht, die dem ZEITmagazin vorliegen, hatte Franz Josef Strauß den Dienst unterstützt. Helmut Kohl wusste demnach von dessen Existenz.

Hintergrund der Gründung war dem ZEITmagazin zufolge die Ostpolitik des ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlers Willy Brandt . Brand hatte 1969 sein Amt angetreten und Verhandlungen mit den kommunistischen Machthabern in Moskau aufgenommen.

Leiter des Dienstes war dem Bericht zufolge ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, Hans Christoph von Stauffenberg. Ihm halfen unter anderem der CSU-Bundestagsabgeordnete Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg , der Großvater des gleichnamigen späteren Bundesverteidigungsministers , und der Unternehmer Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein.

Der Dienst bestand bis Ende 1982, als die Union unter Helmut Kohl wieder die Regierung übernahm. Die Analysen des Geheimdienstes gingen an ausgewählte Politiker, Journalisten und Wirtschaftsführer. Nach den Akten, die der Zeitschrift vorliegen, kostete der Nachrichtendienst mehrere Millionen Mark.