Rechtsextremismus : "Die Neonazis horten die Waffen"

Die Innenminister von NRW und Bayern warnen vor schwer bewaffneten Rechtsextremisten. Die Gefahr weiterer rechter Terroranschläge in Deutschland sei groß.

Die rechtsextreme Szene hat sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger ( SPD ) schwer bewaffnet . Dadurch steige die Gefahr weiterer rechter Terroranschläge in Deutschland. "Die Neonazis horten die Waffen, um gegen den politischen Gegner oder die Polizei vorzugehen", sagte Jäger im ZDF heute-journal .

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ( CSU ) teilt die Sorgen seines Kollegen. "Hier sind Leute mit einer extrem harten ausländerfeindlichen, rechtsextremen Einstellung unterwegs", sagte Herrmann in der Sendung. Die Gefahr sei "sehr groß, dass sie mit Waffengewalt gegen Bürger vorgehen".

Die Anschläge der Zwickauer Terrorzelle oder die von Anders Breivik in Norwegen würden dabei wie ein Motivationsschub wirken. "Wir beobachten, dass der ein oder andere Neonazi mit Bewunderung auf diese Mordtaten schaut und sich sagt, wenn die das konnten, traue ich mir das auch zu", so Hermann.

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Kommentare

47 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Schwer bewaffnet?

Die reißerische Formulierung hätte man evtl. mit einem entsprechenden Foto hinterlegen sollen, statt mit einem Sammelsurium an nostalgischen und alles andere als schweren Waffen. Da hortet ja der Durchschnittsamerikaner schwereres Gerät im Küchenschrank. Naja, oder der Sportler nebenan, wenn man den Kompositbogen beachtet...

Aufmerksamkeit gegenüber Rechtsextremismus ist nie falsch, aber wenn man offensichtlich übertreibt, schadet das mehr als es hilft.

Was gilt bei Ihnen als schwer bewaffnet? Haubitzen?

"Die reißerische Formulierung hätte man evtl. mit einem entsprechenden Foto hinterlegen sollen, statt mit einem Sammelsurium an nostalgischen und alles andere als schweren Waffen. Da hortet ja der Durchschnittsamerikaner schwereres Gerät im Küchenschrank."

Wenn sich die Kameraden so leicht bewaffnen könnten wie die in den USA hätte man sicherlich ganz andere Dinge bei ihnen gefunden. Vielleicht ein paar Sturmgewehre?
Nur nochmal zur Erinnerung:
In Ruanda reichten Macheten aus um einen Genozid einzuleiten. Ich bin dzbgl. froh das wir in D strengere Waffengesetze haben.

Aber in einem Pkt gebe ich Ihnen recht, ich könnte auch die Wände hochgehen wenn damit Politik gemacht wird.
Ein Bsp. aus Dresden. Bei einer Razzia im alternativen Wohnprojekt "Praxis", welches etwa ein Jahr zuvor am 19. Feb von Neonazis angegriffen wurde (nicht zum 1. Mal) fanden Beamten auch schwere Waffen. Es handelte sich im Wesentlichen um Steine, die als Wurfgeschosse verwendet werden konnten, eine Zwille, ein paar Sturmhauben und Propaghandamaterial.

Noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen waren dankte der FDP Vorsitzende Zastrow den Beamten, welchen ein großartiger Schlag gegen den Linksextremismus gelungen sei.
(frei zitiert)

Auf solche Statements kann ich gut und gern verzichten.
Ich erwarte eine fachlich qualifizierte, nüchterne Analyse von den Verantwortlichen in der Öffentlichkeit.

Harmlos...

Das Mauser Modell 98 (im Bild in mehreren Versionen zu sehen) ist eine Kriegswaffe im riesigen Kaliber 7,92 x 57, die in der Hand eines geübten Schützen böse Löcher an Stellen machen kann, wo ich es bevorzuge, keine zu haben. Unter harmlos verstehe ich persönlich was Anderes - zumal da eine bessere Sportwaffe im Kaliber .22 bereits geeignet ist, bei entsprechendem "Gebrauch" tödliche Verletzungen herbeizuführen.

Wenn man keine Ahnung hat...

Stellen Sie sich einfach einen Mob mit diesen Antiquitäten in

der Hand vor.

Das würde ich für unsere Verhältnisse bereits als ziemlich schwer bewaffnet bezeichnen.
Es ist müßig Vergleiche zu ziehen, da wir hier nun mal in Deutschland sind. Ich habe hier noch keinen Toyota-Pickup mit aufmontiertem Maschinengewehr gesehen, daher halte ich die abgebildeten Waffen in der Hand von Zivilisten für gefährlich.

Erfreuliche Tatsache

Nein, wir haben keine Flammenwerfer bei Extremisten erwartet ;) Aber bei großspurig angekündigten "schweren Waffen" sicherlich mehr als halbautomatische, minderwertige Ostblockreste und Militaria, die bald ihr 100-jähriges feiern.

Wie gesagt, alles was hier abgebildet wurde, liegt weit unter dem, was z.B. in den USA für den Heimbedarf legal erworben werden darf. Das "weit" müsste man unterstreichen. Weder Technik noch Erhaltungszustand dieser Waffen hier ist sonderlich bedrohlich für die Staatsmacht. Insofern ist die Begrifflichkeit einfach übertrieben.