Verteidigungsminister Thomas de Maizière erwägt einen Bundeswehr-Einsatz in Mali ohne Bundestagsmandat. Ob die Zustimmung des Parlaments nötig sei, hänge vom genauen Auftrag ab. "Wir klären jetzt erst einmal, was unser Auftrag sein könnte und was wir für dessen Erfüllung bräuchten", sagte der Minister der Süddeutschen Zeitung . "Wenn das ein Mandat erforderlich macht, dann werden wir dies selbstverständlich im Bundestag anstreben."

Die Bundesregierung hatte bereits mehrfach eine Entsendung von Kampftruppen in den nordafrikanischen Staat ausgeschlossen . Auch de Maizière machte nun deutlich, dass Deutschland sich nicht an einem möglichen internationalen Kampfeinsatz beteiligen werde.

"Unsere Aufgabe könnte vielmehr sein, die malischen Streitkräfte auszubilden." Zur Frage, wann deutsche Soldaten nach Mali geschickt würden, sagte der Minister: "Das steht nicht fest."

"Im Norden regieren Steinzeit-Islamisten"

Die Lage in Mali sei schlimm. "Im Norden regiert eine Mischung aus Steinzeit-Islamisten, Terroristen und Tuareg." Deren Herrschaft zu beenden sei aber die Aufgabe der afrikanischen Staaten, sagte de Maizière. "Aber wir könnten den Afrikanern helfen." Dafür werde die EU bis Mitte November ein Konzept entwickeln.

Auf die Frage nach französischem Druck, sich an einem Kampfeinsatz zu beteiligen, sagte der Minister: "Was Druck angeht, sind wir völlig unempfindlich." Frankreich habe "ein besonders hohes Interesse, die Ordnung in seinem ehemaligen Kolonialgebiet wiederherzustellen".