Bundeswehr : Wehrbeauftragter rügt mangelnde Versorgung von Veteranen

Viele Ex-Soldaten fühlten sich mit ihren Problemen alleingelassen, sagt Hellmut Königshaus. Der Wehrbeauftragte verlangt ärztliche Trauma-Checks für alle.
Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 werden in Torgelow vom Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (rechts) verabschiedet. ©Winfried Wagner/dpa

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hat eine mangelnde Versorgung und Anerkennung ehemaliger Bundeswehrsoldaten mit Einsatzerfahrung beklagt. "Die Wertschätzung, die Veteranen eigentlich überall außerhalb von Deutschland genießen, gibt es hier aus historischen Gründen weniger – um es mal vorsichtig zu sagen." Nötig sei ein eigener Status für Veteranen, forderte der Wehrbeauftragte des Bundestags. Damit solle ihnen vor allem ein besserer Zugang zu ärztlicher Versorgung ermöglicht werden.

Der FDP-Politiker Königshaus sagte, ihm gehe es darum, die Fürsorgepflicht des Soldatengesetzes umzusetzen: "Und diese Fürsorgepflicht gilt auch für ehemalige Soldaten. Sie müssen eine routinemäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchung erhalten, um festzustellen, ob der Einsatz eine Traumatisierung oder andere Probleme nach sich gezogen hat."

"Ihr Problem ist, dass sie sich allein gelassen fühlen mit ihren Problemen", kritisierte der Wehrbeauftragte. "Die Soldaten wollen keine Privilegien, sondern eine angemessene Lösung ihrer Probleme, die sich aus dem Einsatz ergeben haben." Die Veteranen müssten Zugang zum Sanitätsdienst der Bundeswehr erhalten.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière ( CDU ) wollte eigentlich noch 2012 ein Veteranen-Konzept vorlegen. Bisher gibt es aber nur ein Thesenpapier und eine Definition, nach der alle ehemaligen Soldaten mit Einsatzbezug als Veteranen gelten sollen. Was daraus für die Betroffenen folgt, ist noch unklar. De Maizière hatte außerdem vorgeschlagen, die Leistungen ehemaliger Soldaten mit einem bundesweiten Veteranen-Tag alljährlich am 22. Mai zu würdigen.
 

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Scheint kein besonders angesehener Beruf zu sein

Zum Glück ist dessen Ausübung nun auch in den unteren Rängen, wie schon immer bei den höheren Chargen, freiwillig.

Die Politiker schicken diese Soldaten in einen Krieg, der von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung verabscheut wird und wundern sich dann, dass diejenigen, die die dafür notwendige Handarbeit machen, kein besonderes Ansehen genießen.

Ich gehe davon aus, dass dies wohl anders aussehen würde, wenn die deutliche Mehrheit sich mit den Einsätzen der Bundeswehr identifizieren könnte.

Das gegenwärtige Ergebnis ist wohl eine zwingende Folge, wenn eben stur am Willen des Volkes vorbei regiert wird.

Perspektivlosigkeit eines modernisierten Ablasshandels

Frönten nicht selbst noch Intensivmediziner eines Bundeswehrkrankenhauses etwa in Ulm/Do. wie von Sinnen der überaus verqueren Auffassung in der für ausnahmslos jeden wesentlichen Frage, dass illegitim eingeschränkte Gesundheit von keinem gleichsam auf die leichte Schulter genommen werden darf und daher die allem Handeln des Einzelnen stets vorausgehend erhobenen Befunde international vergleichend arbeitender Gesellschaftsforschung notwendig zu achten sind, rehabilitierte bereits das Ablassen von besagtem Unfug militärische Veteranen unwiderruflich.

Das wäre das Mindeste, was man für die Soldaten tun könnte

Sich um sie kümmern, damit sie vom Kriegsmodus ( oder bewaffneten Friedensmissionsmodus) wieder auf Zivil umschalten können.

Neulich gab es an gleicher Stelle einen Bericht über die Drohnenpiloten, die unter ihrer Aufgabe und Last leiden - für die ist Krieg ein Videospiel, sie haben nie die Verantwortung.

Die aber die von Angesicht zu Angesicht mit Menschen zu tun haben und in jedem Moment mit der Waffe in der Hand Verantwortung haben, sie sollten alle Hilfe erhalten, die sie brauchen.

Tja.....

Das ist eben, wenn man Märchen und Images Glauben schenkt. Das die Veteranen kaum einen interessieren und nur noch als Kostenfaktor auftauchen, ist nicht neu. Selbst in den USA und deren Kodex, etc. werden Veteranen in stich gelassen.

Wenn man schon Kriege für Ressourcen im Ausland plädiert, sollte man schon merken, wohin die Reise geht.