ZEIT ONLINE: Wie sehen Sie die Occupy-Bewegung ?

Langhans: Nicht nur die Piraten, die Jungen überhaupt lassen sich nicht mehr alles bieten. In New York gab es Occupy, auf dem Tahrir-Platz die Demonstranten. Durch das Internet ist der Glaube an die neue Welt überall verbreitet. Im Netz sind die Alten nicht, da ist kein Geld, kein Materialismus, keine Geschlechter. Da gibt es all die schönen Dinge und unheimlich viel Kommunikation. Und was ist letztlich die höchste Form von Kommunikation? Liebe!

ZEIT ONLINE: Sind die Piraten eine Partei der Liebe?

Langhans: Allerdings, aber das darf man ihnen nicht sagen. Das sind Techniker, die haben von Liebe keine Ahnung.

ZEIT ONLINE: Haben Sie selbst mit Technik viel am Hut?

Langhans: Es geht. Ich bin auf Facebook und Twitter und habe eine Webseite, aber ich bin eher ein Offliner. Ich kenne einige Piraten, Johannes Ponader zum Beispiel oder viele von den alten Achtundsechzigern, die jetzt bei den Piraten sind.

ZEIT ONLINE: Lernen die von Ihnen oder lernen Sie von ihnen?

Langhans: Ich versuche, ihre Sprache und Kommunikation zu lernen. Ob sie von mir lernen, bezweifle ich. Die Spackeria hat mich einmal als Keynote-Speaker eingeladen und dann wieder ausgeladen. Es gab einen großen Shitstorm, vor allem von den Frauen. Ich glaube, ich bin der Pirat, der sie erst morgen sein werden. Mit Themen und einer persönlichen Entwicklung, die sie noch vor sich haben.