ZEIT ONLINE: Bricht die Partei nicht ihr Versprechen, endlich digitale Basisdemokratie zu schaffen?

Schlömer: Das stimmt, aber der Parteitag hat nun mal so entschieden. Landesverbände wie Mecklenburg-Vorpommern sind da schon weiter und haben die ständige Mitgliederversammlung schon eingeführt, andere Länder werden folgen. Zwischen den Parteitagen holt unser politischer Geschäftsführer Johannes Ponader schon jetzt regelmäßig Meinungsbilder der Mitglieder ein. Wir werden unser Versprechen also Schritt für Schritt einlösen.

ZEIT ONLINE: Wie repräsentativ sind diese Meinungsbilder, wenn etwa am Liquid Feedback nur ein Bruchteil der Partei teilnimmt?

Schlömer: Die Beteiligung im Liquid Feedback ist nicht hoch. Aber zumindest kann dort jeder mitmachen. Wir können und wollen unsere Mitglieder nicht zur Beteiligung verpflichten. Das ist bei normalen politischen Wahlen ja nicht anders, da sind die Ergebnisse auch oft nicht repräsentativ.

ZEIT ONLINE: Was ist die größte Herausforderung für die Piraten und Sie persönlich in Hinblick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr? 

Schlömer: Es gibt keinen Druck und keine Herausforderung. Wir sind die Newcomer, die jetzt die Debatte mit den anderen Parteien aufnehmen. Alle Vorteile und Freiheiten sind auf unserer Seite.

ZEIT ONLINE: Nichts, worin die Piraten noch besser werden muss?

Schlömer: Wir müssen einfach vernünftige Angebote machen und Motivation und Zuversicht zeigen.