Rechtsextremismus"Die Neonazis horten die Waffen"

Die Innenminister von NRW und Bayern warnen vor schwer bewaffneten Rechtsextremisten. Die Gefahr weiterer rechter Terroranschläge in Deutschland sei groß. von dapd

Die rechtsextreme Szene hat sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger ( SPD ) schwer bewaffnet . Dadurch steige die Gefahr weiterer rechter Terroranschläge in Deutschland. "Die Neonazis horten die Waffen, um gegen den politischen Gegner oder die Polizei vorzugehen", sagte Jäger im ZDF heute-journal .

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ( CSU ) teilt die Sorgen seines Kollegen. "Hier sind Leute mit einer extrem harten ausländerfeindlichen, rechtsextremen Einstellung unterwegs", sagte Herrmann in der Sendung. Die Gefahr sei "sehr groß, dass sie mit Waffengewalt gegen Bürger vorgehen".

Anzeige

Die Anschläge der Zwickauer Terrorzelle oder die von Anders Breivik in Norwegen würden dabei wie ein Motivationsschub wirken. "Wir beobachten, dass der ein oder andere Neonazi mit Bewunderung auf diese Mordtaten schaut und sich sagt, wenn die das konnten, traue ich mir das auch zu", so Hermann.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • istklar
    • 02. November 2012 8:05 Uhr

    Die reißerische Formulierung hätte man evtl. mit einem entsprechenden Foto hinterlegen sollen, statt mit einem Sammelsurium an nostalgischen und alles andere als schweren Waffen. Da hortet ja der Durchschnittsamerikaner schwereres Gerät im Küchenschrank. Naja, oder der Sportler nebenan, wenn man den Kompositbogen beachtet...

    Aufmerksamkeit gegenüber Rechtsextremismus ist nie falsch, aber wenn man offensichtlich übertreibt, schadet das mehr als es hilft.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hoplon
    • 02. November 2012 9:02 Uhr

    "Die reißerische Formulierung hätte man evtl. mit einem entsprechenden Foto hinterlegen sollen, statt mit einem Sammelsurium an nostalgischen und alles andere als schweren Waffen. Da hortet ja der Durchschnittsamerikaner schwereres Gerät im Küchenschrank."

    Wenn sich die Kameraden so leicht bewaffnen könnten wie die in den USA hätte man sicherlich ganz andere Dinge bei ihnen gefunden. Vielleicht ein paar Sturmgewehre?
    Nur nochmal zur Erinnerung:
    In Ruanda reichten Macheten aus um einen Genozid einzuleiten. Ich bin dzbgl. froh das wir in D strengere Waffengesetze haben.

    Aber in einem Pkt gebe ich Ihnen recht, ich könnte auch die Wände hochgehen wenn damit Politik gemacht wird.
    Ein Bsp. aus Dresden. Bei einer Razzia im alternativen Wohnprojekt "Praxis", welches etwa ein Jahr zuvor am 19. Feb von Neonazis angegriffen wurde (nicht zum 1. Mal) fanden Beamten auch schwere Waffen. Es handelte sich im Wesentlichen um Steine, die als Wurfgeschosse verwendet werden konnten, eine Zwille, ein paar Sturmhauben und Propaghandamaterial.

    Noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen waren dankte der FDP Vorsitzende Zastrow den Beamten, welchen ein großartiger Schlag gegen den Linksextremismus gelungen sei.
    (frei zitiert)

    Auf solche Statements kann ich gut und gern verzichten.
    Ich erwarte eine fachlich qualifizierte, nüchterne Analyse von den Verantwortlichen in der Öffentlichkeit.

    • FZ
    • 02. November 2012 9:22 Uhr

    Das Mauser Modell 98 (im Bild in mehreren Versionen zu sehen) ist eine Kriegswaffe im riesigen Kaliber 7,92 x 57, die in der Hand eines geübten Schützen böse Löcher an Stellen machen kann, wo ich es bevorzuge, keine zu haben. Unter harmlos verstehe ich persönlich was Anderes - zumal da eine bessere Sportwaffe im Kaliber .22 bereits geeignet ist, bei entsprechendem "Gebrauch" tödliche Verletzungen herbeizuführen.

    Wenn man keine Ahnung hat...

    der Hand vor.

    Das würde ich für unsere Verhältnisse bereits als ziemlich schwer bewaffnet bezeichnen.
    Es ist müßig Vergleiche zu ziehen, da wir hier nun mal in Deutschland sind. Ich habe hier noch keinen Toyota-Pickup mit aufmontiertem Maschinengewehr gesehen, daher halte ich die abgebildeten Waffen in der Hand von Zivilisten für gefährlich.

  1. 2. [..]

    Entfern. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Die Redaktion/ls

  2. Ich halte diese Panik vor Rechtsextremen, die man jeden Tag lesen muss, für stark übertrieben.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/ls

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    man muß sich fragen, was damit bezweckt wird und welche Absicht dahinter steckt? Ich nehme an, bewusste Ablenkung vor wirklich relevanten gesellschaftlichen Problemen, die man aus pc-Gründen nicht lösen kann.

    • istklar
    • 02. November 2012 8:44 Uhr

    Sorry, aber die hier dargestellten Waffen, hauptsächlich Karabiner aus dem 2. Weltkrieg zuzüglich Pistolen aus dem Ostblock und den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sind nunmal sachlich betrachtet alles, aber keine "schweren Waffen".

    Bei den Ostprodukten handelt es sich sicherlich um die reichlich vorhandenen Schwarzmarktartikel aus dem zerfallenen Ostblock während die Mehrheit der Waffen sogenannte Dachbodenfunde sein dürften - Opa hat sein Einzelschusskarabiner in der Auflösungserscheinung der Wehrmacht eingepackt und auf dem Dachboden gehortet, nur zur Sicherheit. Und der Enkel findet's beim Ausmisten Jahrzehnte später. Ich hätte mehr Angst, mit den Dingern zu schießen, als damit bedroht zu werden... von der "Handlichkeit" eines Karabiners und seiner Eignung für terroristische Aktionen mal ganz zu schweigen.

    Antwort auf
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • istklar
    • 02. November 2012 19:17 Uhr

    Ich möchte diese Waffen auch nicht verharmlosen - generell sind Schusswaffen immer gefährlich und potenziell tödlich. Aber ich kritisiere nach wie vor die hier verwendete Sprache, die bewusst erheblich übertreibt. Mit "schweren Waffen" liegt man hier gründlich und vermutlich gewollt weit über den Tatsachen. Hätte man Maschinengewehre, professionellen Sprengstoff und Raktenwerfer gefunden, hätte man diese Begrifflichkeit sicherlich verwenden können.

    Ob das schön ist, dass ich mich mit Waffen auskenne, sei mal dahin gestellt. Aber in der Regel freue ich mich, wenn ich mich mit Sachgebieten auskenne und dann in der Lage bin, zu erkennen, wie der weniger sachkundige Bürger in Richtungen gelenkt wird, die nicht durch die Sachlage vorgegeben sind. Die gute Sache wird nicht immer besser, weil man Tatsachen überhöht.

  3. das "Strecke legen" ist in Verein mit der schlagwortgeschwängerten Sachverhaltsdarstellung wie üblich kritiklos und von keiner fachkenntnis getrübt.

    Es gehört sich eigentlich auch für einen IM nicht so mit Bildern von asservaten die öffenrliche Meinung manipulieren zu wollen, sondern er hat eben auch aufzulisten was von den gezeigten Asservaten denn überhaupt, nach KTU, noch schussfähig ist!

    Zudem sollte das ganze unsachliche Gewinsel über Schusswaffen nicht dazu führen, dass die bei Rechtsextremisten oft genug ebenfalls sichergestellten USBV völlig unverdient in den Hintergrund gedrängt werden! Warum eigentlich, weil man damit beim "Bürger" keine so wohlfeilen wie falschen Eindrücke erwecken kann?

    Der IM will sich hier nur, politikertypisch, billigst profilieren!

    Übrigens, auch Kartuschmunition ist keineswegs harmlos, damit sind auch schon Morde begangen und Suizide ausgeführt worden.

    MfG KM

    Antwort auf
    • negve
    • 02. November 2012 8:51 Uhr

    Eine Kugel tötet, mehr oder weniger effektiv. Und diese Waffen wurden a) hergestellt, um zu töten und b) angeschafft, um zu töten.

    Wir sind hier nicht in einem Hollywood-Film mit Flammenwerfern und Browning M2s. So sieht die Realität aus.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • istklar
    • 02. November 2012 8:57 Uhr

    Nein, wir haben keine Flammenwerfer bei Extremisten erwartet ;) Aber bei großspurig angekündigten "schweren Waffen" sicherlich mehr als halbautomatische, minderwertige Ostblockreste und Militaria, die bald ihr 100-jähriges feiern.

    Wie gesagt, alles was hier abgebildet wurde, liegt weit unter dem, was z.B. in den USA für den Heimbedarf legal erworben werden darf. Das "weit" müsste man unterstreichen. Weder Technik noch Erhaltungszustand dieser Waffen hier ist sonderlich bedrohlich für die Staatsmacht. Insofern ist die Begrifflichkeit einfach übertrieben.

    • istklar
    • 02. November 2012 8:57 Uhr

    Nein, wir haben keine Flammenwerfer bei Extremisten erwartet ;) Aber bei großspurig angekündigten "schweren Waffen" sicherlich mehr als halbautomatische, minderwertige Ostblockreste und Militaria, die bald ihr 100-jähriges feiern.

    Wie gesagt, alles was hier abgebildet wurde, liegt weit unter dem, was z.B. in den USA für den Heimbedarf legal erworben werden darf. Das "weit" müsste man unterstreichen. Weder Technik noch Erhaltungszustand dieser Waffen hier ist sonderlich bedrohlich für die Staatsmacht. Insofern ist die Begrifflichkeit einfach übertrieben.

  4. Also wenn das wirklich die Waffen auf den Fotos sind, dann ab zum Antiquitätenhändler. Der Großteil davon war schon während des 2 Weltkrieges völlig veraltet.
    Es sind aber die illegalen modernen Waffen um die es geht. Und die wird man offenbar nicht habhaft, oder sie sind nicht so verbreitet wie die reißerische Überschrift vermittelt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte CSU | SPD | ZDF | Anschlag | Einstellung | Innenminister
Service