Angesichts von Euro- und Finanzkrise fordert die CSU nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung von der Europäischen Union drastische Einsparungen. In einem Grundsatzpapier für die im nächsten Monat anstehende Klausurtagung der CSU-Landesgruppe setzt sich die Partei demnach für eine Halbierung der EU-Kommission und eine deutliche Senkung der EU-Verwaltungskosten ein.

Laut der Beschlussvorlage solle die Kommission "künftig nur noch aus zwölf Mitgliedern zuzüglich ihres Präsidenten sowie der Hohen Vertreterin für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik bestehen". Derzeit hat die EU-Kommission einschließlich ihres Präsidenten José Manuel Barroso und der Außenbeauftragten Catherine Ashton 27 Mitglieder. Bisher darf jeder Mitgliedstaat einen Kommissar entsenden, nach der Aufnahme Kroatiens im kommenden Jahr würde die Zahl der Kommissare auf 28 steigen.

Außerdem müssten "die Verwaltungskosten der EU-Organe deutlich gesenkt werden", sagte die Vorsitzende CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt , dem Blatt. Dies gelte auch für die Besoldung der EU-Beamten, hier seien "die Maßstäbe verrutscht". Dies zeige schon die Tatsache, dass jeder sechste Kommissionsbedienstete mehr als 120.000 Euro im Jahr verdiene. Es gehe nicht an, dass die EU von den Mitgliedstaaten "teils drastische Sparmaßnahmen" in den öffentlichen Haushalten verlange, mit dem eigenen Etat aber "eher großzügig" umgehe, sagte Hasselfeldt.

In ihrer Beschlussvorlage plädiere die CSU zudem für direkt gewählte Europaabgeordnete . "Wir streben bereits zur Europawahl 2014 die Einrichtung von Wahlkreisen an, damit die Bürger ihre Abgeordneten auswählen können", heißt es dem Bericht zufolge in der Vorlage. Die Akzeptanz der Europäischen Union in Deutschland möchte die CSU darüber hinaus durch eine stärkere Berücksichtigung der deutschen Sprache in den EU-Institutionen verbessern.