FlüchtlingePro Asyl erwartet deutlich mehr Asylbewerber in Deutschland

68.000 Menschen haben 2012 einen Asylantrag gestellt. Menschenrechtler erwarten, nächstes Jahr werden es noch mehr. Deutschland habe versäumt, sich darauf einzustellen. von dpa

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist 2012 deutlich gestiegen. Insgesamt baten 68.000 Menschen in diesem Jahr um Aufnahme, wie Handelsblatt Online unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge berichtet. Die Zahl der Antragsteller liege damit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Anträge um 49 Prozent. Damals hatten 46.000 Menschen einen Asylantrag gestellt.

Dem Bericht zufolge registrierte das Bundesamt 2012 besonders viele Asylsuchende aus Serbien und Mazedonien . Zahlreiche Anträge liefen ferner von Menschen aus Afghanistan , Syrien und dem Irak ein.

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Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl rief Bund, Länder und Kommunen auf, zu handeln. "Deutschland wird sich weiter auf einen deutlichen Anstieg einrichten müssen", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. Afghanistan bleibe ein Fluchtland, der Irak sei nach wie vor instabil, und aus Syrien stehe ein großer Zustrom noch bevor.

"Politik der Abschottung in ganz Europa"

Bislang habe Deutschland aber versäumt, sich darauf einzustellen. Der Staat habe die Kapazitäten in Asylbewerberunterkünften in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut, sagte Burkhardt. "Man ging davon aus, dass die Konflikte Deutschland nicht erreichen." Das sei aber ein Trugschluss gewesen.

Burkhardt kritisierte eine Politik der Abschottung gegenüber Flüchtlingen in ganz Europa : "Man schließt die Grenzen, schließt die Augen und sorgt nicht vor." Der Menschenrechtler forderte ein Umsteuern, etwa solle der Staat großzügig Visa an Flüchtlinge aus Syrien vergeben, die familiäre Bindungen nach Deutschland hätten. Auch müsste dringend neuer Wohnraum für Asylbewerber geschaffen werden.

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Leserkommentare
  1. wir in Deutschland immer noch nicht begriffen haben das es ein sehr sehr positives Zeichen wäre Asylanten wie Gäste oder werdende Freunde aufzunehmen.

    Die kommen hier an und könnten bereits nach drei Tagen ein Prozedere durchlaufen haben das klar stellt sie mit einer Aufenthaltserlaubniss auszustatten, zum Beispiel auf Bewährung zur Neuprüfung für ein Jahr und diese dann an Regionen weiter zu leiten denen es wirtschaftlich gut geht und dann sofort mit einer freundlichen Integration zu beginnen, bei Bedarf Sprache etc. und diese dann auch direkt in die Bevölkerung zu mischen und nicht zu kasernieren.

    Würden wir Asylanten gegenüber freundlicher und ehrlicher begegnen würden diese auch sicherlich dankbarer sein und nicht so schnell zum angeblichen Problemfall werden, den wir ja dann geschaffen hätten.

    Als Zuständigen dafür in der Politik einmal nachfragen beim Bürgermeister von Friedrichshain/Kreuzberg in Berlin, der hat bereits in dieser Richtung ein deutliches menschenrechtlich besseres Ergebnis seiner Handlungsweise angezeigt als die Bundesregierung die hier das Ängste machen in der Öffentlichkeit nicht verhindert.

    Wovor haben wir den Angst, vor einer kulturellen Vielfalt oder vor Fremdem?

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    • eins2
    • 28. Dezember 2012 9:21 Uhr

    mit Verlaub, mit der Wirklichkeit wenig zu tun und man kann nur hoffen, dass der IM Friedrich stark genug ist, vernünftige Asylpolitik walten zu lassen.
    Es ist natürlich so und muss so sein, dass Deutschland und nicht nur Deutschland Verfolgten, wie auch immer, Asyl bzw. Schutz gewährt. Allerdings mit Vernunft und Augenmass und allem was dazu gehört.

    gute Frage oder anders wieviel Migranten/Asylanten leben in ihrem Haus oder in ihrer näheren Umgebung. Bin selber Migrant zwar ein Deutscher in einem der klassischen Einwanderungsländer, aber hier sieht man gerade, was man sich da so ins Haus geholt hat (http://www.thenational.ae...).

    Finde jedoch ihre Ansicht zum drei Tage Prozedere interessant, denn was passiert, wenn es zur Ablehnung kommt. Bei denn bisher möglichen massiven Rechtsmitteln die dagegen eingelegt werden können, kann sich das Jahre hinziehen. Sollen diese außer Kraft gesetzt werden?

    Hier mal die Bsp. aus anderen Ländern (http://www.smh.com.au/nat...), wenn sie das in D umsetzen würden, gäbe es einen Aufschrei.

  2. Im Aufmacher für den Artikel auf der Hauptseite heisst es:

    "Etwa 68.000 Menschen haben 2012 einen Asylantrag gestellt. Menschenrechtler erwarten, nächstes Jahr werden es noch."

    Da fehlt das Wort "mehr". ;-)

  3. fand ich folgende Geschichte in der "Süddeutschen Zeitung" über eine Familie aus Syrien.

    http://www.sueddeutsche.d...

    Sie sollen abgeschoben werden.

    Ich hoffe, dass sie bleiben können.

  4. Nehmt den gierigen Unternehmern und Bankern das Geld weg und gebt es den armen Flüchtlingen. Dann ist wenigstens der Anfang des sozialen Ausgleichs zwischen arm und reich getan.
    Die Flüchtlinge sollten uns alle willkommen sein.

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    • JMDGF
    • 30. Dezember 2012 16:37 Uhr

    Nehmt doch den ganzen Reichen auf der Welt ihr Geld weg und verteilt es an die armen der ganzen Welt, was passiert nach der Verteilung, alles wird gut und schön, es gibt Träume sowie Träumer, nur leider haben die beiden Dinge nichts miteinander gemein , es gibt viele träume aber nochmehr Träumer!

  5. Wehrpflicht müssten doch genug leere Kasernen zur Verfügung stehen.

  6. Das deutsche Asylrecht wird kritisiert - von beiderlei politischen Extremen, die Einen beschwören eine Gefahr der "Verfremdung" herauf, die anderen werfen dem Deutschen Staat Untätigkeit bis Unmenschlichkeit vor. Allem voran ist das Thema immer wieder gut um in den Kommentarzeilen den Aufschrei nach sozialer Ungerechtigkeit auf die Liste der Empörungen zu setzen. Ich stimme den vorherigen Foristen dahingehend zu, dass vor allem Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten kein leichtes Schicksal haben. Diese Menschen müssen beschützt werden, und ich möchte auch mit niemanden tauschen dem hier bei uns dann Hang zur Kriminalität und Faulheit vorgetäuscht werden. Vor allem dann wenn man erst nach einer abenteuerlichen Odysse durch halb Europa hier angekommen ist. Leider, und da darf man mir gerne widersprechen, kann auch eine starke Volkswirtschaft nur ein begrenztes Maß an Flüchtlingen aufnehmen. So und jetzt kommen die meisten mit "nehmt es von den Banken"/"Chance statt Problem"/"Fremdenfeindlichkeit". Dies sind Phrasen, die ich nicht weiter kommentiere. Es gibt wohl keinen Königsweg in dieser Sache, und ich verstehe, dass Bürgerkriegsflüchtlingen ein Recht auf Asyl zugestanden werden muss. Nur warum muss dies auch für Menschen aus Serbien und Mazedonien gelten? Natürlich der Lebensstandard dort ist schlechter als bei uns - aber dann müssten wir fast die halbe Welt aufnehmen. Ich denke jedem Sozialromantiker ist spätestens dann bewusst, dass wir dazu nicht in der Lage sind.

    • trik
    • 27. Dezember 2012 21:05 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls

    • eins2
    • 28. Dezember 2012 9:21 Uhr

    mit Verlaub, mit der Wirklichkeit wenig zu tun und man kann nur hoffen, dass der IM Friedrich stark genug ist, vernünftige Asylpolitik walten zu lassen.
    Es ist natürlich so und muss so sein, dass Deutschland und nicht nur Deutschland Verfolgten, wie auch immer, Asyl bzw. Schutz gewährt. Allerdings mit Vernunft und Augenmass und allem was dazu gehört.

    Antwort auf "eine Schande das"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tok
  • Schlagworte Asyl | Geschäftsführer | Konflikt | Syrien | Visum | Afghanistan
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