Piratenpartei : Wenn Piraten bestrafen
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 "Das wird langsam therapiebedürftig"

Jabbusch hält die Veröffentlichung unbewiesener Vorwürfe gegen Parteimitglieder nicht für einen Einzelfall. "Viel zu oft werden in unserer Partei Leute mit 'aus Versehen' öffentlich gewordenen Ordnungsmaßnahmen oder versuchten Parteiausschlussverfahren gemobbt", schreibt er auf seinem Blog . Sobald die Betroffenen versuchen würden, die Vorwürfe aufzuklären, werde ihnen vorgeworfen, Streit zu schüren.

Das Schiedsgericht hat den Antrag aus unbekannten, formalen Gründen bereits abgelehnt, aber die Vorwürfe nicht inhaltlich geprüft. Genau darauf drängt nun Jabbusch, denn er will nicht, dass die Behauptungen immer noch unaufgeklärt im Raum stehen. Am Freitag wird das Schiedsgericht der Piratenpartei auf seinen Antrag hin entscheiden. Verkehrte Rollen: Der Angeklagte will die Vorwürfe besprechen, der Vorstand unter Anger schweigt.

Schon bei der letzten Schiedsgerichtssitzung im Fall Jabbusch war es am vergangenen Samstag hoch her gegangen. "Das wird langsam therapiebedürftig", sagte ein älterer Pirat zu Jabbusch. Ein anderes Mitglied schrie nach der Sitzung beinahe den Vertreter des Parteivorstands an, dieser solle doch einfach die Forderung von Jabbusch erfüllen. Der Vorstand solle Schluss machen mit dem Streit und das Problem lösen.

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Kommentare

38 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Vorhang auf

Die Partei lebt, was sie propagiert, und das kann man nicht von vielen behaupten. Sie ist fehlerbehaftet und wirkt manchmal chaotisch, aber das macht sie doch irgendwie menschlich und sympathisch.

Schwarze Schafe gibt's auch bei den Piraten zuhauf, aber mit den berüchtigten "shitstorms" und der blanken Öffentlichkeit wird kurzer Prozess mit solchen Leuten gemacht. Das gefällt mir und das wird der politischen Kultur bei den Piraten hoffentlich insofern gut bekommen, dass es den Aufstieg von integren Menschen begünstigt, die sich sonst gegen die harten Karrieristen nicht durchsetzen können.

So zumindest mein Wunschgedanke, und dann wären die Piraten auch wählbar. Zumindest ein mal probeweise.

Natürlich gibt's das woanders nicht

Sie tun ja gerade so, als gäbe es Missstände nur bei den Piraten.
Dabei erinnern Sie sich doch so gut wie ich z.B. an die Geschichte von Fr. Wulff, da wurden CDU-intern von Parteineidern Gerüchte gestreut, sie hätte eine Vergangenheit in der Rotlichtszene.

Aber die etablierten Parteien verteilen viel effektiver Mundverbot und dadurch dringt viel weniger von diesen hässlichen Internalia nach außen.

Ja, ich finde es sympathisch und menschlich, wenn eine Partei sich öffnet und auch Missstände und ihr hässliches Gesicht nach außen kehrt.

Denn das gibt mir Hoffnung, das sich die Dinge bessern können. Denn wenn man den Mantel des Schweigens darüber legt wie im CDUFDPSPDGRÜNE Block, wuchert das Unkraut nur umso stärker.

Nein, die gibt es dort nicht jede Woche und medial zelebriert

Dass Menschen sich mal streiten, steht ja gar nicht zur Diskussion.

Es geht um die Häufigkeit und Aggressivität von in aller Öffentlichkeit ausgefochtenen Kämpfen in einer relativ kurzen Zeit (ein Jahr!). Sympatisch findet das niemand, den ich kenne, und mein Vertrauen in ihre Fähigkeit, kompliziertere Probleme zu lösen, tendiert mittlerweile gegen null.

Ich kann nicht bestätigen, dass es anderswo genauso chaotisch und hässlich zuginge, tut mir leid.

Falsch.

Der Wähler hat die Wahl (!) die Partei zu wählen, die seinen eigenen Interessen am nähsten kommt. Darum geht es. Ein Politiker vertritt nicht die Interessen des Volkes, sondern setzt seine Vorstellungen um, weil WIR ihn dafür legitimieren.
Worauf ich aber eigentlich hinauswollte war, dass ich Fraktionszwang und das ganze Schwarmgerede kritisiere. Ein Politiker muss zu einem Thema seine Meinung sagen können, sich frei äussern dürfen und dann gibt es eben einen Mehrheitsentscheid.
Politiker sind Menschen und keine seelenlosen Werkzeuge und genau dazu werden sie von vielen Demokratieidealisten gemacht. Politiker sind Personen, Menschen (!) und die eigenen Interessen äussern sich nunmal in einem Wahlprogramm und wenn mir das nicht passt, dann wähle ich sie einfach nicht.
Die ganzen Motzer haben nie verstanden, dass beides zwei Seiten der Medaille sind. Wir müssen nicht die CDU SPD usw. wählen ...

Ich wähle keine Idealisten

sondern Realisten und was Sie hier verniedlichen ist schon fresch. Hier wurden Piraten beim Sex gefilmt (es sei dahingestellt, wie es dazu kommen konnte) Computer gehackt und Menschen erpresst und sie reden hier von ein bisschen chaotisch? Das ist kriminell und derjenige, der das ganze öffentlich macht und damit auch etwas Druck von den Betroffenen nimmt wird dafür auch noch abgewatscht? Das ist eben nicht harmlos und die Führung der Partei hat schlicht und ergreifend falsch reagiert.

Unterschied zu den Etablierten???

Wo bitte ist den der Unterschied in der Reaktion der Piraten zu einer etablierten Partei?

Dieser mutige Mann hat den Mantel des Schweigens gebrochen und war transparent. Was hat er dafür bekommen, eine Dankeschön. NEIN!

Er würde erst öffentlich beschuldigt ein Krimineller zu sein (ohne schriftliche Zeugenaussagen!) und dann wollte man ihn aus der Partei werfen! Der Antrag ist auch nur wegen eines Formfehlers!!! gescheitert und nicht weil er für unschuldig befunden wurde.

Also bitte, die Handhabung des ganzen Falls klingt für mich doch schon sehr "etabliert"!

Jahre

"Wie viele Jahre dürfen es denn sein? Irgendwann ist der Welpenschutz vorbei, und dann muss man einigermaßen professionell auftreten."

zwei Drittel der jetzigen Mitglieder sind gerademal seit September 2011 dabei, ein Jahr, 95% seit Mai 2009

der schnelle Aufstieg scheint so langsam doch geschadet zu haben,
hoffentlich hält der Kern durch und wählt ab 2017 respektablere Geschäftsführer usw.,
viele der jetzigen Problemköpfe wie Ponader sind für sich nicht komplett destruktiv, aber einfach schlechtes Bild so weit vorne

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was ich erstaunlich finde ist hier und auch sonst die so abgeklärte Rolle der Schiedsgerichte, was ist das überhaupt?
wieso sind gerade die anscheinend so klug besetzt und reagieren gemäßigt während Parteiführung und breite Massen eher hitzköpfig sind,
können nur die in Satzungen nachschauen und formale Fehler feststellen, die Parteiführung mit ihren Anträgen aber nicht selber?

wäre anscheinend besser wenn diese Leute die Partei anführten..

Widersprüche

Eine Partei, die sich Transparenz ganz groß auf die Fahnen schreibt und selbst nicht transparent sein will, vernichtet sich selbst.

Wenn die Vision nicht mit dem eigenen Willen übereinstimmt, also diametral zu den eigenen Werten ist und immer nur auf den anderen zielt,dann tritt hier der Wille zur Macht mit schamloser Arroganz auf.

Damit lässt sich nur mit Unterstützung der Medien eine halbwegs hochgejubelte Alternative erzeugen, die allerdings der Realität nicht standhalten kann...

Idealisten?

Ich würde anlässlich dieses Falles höchstens sagen: Idealisten fürs Ausleben des eigenen Ego.
Wer es damit bis in die Spitzen gebracht und diesen oder jenen Shitstorm überwunden oder sich zu Nutze gemacht hat, blockt dann offenbar, sobald er in der neuen Nomenklatura oben Wurzeln schlägt.
Wieso sonst verurteilt man Jabbusch von oben herab für das Herstellen von Transparenz, für die die Partei angeblich eintritt.

"Meine Damen und Herren, hier können wir live erleben, wie sich

ein Haufen von Idealisten in Politiker verwandelt."

Nicht verwechseln: Die Ideen sind idealistisch. Wie bei allen neuen Parteien sind aber auch bei den Piraten ein paar schräge Gestalten dabei, die mit fragwürdigen Methoden Machtpositionen erreichen und Politik machen möchten.

Solche Vorgänge brauchen immer auch Medien, die mitspielen oder Spielbereitschaft signalisieren.