Aber Struck war dennoch der Beste für diesen Einsatz: ein Glücksfall für Schröder und Joschka Fischer , die Machtpolitiker. Solche wie diese beiden halten sich in der Politik nicht lange ohne loyale und kluge Helfer, wie Peter Struck einer war. Helfer, die sich voll auf die Aufgabe einlassen und an ihr abarbeiten, notfalls aufreiben.

Im Juli 2004 dann der erste gesundheitliche Rückschlag. Struck erlitt einen Schlaganfall, fiel einige Wochen aus, wollte aber unbedingt weitermachen. So eisern wie an seinen politischen Aufgaben arbeitete er jetzt an seiner gesundheitlichen Genesung.

Freundschaft der Strippenzieher

In der Großen Koalition fiel das Verteidigungsressort dann 2005 aber an die Union, Struck kehrte zurück in die Fraktion. Dass das Bündnis aus Union und SPD in den kommenden vier Jahren hielt und es keine größeren politischen Probleme innerhalb der Regierungskoalition gab, war nicht zuletzt dem Management durch Struck und dessen CDU-Kollegen Volker Kauder zu danken. Veteranen erinnerte das an die Zeit der beiden Fraktionschefs Rainer Barzel und Helmut Schmidt , die während der ersten Großen Koalition in Bonn ähnlich effizient geführt hatten. Kauder und Struck wurden über ihre Zusammenarbeit, soweit das in der Politik möglich ist, zu Freunden.

Am Ende der Wahlperiode aber wusste Struck, dass es nun genug war. 2009 trat er bei der Bundestagswahl nicht mehr an. 29 Jahre als Abgeordneter reichten. Auch die Warnung von 2004, den ersten Schlaganfall, hatte er nicht vergessen.

Er hatte noch viel vor

Fortan aber nur noch Motorradfahren, endlich Klavierspielen lernen und ein wenig Freizeit-Fußball? Dazu war Struck denn doch zu sehr Profipolitiker. Und im Umfeld der SPD gab es noch eine weitere Baustelle, die einen politischen Topingenieur wie ihn gut brauchen konnte: die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Im Dezember 2010 wurde er zum Vorsitzenden gewählt, unbeschadet eines Versuchs des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel , die FES stärker an die Partei zu binden.

Eine Denkfabrik der Sozialdemokratie im engeren Sinne hätte Struck aus der FES wohl nicht gemacht. Aber mehr politisches Profil und mehr Verantwortung sollte sie schon zeigen, wie er meinte. Demokratische und soziale Grundwerte und Zukunftsvorstellungen, national, europäisch und global, sollten das öffentliche Profil der Stiftung stärker prägen. Peter Struck hatte sich viel vorgenommen.

Heute, am 19. Dezember, vor wenigen Tagen für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der FES bestätigt, erlag er den Folgen eines schweren Herzinfarkts.