Die GrünenWas wird aus Claudia Roth?

Die Urwahl war eine Klatsche für Claudia Roth. Für Montag früh ist ein Statement angekündigt. Wird sie zurücktreten? Einige Spitzen-Grüne wollen, dass sie weitermacht. von dpa und dapd

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth  |  © Ole Spata/dpa

Wie lange wird Claudia Roth noch an der Parteispitze der Grünen stehen? Am Montagmorgen um 08.00 Uhr will sie bekanntgeben, ob sie für den Vorsitz erneut kandidiert. Anschließend findet in Berlin eine Bundesvorstandssitzung statt. Die Wahl der Parteispitze findet dann am kommenden Wochenende auf dem Parteitag in Hannover statt.

Roth hatte bei der Urwahl für die beiden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl 2013 eine schwere Niederlage erlitten. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Urwahl, bei der Fraktionschef Jürgen Trittin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt als Spitzenduo hervorgingen, äußerte sich Roth erst mal gar nicht. Nur auf Facebook schrieb sie knapp : "Ich gratuliere von Herzen Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt . Das ist Demokratie!"

Anzeige

Vor der Urwahl hatte sie noch angekündigt, unabhängig vom Ausgang der Basisbefragung beim anstehenden Bundesparteitag Mitte November in Hannover wieder für den Vorsitz der Grünen zu kandidieren. Bei der Urwahl für die beiden Spitzenkandidaten kam Roth mit 26,18 Prozent abgeschlagen auf Rang vier hinter Trittin (71,9), Göring-Eckardt (47,3) und Renate Künast (38,6).

Grünen-Politiker stehen hinter Roth

Es sei offen, wie Roth sich entscheide, hieß es in Parteikreisen. Sie habe sich am Sonntag mit Mitarbeitern getroffen und viel telefoniert. Führende Grünen-Politiker drängen Roth, erneut zu kandidieren. "Ich wünsche mir, dass Claudia Roth ein gutes Ergebnis beim Parteitag bekommt", sagte Göring-Eckardt der Bild am Sonntag .

Grünen-Fraktionsvize Frithjof Schmidt sagte der tageszeitung : "Claudia Roth hat die Partei in den vergangenen Jahren maßgeblich zusammengehalten und immer integrierend gewirkt." Er kenne niemanden in der Partei, der nicht hofft, "dass sie dies als Vorsitzende auch im wichtigen Wahljahr tut", sagte Schmidt.

"Claudia Roth sollte wieder antreten. Sie ist eine sehr gute Parteivorsitzende", sagte der Grünen-Politiker Toni Hofreiter der taz . Die Urwahl sei kein Votum der Basis darüber gewesen, ob sie eine gute Vorsitzende sei. Auch Cem Özdemir hatte der taz bereits am Samstagabend gesagt: "Es ist keine Schande, bei einer Urwahl nicht einen der beiden Spitzenplätze bekommen zu haben."

Auch über Twitter zeigten sich viele Grünen-Politiker mit Roth solidarisch. "Claudia hat unglaublich viel für uns geleistet und ist eine top Politikerin und Wahlkämpferin, wir brauchen sie als Bundesvorsitzende 2013!", schrieb Sven Kindler. Auch Dieter Janecek und Volker Beck sicherten Roth über Twitter ihre Unterstützung zu.

Künast sagte derweil der Leipziger Volkszeitung , sie wolle ihre politische Karriere mit aller Kraft fortsetzen. Die Parteimitglieder hätten jetzt entschieden. "Allerdings nur über die Frage der Spitzenkandidatur, nicht darüber, wer eine gute Parteivorsitzende oder wer eine gute Fraktionsvorsitzende ist."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Morlaix
    • 11. November 2012 17:00 Uhr

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    • PRB
    • 11. November 2012 19:09 Uhr

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/fk.

    • Kanzel
    • 11. November 2012 15:28 Uhr

    Ein Rücktritt wäre Konsequent. Claudia Roth verkörpert die Seele der Grünen, die die Partei so nicht mehr sieht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Man muss ja nicht gleich immer weit hergeholte Schlüsse ziehen.
    Ok, die Mitglieder haben sich für Trittin und Göring-Eckardt als Spitzenkandidaten entschieden. Das heisst aber noch lange nicht, dass sich die Mitglieder nicht für Frau Roth entscheiden werden, wenn es um den Vorsitz geht.
    Ich rechne da eher mit einem guten Ergebnis für sie.

    • Fireman
    • 11. November 2012 15:38 Uhr
    3. [...]

    Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se

  2. Die oftmals als "Bundesbetroffenheitsbeauftragte" hatte nie einen echten Platz in der realen Politik. Es kam viel heiße Luft, aber nie etwas Konkretes. Ich habe schlichtweg keine Ahnung wofür diese Frau steht. Außer das sie - laut eigener Aussage - gute Meze machen kann... -_-

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    *betitelte

    doch als Vorsitzende dieser Illusionistenpartei.

  3. *betitelte

    Antwort auf "...und tschüss!"
  4. Meiner Meinung nach hat sie der Partei geschadet.
    Zu viele Fehltritte. Ihre Kommentare zeugen nicht von Kompetenz.

    Und sie wird mit Sicherheit nicht verhungern oder verarmen.
    Dafür ist sie in BRD in besten Händen, was Politiker angeht.

  5. .
    ... nonchalanten Verrat Jockel Fischers an den friedensbewegten Gründungsstatuten seiner politischen Wiege auf dem Weg in den Yougoslawienkrieg, weiter über die aktive Mittäterschaft bei Gerd Gazproms Verkauf von 80 Mio Deutschen in die Hartz-Sklaverei bis runter zu Kretschmanns "realpolitischem" (sprich opportunistischem) Einknicken bei S21 einen geradezu atemberaubenden Verfall von der anfänglichen Partei der Inhalte zu einer abstossend "realistischen" (siehe oben) Postenschachertruppe auf dem beschämenden Niveau ihrer etablierten Konkurrenz hingelegt.

    Man höre die Einschätzung des anfänglichen Gründungsmitgliedes Jutta Ditfurth zu Grüner Partei und grüner Wählerschaft.

    Prägnanter und integerer lässt sich die Situation der Grünen nicht zusammenfassen.

    (Kein Link, findet jedermann flott in jedem besseren Internet.)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lxththf
    • 11. November 2012 16:12 Uhr

    der böse, böse Realismus. Wirklich furchtbar und vor allem, dass sich eine Partei weiterentwickeln kann. Das schädlichste in einer Demokratie sind Populismus und ideologischer Dogmatismus und von beiden haben die Grünen sich entfernt und das ist richtig so. Aber Sie würden wahrscheinlich lieber in griechischen und spanischen Verhältnissen leben? Dann ist es jedoch auch nicht richtig.
    Von Zeit zu Zeit ist ein Sozialstaatsabbau notwendig, um überhaupt das Sozialsystem dauerhaft retten zu können und wer davor die Augen verschließt und Träume hegt, dass es immer so weitergehen könnte, wird Probleme bekommen. Nun gibt es neue Probleme, die mit den Harzreformen entstanden sind, die es zu lösen gilt. Altersarmut, Bekämpfung des Niedriglohnsektors etc.
    Und was die Friedensbewegung angeht. Pazifismus hat Grenzen immer dann, wenn tatsächlich in einem Land ethnische Säuberungen stattfinden und hier sei noch mal an das Massaker von Srebrenica erinnert.
    Und direkt zum Thema. Wenn man die Wahl hat, zwischen mehreren Kandidaten, dann gibt es nunmal Sieger und Verlierer und es sei nochmal darauf verwiesen, dass eine Stimme für Trittin oder G.E. keine Stimme GEGEN Roth ist. Man sollte das nicht so hochkochen und das Ergebnis realistisch einschätzen.

    … hat nichts mit "realpolitik" zu tun, sondern mit demokratie. der volksentscheid zum thema hat (von meiner und seiner position abweichend) hervorgebracht, dass die mehrheit der stuttgarter und auch der baden-württemberger für das bauprojekt ist, so albern und geldverschwenderisch es auch wirken mag. und herr kretschmann ist im gegensatz zu seinem amtsvorgänger demokrat und setzt die entscheidung des volkes um. so einfach ist das.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd, nf
  • Schlagworte Claudia Roth | Katrin Göring-Eckardt | Jürgen Trittin | Renate Künast | Grüne | Grüne
Service