Der Wahlkampf-Slogan der CDU für 2013? Wenn es nach Volker Kauder geht, lautet er ziemlich schlicht und einfach: Angela Merkel . "Auf die Kanzlerin kommt es an", sagte der Unionsfraktionschef gerade der Süddeutschen Zeitung , als diese ihn auf die Kampagne für 2013 ansprach.

Der Parteitag, der an diesem Montag in Hannover mit Gremiensitzungen begonnen hat, sei keine reine Krönungsmesse für die CDU-Vorsitzende, beteuern die Parteistrategen. Aber Kauders freimütiges Bekenntnis zeigt, dass sie flunkern. Die rund 1.000 Delegierten kommen vor allem zusammen, um Merkel mit einem fulminanten Ergebnis wiederzuwählen. Vor zwei Jahren wurde die Kanzlerin mit 90,4 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Damals hatte sie angesichts der Streitereien in der Koalition gerade einen "Herbst der Entscheidungen" verkündet. Dieses Mal dürfte die Wahl für sie noch besser ausgehen: Die CDU steht geschlossen hinter der Vorsitzenden.

Bei Merkel hat man sogar inzwischen das Gefühl: Je länger sie den Laden lenkt, desto weniger ist sie umstritten. Seit sieben Jahren ist sie Kanzlerin, seit zwölf Jahren Parteivorsitzende. Auf 38 Prozent kommt die Union in den Umfragen – und das nach vier Jahren schwarz-gelber Durchwurschtel-Koalition.

Emotionslos entließ Merkel im Frühsommer Umweltminister Norbert Röttgen , ihr Wunsch-Bundespräsident Christian Wulff war da wegen seiner vermeintlichen Nähe zu Wirtschaftsmagnaten schon nicht mehr im Amt. Innenpolitische Entscheidungen von Tragweite hat das schwarz-gelbe Regierungsbündnis 2012 nicht mehr getroffen – abgesehen davon, dass die CSU das Betreuungsgeld durchgedrückt hat.

Stellvertreter können der Kanzlerin nicht gefährlich werden

All das tut der Beliebtheit der Kanzlerin keinen Abbruch. Die Gründe sind naheliegend: Offenbar bewundern sie die Bürger vor allem dafür, dass sie wegen all der EU-Krisengipfel quasi nie zu schlafen scheint – und trotzdem die Hand schützend auf Deutschlands Geldbeutel hält. Wenn auch Image und Realität nicht immer ganz zusammenpassen (siehe das neue Griechenland-Hilfspaket ), hat das der 57 Jahre alten Powerfrau bisher nicht geschadet.

Fünf Stellvertreter soll die mächtige Kanzlerin in Hannover an ihre Seite gewählt bekommen: Armin Laschet aus NRW , Thomas Strobl aus Baden-Württemberg , Volker Bouffier aus Hessen , außerdem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Julia Klöckner aus Rheinland-Pfalz . Eigentlich bemerkenswert, gab es doch bisher nur vier Vizeparteichefs. Von den fünf Kandidaten durfte aus parteiarithmetischen Gründen keiner übergangen und Streit sollte vermieden werden. So wird die Zahl der Stellvertreter einfach aufgestockt, Satzungsänderung auf dem Parteitag inklusive.

Im Grunde ist es aber auch egal, wie viele Stellvertreter Merkel am Ende hat: Niemand kann ihr wirklich gefährlich werden. Von Laschet, Strobl und Bouffier hört man kaum ein bundespolitisches Wort, Klöckner inszeniert sich gern als Kanzlerin-Vertraute. Überhaupt will die 39-Jährige erst mal Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz werden.