Hans-Georg Maaßen , Chef des Bundesverfassungsschutzes, plädiert für ein zentrales V-Leute-Register. "Ein zentrales Wissen ist unabdingbar, um die jeweiligen V-Leute des Bundes und der Landesbehörden für Verfassungsschutz wirksam steuern zu können", sagte er der Welt am Sonntag .

Das Bundesamt in Köln habe bereits klare Regeln und Kontrollinstrumente. Im Zuge der Reform des Verfassungsschutzes werde nun überlegt, "wie diese Instrumente geschärft beziehungsweise auf den gesamten Verfassungsschutzverbund übertragen werden können".

Ein Verzicht des Verfassungsschutzes auf Verbindungsleute ist aus Maaßens Sicht nicht möglich. "Menschliche Quellen sind und bleiben unverzichtbar, um Erkenntnisse über innere Strukturen und Planungen verfassungsfeindlicher Bestrebungen zu erlangen."

Auch Bosbach für V-Leute-Register

Nur durch den Einsatz von V-Leuten könne der Geheimdienst "Einblicke in extremistische Milieus" gewinnen. "Insbesondere dann, wenn andere Mittel zur Informationsgewinnung nicht ausreichend sind", sagte Maaßen.

Auch der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags, Wolfgang Bosbach , plädierte für ein V-Leute-Register. Zur Zeit müsse der Bund den Ländern melden, wo V-Leute geführt würden – aber umgekehrt bestehe diese Meldepflicht nicht.

Somit wisse die größte Verfassungsschutzbehörde der Bundesrepublik nicht, welche V-Leute für die Länder tätig seien, sagte Bosbach dem RBB-Inforadio. Dies sei eine kuriose Lage. "Hier brauchen wir nicht unbedingt die Klarnamen der V-Leute. Aber wir müssten doch wenigstens wissen, wo und in welcher Funktion diese Rechtsextremisten tätig sind."