FDP NiedersachsenMehr als 30 Stimmen gegen Rösler

"Ich weiß, dass ihr verunsichert seid", sagte der FDP-Chef Niedersachsens Delegierten. Nur 88 Prozent wählten ihn auf den ersten Platz der Landesliste zur Bundestagswahl. von dpa und dapd

Philipp Rösler beim FDP-Landesparteitag in Osnabrück

Philipp Rösler beim FDP-Landesparteitag in Osnabrück  |  ©Friso Gentsch/dpa

Der FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler wird die niedersächsischen Liberalen in den Bundestagswahlkampf 2013 führen. Ein Landesparteitag in Osnabrück wählte ihn mit 88 Prozent auf Platz eins der Landesliste. Für den Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler stimmten 258 Delegierte. Gegen ihn wurden 32 Stimmen abgegeben. Es gab zwei Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen.

Generalsekretär Patrick Döring wurde auf Listenplatz zwei gewählt: Er bekam 146 Ja- und 48 Nein-Stimmen. Die Vorsitzende der niedersächsischen Landesgruppe in der FDP-Bundestagsfraktion, Angelika Brunkhorst, bewirbt sich auf Listenplatz drei um ein Mandat in Berlin . Derzeit sitzen neun FDP-Abgeordnete aus Niedersachsen im Bundestag . Rösler hat bisher kein Abgeordnetenmandat. Der frühere niedersächsische Wirtschaftsminister war nach der Bundestagswahl 2009 in die Bundesregierung berufen worden, damals zunächst als Gesundheitsminister.

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"Viel Luft nach oben"

Rösler ging in seiner Rede vor allem auf die Situation in Niedersachsen ein, wo am 20. Januar der Landtag neu gewählt wird. "Ich weiß, dass ihr verunsichert seid", rief er seinen Parteifreunden zu. "Charmant gesagt gibt es da noch richtig viel Luft nach oben." Er griff auch Kritik an seiner Amtsführung auf: "Ich weiß, man hätte das eine oder andere im Amt des Parteivorsitzenden auch anders, um nicht zu sagen besser machen können. Aber: Immer dann, wenn die Partei mich brauchte, war ich da." Derzeit liegt die niedersächsische FDP in Umfragen bei drei Prozent.

Bei der Landtagswahl 2008 erreichten die Liberalen 8,2 Prozent und 15 Mandate im Landtag von Hannover . Derzeit bildet die FDP mit der CDU unter deren Ministerpräsident David McAllister die Regierung in Niedersachsen.

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Leserkommentare
    • iSinn
    • 10. November 2012 17:26 Uhr

    Medien kommunistisch verordnete 90plus-Ergebnisse? Alles darunter wird dem Medienkonsumenten als Ablehnung und Misserfolg verkauft. Schon ein eigenartiger Interpretationsversuch. Sind wir denn in China?

    via ZEIT ONLINE plus App

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    Weil innerparteiliche Demokratie in demokratischen Parteien unüblich ist. Das können Sie schön oder hässlich finden, es bleibt aber wahr. Wahlergebnisse, die den Spitzenkandidaten nicht zum Messias küren, gelten deshalb als Niederlage. Dafür kann der Artikelschreiber nun wirklich nichts. Aber wie sagte schon Rösler: "Ich weiß, dass ihr verunsichert seid..."

    • Kelhim
    • 10. November 2012 17:49 Uhr

    Wer hat die Praxisgebühr denn überhaupt erst in die Gesundheitsreform hineinverhandelt? Die schwarz-gelben Bundesländer im Bundesrat.

    Dass man aus den eigenen Fehlern lernt: Gut so, meinen Respekt!

    Dass man damit offenbar Wahlkampf betreiben will, obwohl alle Fraktionen im Bundestag einstimmig für die Abschaffung votierten, nachdem man sie selber als Partei erst für die Einführung gesorgt hat, ist ein bisschen heuchlerisch.

  1. die FDP hat sich mit vielen Versprechen nach Jahrzehnten an die Macht zurückgehievt. Die Wähler vergleichen nun die Versprechen mit der Realität.
    Dass viele Fehler der Koalition NUR der FDP anhaften ist sicherlich auch ein Fehler der Medien aber überraschend ist der Sturzflug der Leichtmatrosen nicht.

    • doch40
    • 10. November 2012 21:05 Uhr

    Das sind ja Prozentzahlen wie bei der SED. Wenn da mal nicht was schief gelaufen ist.

  2. Ein für die FDP unglaubwürdiger Schritt. Bleibt doch Herr Westerwelle mit seiner "spätrömischen Dekadenz" unvergessen.

    Die FDP ist so sehr mit illustren Interna beschäftigt das ihr die Ausrichtung und die Agenda abhanden gekommen ist. Ziellos treibt sie auf dem Ozean der Politik hin und her.

    Mit "Tschüss Praxisgebühr" werden die Liberalen jedenfalls nicht Geschichte schreiben...

  3. Eigentlich würde ich Ihnen gerne zustimmen wollen, aber sehen Sie sich die letzten Wahlergebnisse an. Dort sehen Sie mMn. gut, wie viele Leute sich von der FDP (noch) angesprochen fehlen. Die FDP wird (leider) auch 2013 wieder in den Bundestag einziehen, dafür wird schon gesorgt werden....

    Antwort auf "Normal nicht"
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    Ich fürchte, dass Sie vermutlich Recht haben. Deshalb bin ich ja auch der Ansicht, dass die FDP immer noch überbewertet wird (auch mit 4% in den Umfragen, die bei geringer Wahlbeteiligung schnell mehr werden). Anders ist die Anwesenheit der FDP in den Parlamenten nicht zu erklären.

  4. Weil innerparteiliche Demokratie in demokratischen Parteien unüblich ist. Das können Sie schön oder hässlich finden, es bleibt aber wahr. Wahlergebnisse, die den Spitzenkandidaten nicht zum Messias küren, gelten deshalb als Niederlage. Dafür kann der Artikelschreiber nun wirklich nichts. Aber wie sagte schon Rösler: "Ich weiß, dass ihr verunsichert seid..."

  5. Ich fürchte, dass Sie vermutlich Recht haben. Deshalb bin ich ja auch der Ansicht, dass die FDP immer noch überbewertet wird (auch mit 4% in den Umfragen, die bei geringer Wahlbeteiligung schnell mehr werden). Anders ist die Anwesenheit der FDP in den Parlamenten nicht zu erklären.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa, sc
  • Schlagworte FDP | Niedersachsen | Philipp Rösler | Bundesregierung | CDU | Bundestag
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