Die Aussteigerhotline des Verfassungsschutzes für Linksextremisten  hat sich als wenig gefragt erwiesen. Von Oktober 2011 bis September 2012 haben sich nach Angaben der Bundesregierung 33 Personen auf der Kölner Nummer gemeldet – die meisten jedoch zum Spaß. "In 25 Fällen ist von einer nicht ernst gemeinten Kontaktaufnahme zum Aussteigerprogramm auszugehen", heißt es in einer Antwort der Regierung auf eine Frage der Linksfraktion.

Deren innenpolitische Sprecherin Ulla Jelpke nannte das Aussteigerprogramm "einen einzigen Flop". "Ein junger Mann aus Bayern hat, angeblich mit Hilfe des Verfassungsschutzes , die autonome Szene verlassen – das ist die gesamte Erfolgsbilanz des Programms ein Jahr nach seiner Gründung." Insgesamt habe es drei ernsthaft Ausstiegswillige gegeben.

Obwohl sich nur acht ernsthafte Anrufer bei der Hotline gemeldet haben, will die Bundesregierung das Programm beibehalten. 

Vor einem Jahr hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) vor einer Zunahme linksextremistischer Umtriebe gewarnt. Die Sicherheitsbehörden beobachteten "eine besorgniserregende Entwicklung linksextremistisch motivierter Straf- und Gewalttaten", hatte er gesagt. Das Aussteigerprogramm sei jetzt ein offenes Angebot, "aus der Spirale von linksextremistischer Ideologie und Gewalt auszusteigen".

Jelpke gibt zu bedenken, dass Menschen, die die linke Szene verlassen möchten, dies auf einfachere Weise tun könnten. "Es gibt bei Linken keinen Grund zur Sorge vor Fememorden, Rachezügen gegen Verräter oder vor ähnlichen Bedrohungen wie bei Nazis ."