Der frühere Bundespräsident Christian Wulff wird vor der Staatsanwaltschaft Hannover von seinem langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker belastet. In einer mehr als 50 Seiten starken Stellungnahme, behauptet Glaeseker laut Spiegel und Bild am Sonntag , Wulff habe bei der Behörde falsch ausgesagt.  Wulff hatte als Zeuge ausgesagt, nur vage von Glaesekers Reisen zu dem Party-Manager Manfred Schmidt gewusst zu haben. Während Glaesekers Urlauben habe keinerlei Kontakt bestanden.

Laut Glaeseker können jedoch mehrere Menschen bezeugen, dass Wulff zu Glaeseker während dessen Urlauben telefonisch Kontakt hielt und auch über Glaesekers Aufenthalte bei Schmidt in Frankreich und Spanien informiert war. Glaeseker verweise unter anderem auf das Reisetagebuch seiner Frau, in dem mehrere Einträge auf Telefonate, Faxe und SMS-Nachrichten zwischen Glaeseker und Wulff hindeuteten.

Ermittler des Landeskriminalamtes werfen Glaeseker vor, als Regierungssprecher in Niedersachsen für drei Veranstaltungen des sogenannten Nord-Süd-Dialogs Sponsoren akquiriert zu haben, mit denen Schmidt mindestens 871.644 Euro verdient haben soll. Im Gegenzug hierfür soll Glaeseker 18 Freiflüge und 17 Urlaube von dem Party-Veranstalter bezahlt bekommen haben. In einem Ermittlungsbericht des Landeskriminalamtes heißt es, Schmidt habe Glaeseker mit Gratisreisen "angefüttert".

Glaeseker will Sabine Christiansen als Zeugin

Insgesamt 18 Freiflüge in einem Gesamtwert von 8.860 Euro sollen Glaeseker und seine Ehefrau Vera auf Kosten des Eventmanagers genutzt haben, berichtete der Spiegel . Bei 17 Urlaubstrips zu Schmidts Ferienresidenzen in Spanien und Südfrankreich solle das Ehepaar mindestens 26.572 Euro an Übernachtungskosten gespart haben.

Glaeseker bestreitet die Vorwürfe in seiner Stellungnahme vehement, wie es in den Berichten heißt. Er habe Schmidt nicht geholfen, weil er eine Gegenleistung erwartet habe, sondern weil er ein guter Freund sei. Die freundschaftliche Verbindung zu Schmidt könne durch zahlreiche Zeugenaussagen belegt werden wie etwa von der Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen , um deren Vernehmung Glaeseker bitte. Gegen Wulff und Glaeseker wird in getrennten Verfahren wegen des Verdachts der Vorteilnahme ermittelt.