Peer Steinbrück © Carsten Koall/GettyImages

Die Vortragstätigkeit von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirft erneut Fragen auf. Dieses Mal geht es um eine Zahlung von 25.000 Euro durch die Stadtwerke Bochum . War das Geld eine Spende oder war es ein Honorar? Laut einer von Steinbrück vorgelegten Liste hat er den Betrag für die "Teilnahme am 'Atriumtalk' der Stadtwerke Bochum" im November 2011 von der Hellen Medien Projekte GmbH erhalten.

Die Stadtwerke Bochum bestritten, dass das Geld als Honorar gezahlt worden sei, berichtet die Bild -Zeitung. Die Summe sei als Spende für eine gemeinnützige Organisation gedacht gewesen. "Wir haben zu keiner Zeit Herrn Steinbrück irgendein Honorar gezahlt", sagte ein Sprecher der Stadtwerke der Zeitung.

Schon bei den Anbahnungsgesprächen der beauftragten Agentur mit Steinbrück sei darauf aufmerksam gemacht worden, "dass kein Honorar gezahlt wird, sondern wir gerne bereit sind, einen Betrag von 25.000 Euro für eine von unserem Talkgast zu benennende Stiftung oder karitative Einrichtung zur Verfügung zu stellen", sagte der Sprecher. Dies sei im Fall Steinbrück auch schriftlich in einer E-Mail festgehalten worden.

Angeblich keine Absprachen

Beim Atriumtalk handele es sich um einen "wichtigen Baustein" im "Social Sponsoring" des Unternehmens. Damit solle der Einsatz der Stadtwerke für soziale Einrichtungen öffentlich gemacht werden.

Die SPD widersprach. "Absprachen zur Verwendung des Honorars gab es nicht", zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Parteisprecher. Steinbrück habe das Honorar ordnungsgemäß versteuert. Über Spenden aus seinem Privatvermögen gebe er keine Auskunft. "Das gilt auch in Bezug auf diesen konkreten Fall."

Steinbrück hatte seine Einkünfte aus Vortragshonoraren diese Woche wie angekündigt online veröffentlicht . Der Zusammenstellung der von Steinbrück beauftragten Wirtschaftsprüfer zufolge nahm der frühere Finanzminister von 2009 bis Mitte Juli 2012 für 89 Vorträge insgesamt 1,25 Millionen Euro ein.

Das Regelhonorar betrug dabei 15.000 Euro pro Vortrag, es gab aber auch niedrigere Beträge sowie höhere bis hin zu 25.000 Euro. Weitere Nebeneinkünfte Steinbrücks, zum Beispiel aus Buchhonoraren, sind in der Aufstellung nicht enthalten.