Parteitag : Nichts Knackiges von den Piraten

Das Programm zu oberflächlich, das Versprechen auf Basisdemokratie nicht erfüllt: Auf ihrem Parteitag können die Piraten nicht überzeugen, kommentiert Lenz Jacobsen.

Die Piraten nehmen von ihrem Bundesparteitag in Bochum zwei respektable Erfolge und zwei fatale Probleme mit zurück ins politische Alltagsgeschäft.

Auf der Haben-Seite steht: Der Beweis, dass sie inhaltlich arbeiten können und wollen. Wirtschaft, Europa , Umwelt – all das kommt jetzt zumindest vor in ihrem Programm. Erfolg Nummer zwei: Geradezu beiläufig ist es ihnen gelungen, die sonst chronischen Personalstreitereien an diesem Wochenende weitgehend zu befrieden, weitere Skandälchen zu vermeiden.

Genau das waren die beiden Hauptkritikpunkte an den Piraten in den letzten Monaten, insbesondere die Parteiführung wollte sie endlich widerlegen. Es ist ihnen gelungen. Sie haben das geliefert, was vor allem die Medien von ihnen immer wieder gefordert haben.

Floskeln statt knackige Positionen

Doch auf der Negativ-Seite der Bilanz stehen zwei grundsätzliche Piraten-Probleme, die nach diesem Parteitag so offen zu Tage liegen wie nie zuvor.

Zum einen ist unter den beschlossenen Inhalten kaum eine Forderung oder Position, die so prägnant ist, dass sich allein damit Wähler überzeugen ließen. Am ehesten ist das noch die wirtschaftspolitisch tatsächlich interessante Absage an das Ziel Vollbeschäftigung. Ansonsten: Ganz viele Floskeln und viele Allgemeinplätze, wie man sie auch bei anderen Parteien, vor allem bei den Grünen , findet. Nachhaltigkeit, der Mensch im Mittelpunkt, mehr Teilhabe für alle, und natürlich: mehr Transparenz.

Die Piraten haben ihre Lücken im Grundsatzprogramm gefüllt , das stimmt. Aber mehr auch nicht. Viele der Anträge haben sie erst durchgewunken, nachdem beinahe alles Kontroverse und damit Besondere herausgeflogen war. Deshalb haben sie jetzt ein Wirtschaftsprogramm ohne Aussage dazu, wie sich Markt und Staat eigentlich zueinander verhalten sollen.

Hinter vorgehaltener Hand hadern auch Piraten aus der allerersten Reihe damit: Dieser Parteitag sei bisher der am wenigsten mutige gewesen, sagen sie.

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Kommentare

102 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Für all dies braucht man die Piraten nicht

denn dafür ist die Linke im Bundestag.

Das ist auch der Grund, warum ich die Piraten ablehne, obwohl mir ihre Freiheitspolitik gefällt. Sie nehmen nicht von denen, die den Schaden angerichtet haben, wie etwa CDU oder SPD und FDP, sondern das Erstarken der Piraten hat die einzige wirklich klare Opposition im Bundestag geschwächt: Die Linke. Zudem würden die Piraten im Bundestag eine große Koalition zementieren solange sie nicht regierungsbereit sind, was sie bei der derzeitigen SPD nie sein werden. Die ist eben konservativ.

Eine Partei wie die Piraten hat nur eine Chance, wenn sie auch bei den Konservativen fischt, ansonsten schadet sie ihren Ideen und Zielen mehr, als sie ihnen nützt.

"die Linke geschwächt"

Was zu begrüßen ist. Unter vielen Oppositionswählern werden die Piraten wahrscheinlich auch deshalb vorgezogen, weil ihrer Entstehungsgeschichte nicht so ein "G'schmäckle" anhaftet. Ich meine das nicht polemisch. Ich persönlich wäre nicht allzu glücklich mit einem Deutschland, in dem die "einzige wirklich klare Opposition im Bundestag" vom Nachschlag der SED betrieben wird und ich frage mich ernsthaft, wie einer heute die Linken wählen kann ohne dabei vor dem politischen Vermächtnis ihrer Vorgänger zu erschauern.

"G'schmäckle"

Das sogenannte "G'schmäckle" haftet meiner Meinung nach eher den (West)Blockparteien im Bundestag an!
Die Linke steht im Gegensatz zu den (Ost)Blockparteien wenigstens zu ihrer Geschichte.

Ich hatte NIE ein Problem mit der Geschichte der PDS/Linke - auch wenn ich z.B. an die "Stasifolterknechte" und "Mauerschützen" aus dem Westen denke, die in den 70/80ern geboren wurden ;-)

Die Linke steht zu ihrer Geschichte?

"Die Linke steht im Gegensatz zu den (Ost)Blockparteien wenigstens zu ihrer Geschichte."

Ich will, dass sich die Linken von den menschenverachtenden Praktiken der DDR distanzieren. Dass die Linken DDRisiert werden, wie eine selbsternannte Menschenfreundin hier schreibt, liegt doch nicht am Betrachter. Es liegt an den Linken, die sich weigern, die DDR als Unrechtsstaat anzuerkennen. An den Linken, die die Aussage verweigern, wenn man sie fragt, wo denn das Parteivermögen der SED hinverschwunden ist.

So eine Partei ist für mich unwählbar, da mögen ihre anderen Überzeugungen sich noch so sehr mit meinen decken.

Dann lesen Sie mal ein bißchen

bei den Piraten auf deren Homepage mit.

Ich rate Ihnen zu der Rubrik, Inneren, Recht, Demokratie, Sicherheit
oder
Außen, Internationales, Frieden.

Oder ganz einfach im Forum mitlesen.

Sie werden sich wundern, wieviel Antisemitismus Sie dort finden. Faierweise muss ich sagen, dass es auch mahnende und abwägende Stimmen gibt, aber die anderen verschaffen sich mehr Raum und Gehör. So schallt deren Meinungskundgebung ungleich lauter aus der Piratenhomepage.

Außerdem kommt in Diskussionen oder mailinglisten immer wieder ein fieser Sprachduktus zum Vorschein, den man auch auf ganz anderen Seiten finden kann. Zu manchen Themen ist der Ton im Forum latent frauenfeindlich, ausländerfeindlich und demokratieverächtlich.

Für jemanden, der/die sich ernsthaft mit Politik beschäftigt, ist die PP nicht wählbar.

Wenn das alles sein und werden soll?

Wenn die Parteiziele heißen: "Ich bin jung und umsonst im Internet", dann hat sich das bald erledigt.
Keine Verantwortung, kein Leitbild, kein Ziel!

Im Kreistag Vorpommern-Greifswald sitzt auch ein Pirat (ex-NPD übrigens) - von dem noch keine einzige Wortmeldung, keine einzige Beschlussvorlage, nichts kam. Nun muss man nicht zwangsläufig auf alle schließen - offenbar gibt es bei den Piraten sehr viele extrem Sendungsbewusste. Aber: Was senden sie denn?
Dass unsere Jugend inhaltslosem Jugendgefühl hinterherläuft, ist das Ergebnis unserer Politik und Entwicklung in der Vergangenheit! Wenn anstatt Werten, Ideen und moralischen Grundsätzen nur "Jung" und "Mediennutzung umsonst" gegenüberstehen, dann wird mir bang um unsere Zukunft. Aber: Vielleicht erledigt sich das doch von selbst.
Positiv ist der Fortschritt und die Offenheit der meisten Medien: Über diesen Parteitag wird überall auf Seite 1 oder als erste Nachricht in den Sendern berichtet. Das war zur Anfangszeit der Grünen noch ganz, ganz anders.

Absurd

"Wenn anstatt Werten, Ideen und moralischen Grundsätzen nur "Jung" und "Mediennutzung umsonst" gegenüberstehen (...)"

Mal das Parteiprogramm zu lesen, ist von Ihnen wohl zuviel verlangt. Sie lesen bloß ein paar Artikel in Medien, die sich tendenziell auf Anti-Piraten-Berichterstattung verständigt haben, und die Partei bereits auf wenige Schlagworte reduzieren, und bilden sich dann Ihre Meinung anhand des wenigen, was Sie davon überhaupt verstehen... und heraus kommt dann sowas wie o.g. Zitat. Bravo!

Leute wie Sie führen sämtliche Bemühungen von Kreisen wie den Piraten, sich für bessere Information und mehr Beteilung und Eigenverantwortung des Bürgers am politischen Prozess einzusetzen, ad absurdum.

Wohlfeil

"...ganz einfach, weil sie es sind, die mit ihrem Renommee dahinterstehen, die sich durch solide Arbeit und Kompetenz Macht verdient haben. "

Sehr geehrter Herr Jacobsen,

meinen Sie das ernst? Wie heißt es im NDR: "Das Beste... sind unsere Seilschaften." Ihr Piratenbashing ist wohlfeil.

MFG
Rolf Sturm

Seilschaften?

Liebe/r Toscana2,
natürlich meine ich das Ernst, sonst hätte ich es ja nicht geschrieben. Es gibt durchaus Machtstrukturen, die auch auf Kompetenz und Aufgabenverteilung beruhen und nicht nur auf Klüngel – sogar in den "Altparteien"!
Wenn die Piraten hilfreiche, mutige und durchdachte Vorschläge von Arbeitsgruppen deshalb ablehnen, weil sie spontan ein Haar in der Suppe finden oder den Antragssteller irgendwie nicht mögen, dann mag man das zwar vielleicht noch als "Beteiligung" loben, politisch wünschenswert finde ich es wirklich nicht.

Ich würde mir weniger Unvoreingenommenheit wünschen

"Wenn die Piraten hilfreiche, mutige und durchdachte Vorschläge von Arbeitsgruppen deshalb ablehnen, weil sie spontan ein Haar in der Suppe finden oder den Antragssteller irgendwie nicht mögen, dann mag man das zwar vielleicht noch als "Beteiligung" loben, politisch wünschenswert finde ich es wirklich nicht."
In solch einem Fall wird der Antrag nämlich meistens Modular abgestimmt. Was meiner Meinung nach noch besser ist als einem Antrag zuzustimmen hinter dem ich gar nicht zu 100% stehe. Der Zusatz " ... weil sie einen Antragssteller nicht mögen..." ist eine Unterstellung und sollte vom Moderator zensiert werden. Gerade weil Ihre Meinung als Autor teilweise für bare Münze genommen werden könnte.
Ich denke um diese Partei kritisieren zu dürfen sollten Sie sich erstmal ernsthaft mit Ihr auseinandersetzen und nicht bloß an der Oberfläche Kratzen und von der Farbe des Lacks auf die Leistung des Motors schließen.

Jakobsen, Sie schreiben einen Kommentar!

Und hier behaupten Sie, mit Ihrem Text echten Journalismus abgegeben zu haben.
Nur weil Sie irgendwo dabei waren, bedeutet das doch nicht, dass das was Sie dazu sagen wahr ist. Fragen Sie mal andere, die auch dabei waren. Da hören Sie eben auch andere Meinungen. Und dann noch zu argumentieren: Glauben sie mir, ich war dabei!
Was'n Witz! Ihre Logik ist einfach nur bizarr!
Sie als Journalist verwechseln aber Ihre Meinung und Ihren Kommentar mit einer Recherche oder einem Bericht.
Dann gehen Sie besser noch einmal in die Schule und Lehre.

Der Schuß ging nach hinten los!

Der Auftritt Ihrer Partei muß Ihnen selbst schon sehr peinlich gewesen sein - anders ist Ihre unverschämte Reaktion - Sie behaupten, der Autor lügt, wohl kaum zu erklären.

Aber, Gott sei Dank, waren Sie nicht der Einzige, der den Auftritt dieser Chaos-Truppe in Augenschein nehmen konnte, es gibt genug Zeugen für das - noch einmal - in großen Teilen kindische Verhalten der Protagonisten.

Wo hat Moritz behauptet, der Autor lüge????

wo sagt Moritz, Piraten seine seine Partei???

Jakobsen schreibt - wie eingangs zu lesen ist -: "...Auf ihrem Parteitag können die Piraten nicht überzeugen, kommentiert Lenz Jacobsen."
Jakobsens Text ist also ein Kommentar.

Auf Kritik reagiert der Autor Jakobsen dann mit allgemeinen Definitionen des Journalismus und behauptet, weil er dabei gewesen sei, sei das, was er schreibt - in seinem Kommentar! - dann auch die richtig (Wahrheit etwa? - keine Ahnung ob richtig = wahr sein soll).

Zu sagen wie Jakobsen in seinem Kommentar #34: "Glauben Sie mir, es war so, ich war dabei." - ist schlicht nicht journalistische Art und Weise, seine Beobachtungen zu rechtfertigen. Das ist eben sein Kommentar, es so zu schildern, wie er tat, aber nur sein Standpunkt. Denn andere sahen es sicher anders.

Und weil Moritz das feststellt soll er in Ihren Augen, Moika, den Autoren der Lüge bezichtigen? Oh jemineh. Merkwürdige Schlussfolgerung!

Man mag die Piraten mögen oder nicht. Von Moritz haben Sie nirgendwo gelesen, dass er Pirat, also Piraten-Wähler sei, noch, dass er irgendwen der Lüge bezichtige. Hätte Moritz auch viel zu tun.

Dumm gelaufen.

Lenz Jacobsen hat dezidiert festgestellt, er habe auf dem Parteitag - vor Ort also - die Ereignisse mitgeschrieben.

Sie behaupten, das könne nicht sein, Sie hätten ganz Anderes, Gegenteiliges erlebt. Und damit implizieren Sie schlicht und einfach, Jacobsen habe die Unwahrheit gesagt, also gelogen.

Die Deutsche Sprache kann sehr direkt sein - und läßt dann keine Zweifel an der Aussage. Ihr ganzes drumherum Gerede hätten Sie sich sparen können. Sie sollten sich lieber entschuldigen.

Antwort zu 50. Dumm gelaufen.

Und die Beobachtungen von Herrn Jacobson sind unfehlbar?

Ein Journalist müsste eigentlich wissen, dass man zumindest versuchen sollte, solche Behauptungen ("Anträge daran gescheitert sind, dass viele den Antragssteller oder sein Auftreten nicht mochten: Glauben Sie mir, es war so, ich war dabei") zu begründen.

Leider kann ich keine ernsthaften Versuche des Autors hierzu erkennen. Wo sind die konkreten Beispiele, welche diese Behauptung stützen? Wo sind die Stimmen der Menschen auf dem Parteitag, welche ähnliche Beobachtungen gemacht haben? Wo ist die sachlich rationale Begründung, welche die Behauptung unterstützt?

Ist es denn in einer Demokratie nicht mehr erlaubt, nach Begründungen zu fragen? Muss man sich denn jetzt dafür jedes mal entschuldigen?

Grotesk

Der Rechtfertigungs-, Begründungs- und Belegzwang nimmt hier langsam tatsächlich groteske Züge an.
Was bitte und vor allem wie soll man denn an einer Begründung beobachten?
X sagt zu Y: "Du bist ein Idiot." Z steht nebendran, hört das und erzählt es weiter. Wie soll das begründet und belegt werden? Da können Sie neben dem Journalismus dann auch gleich unser gesamtes Justizsystem mit abschaffen, das ja unseligerweise unter anderem auf dem Prinzip der Zeugenaussage basiert.
In diesem Fall also: Mehr als die Aussage "Ich weiß, dass es so war, denn ich war dabei" brauche ich nicht. Was denn noch?
Ihre Argumentation erinnert mich an die eines Chirurgen: Nur das, was man wegschneiden kann, macht auch krank.
Nur das, wofür ich im Internet einen Beleg finde, ist ein Fakt.

Sprachliches Eigentor

Sie haben Recht. Die Deutsche Sprache kann sehr direkt. Aber wer die Unwahrheit sagt, muss noch lange nicht lügen. Zum Lügen gehört der Vorsatz, die Unwahrheit zu sagen. Man muss also wissen, dass die eigene Aussage nicht richtig ist. Wenn man einen Sachverhalt falsch interpretiert, kann es sein, dass man etwas falsch wiedergibt. Dies kann sogar die Unwahrheit sein. Gelogen hat man deshalb noch nicht.

Es allen Recht zu machen...

Natürlich können Sie alles hinterfragen und den Wahrheitsgehalt der Meldungen und Berichte bezweifeln.

Ich frage Sie: Halten Sie es unter diesen Umständen für geboten, wenn Herr Jacobsen in seinem Artikel die Reihe in der er stand, die Uhrzeit, die Namen der Beteiligten und gleich bei denen noch einmal nachgefragt, ob die zu dem Gesagten auch stehen würden - am Besten machen die es gleich Handschriftlich, damit auch überhaupt kein Zweifel aufkommt - mit aufgeführt hätte?

Entschuldigung, aber langsam wird diese Debatte lächerlich.

Antwort zu 57. Grotesk

Grotesk ist das richtige Wort für ihren Beitrag.

Der Autor hat ja seine Beobachtungen nicht einmal beschreiben wie in Ihrem XYZ Beispiel. Eine solche Beschreibung der Beobachtung wäre dann das von mir geforderte Beispiel.

Ich mach das jetzt einfach einmal beispielhaft:

"Die Piraten habe einige Anträge abgelehnt, weil Sie den Antragssteller bzw. dessen Auftreten nicht mochten. So wurde beispielsweise der Antrag auf Zeitreisen nicht einmal behandelt, dessen Antragssteller mit seinem Zylinder und seiner am Hutband befestigten Spielkarte ein ungewöhnliches Erscheinungsbild abgab." Übrigends das Gegenteil war auf dem Piratenparteitag der Fall!

Außerdem unterstellen Sie mir in ihrem Beitrag einige Dinge welche ich nie gesagt habe! Ich habe z.B. nie behauptet das nur das Internet Quellen bieten kann und über das Justizsystem habe ich ohne gar kein Wort verloren.

Zeitreisen

Das Gegenteil war der Fall? Das heißt: Es wurde einem Antrag auf Zeitreisen stattgegeben, der von einem Mann mit Spielkarte am Zylinder gestellt wurde, und dieses Erscheinungsbild war auf dem Piratenparteitag noch nicht einmal ungewöhnlich?
Nicht dass mich das wundern würde, aber man hätte doch bestimmt etwas darüber gelesen.

Das mit dem Justizsystem war ebenfalls nur ein Beispiel: Jemand sieht oder hört etwas und berichtet darüber. Als Zeuge vor Gericht. Oder eben als Journalist in einer Zeitung.

Was ist das denn für ein Tonfall?

und vor allem was für eine Logik? Wenn ich als Polizist einen Unfall sehe, dann kann ich zwar weitere Zeugen befragen, gebe aber am Ende nunmal das von mir Erlebte zu Protokoll. Was ist Ihr Problem? Wenn der Redakteur vor Ort war und sein Bild in einem Artikel wiedergibt, dann ist das Journalismus. Es ist sehr merkwürdig, dass sobald ein bissel Kritik an den Piraten aufkommt, tatsächlich sofort mit einer Aggressivität verteidigt wird, dass eine Diskussion schwierig ist.

Was für ein Quatsch

ein Schachverhalt wird immer individuell erlebt und interpretiert und Sie müssten dann quasi nachweisen, warum die Interpretation des Redakteurs falsch sein soll.
Jede Nachricht ist im Endeffekt nur solange wahr, bis sie als falsch nachgewiesen wurde, denn eine objektive Wahrheit ist nun wirklich mehr als nur idealistisch. Also weisen Sie einfach nach, in welchen Punkten der Autor die Unwahrheit sagt und der Nachweis sollte dann mehr sein, als nur Ihre eigene Meinung, denn sonst sind Sie nicht glaubhafter.

Zeugen ein und der selbe Sache

sehen nie immer ein und die selbe Sache. Was ist denn daran so schwer zu verstehen? Sonst könnten Richter sich auf einen Zeugen alleine berufen und müssten nicht weitere Zeugen hören.

Eine Pressekonferenz wird von vielen Journalisten besucht. Aber nie schreiben sie alle dasselbe. Außer man schreibt ab. Wenn einer auf die Frage, wie kommen Sie darauf, dass das so gewesen ist, antwortet, ich war ja schließlich dabei und muss es wissen, dann ist das eben eine Antwort, die dilletantisch anmutet. Darum geht es.

Jakobsen hätte mal konkret die Kritik des users bearbeiten sollen. Aber seine Antwort: ich war dabei, und damit muss gewissermaßen das, was ich geschrieben habe, auch automatisch richtig sein, ist inakzeptabel.

Übrigens erkenne ich nicht, dass man hier im Forum aggressiv reagiert auf Kritik gegen Piraten. Schreiben ist eben eine KUnst, die nicht jeder beherrscht und da kann schon mal eine Formulierung fallen, die vielleicht ein bisschen grass wirkt, aber im Sinne Webers (scharf formuliert) gelesen werden kann.
Also Ihr Piraten-Kritiker: schön locker bleiben. Sooo wichtig sind die Piraten ja auch wieder nicht. Aber die journalistische Arbeit eines Profis sollte Kritik aushalten können. Als LeserIn hat man schließlich auch Ansprüche.

Sorry, aber befassen Sie sich noch einmal mit den Argumenten.

Kommentar vs. journalistische Arbeit. Ich war dabei, also ist richtig, was ich sage. Das ist Rechthaberei pur!... Andere waren auch dabei und haben anderes erlebt. Na und?

Kommentar ist Meinungsäußerung, nicht Bericht. Jeder kann und darf und soll seinen Standpunkt beschreiben. Aber wir wollen doch nicht eine einzige und wahre Darstellung einer Sache lesen. Wir sind doch schließlich nicht in der DDR, China, Putinland oder in Bayern, wo andere Meinungen zu unterbinden versucht wird!

LEsen Sie die Argumente noch einmal und dann

müssten auch Sei mal erkennen, dass neimand dem Jakobsen vorgeworfen hat, er würde lügen: Er hat halt Dinge beschrieben, die andere eben anders gesehen und erlebt hatten. Ja und? Deswegen hat der Jakobsen doch nicht gelogen!

Wenn es für Sie nur ein entweder-oder gibt, ohne Zwischentöne, dann gehen Sie nach China oder ins Putinland. Dort denkt man nur in Schwarweiß.
Hier aber geht es nicht um Lügen sondern um weitere und andere Schlussfolgerungen zu einer Sache.
Tja Deutsch ist eben schwer, wie Sie korrekt erklären.

Dumm gelaufen die Dritte.

Wissen Sie überhaupt noch, warum es letztlich ging? Meine Ausgangskritik bezog sich auf einen Kommentar, in dem sich der Forist sprachlich einfach vergalloppierte. Es ging um wahr, unwahr oder Lüge.

Dann kamen die Trolle die mir weismachen wollten, Unwahrheit und Lügen seien zwei paar verschiedene Schuhe - da Lüge eine Absicht/Vorsatz voraussetzt! Davon, daß jemand absichtlich, also vorsätzlich die Unwahrheit sagt - eben lügt, hat der scheinbar noch nichts gehört.

Ja, ja, Deutsche Sprache schwere Sprache - aber auch eine schöne eben. Wußten Sie übrigens, daß alleine der Sprache wegen viele jüdische Überlebende des Holocaust wieder nach Deutschland zurück kamen? Sie liebten die Sprache - wollten sie einfach hören und sprechen...

Sehen Sie, Moika,

genau das, was hier passiert, ist der Grund, weshalb Demokratie eben so schwer ist.
Die Meinung eines anderen stehen zu lassen,i st Größe. Immer wieder zu insistieren und dem anderen Lüge oder sonstwas zu unterstellen, um seine ideologische Sichtweise durchzupuschen, ist eben keine Grundlage für demokratishe Lösungsuche. Aus diesem Grunde werden die Piraten auch scheitern. Es sei denn, sie passen sich dem normalen Denken an.
Aber Sie zeigen Ihren Humor. Und darauf könnte man nun eine Diskussion aufbauen. Die Sprache der Deutschen ist schon schwierig. Daher sollte man auch immer verschiedene Aspekte berücksichtigen.

Übrigens wurde immer behauptet, Bush habe nie gelogen. Denn lügen hat mit bewusstem Unwahrheitsagen zu tun. Dem einen ist kalt, dem anderen an selbiger Stelle warm. Alles subjektiv. Und darum geht es hier, teilweise!

Übrigens, ganz was anderes, aber weil Sie über Juden sprechen. In der letzten Sendung Jauchs wurde ein kurzer Film gezeigt, wo in der Knesset jemand ein Schild in der Manier "Arbeit macht frei" hochob, auf dem stand "Musik macht frei". Dieses ist unschön. Man kann die Freiheit der Musik nicht in diesen KZ-Zusammenhang stellen, nur um die Friedensbemühungen eines Barenboim zu desavouieren. Aber Sprache macht vieles möglich durch reine Assoziation. Deswegen: mehr Verantwortung im Journalismus.

Zur Demokratie

gehört auch ein konstruktiver Umgangston und da wäre es begrüßenswert auf solche Sätze "Sie als Journalist verwechseln aber Ihre Meinung und Ihren Kommentar mit einer Recherche oder einem Bericht.
Dann gehen Sie besser noch einmal in die Schule und Lehre."
anders zu formulieren, zumal um auf den Ausgang nochmals zurückzukommen. Anwesenheit ist Recherche und ein Kommentar nunmal immer nichts weiter als eine Meinungsäußerung mit einem entweder hohen, oder eher verzichtbaren Informationsgewinn.