Bundespräsident Joachim Gauck © Fabrizio Bensch/Reuters

Dieser Besuch war Joachim Gauck besonders wichtig: Der Bundespräsident wollte den deutschen Soldaten und Entwicklungshelfern in Afghanistan persönlich und noch vor Weihnachten seinen Dank aussprechen, heißt es aus dem Umfeld Gaucks. Am Montag ist der Bundespräsident zu seinem ersten Besuch in Afghanistan eingetroffen.

Vor Soldaten der Isaf-Truppen lobte Gauck im deutschen Hauptquartier bei Masar-i-Scharif ihren Einsatz und ihre "nicht selbstverständliche Bereitschaft zum Dienen und zur Hingabe". Gleichzeitig sagte er, ihre Arbeit sei noch nicht beendet. In Afghanistan herrschten noch immer kriegsähnliche Zustände. Dennoch wolle er bewusst von einem Erfolg sprechen. Man höre in Deutschland von verwundeten oder getöteten Soldaten , nicht aber von zivilen Errungenschaften wie Stromanschlüssen und Schulabschlüssen.

Er wünsche sich weder Schwarzmalerei noch Schönfärberei, sondern Realismus, sagte Gauck. In Deutschland müsse ehrlich über den Einsatz gesprochen werden. Das "freundliche Desinteresse" der deutschen Öffentlichkeit an diesem Einsatz bereite ihm Sorge.

Besuch war nicht angekündigt

Die Reise des Präsidenten war aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt worden. Gauck wurde von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, begleitet.

Derzeit sind noch gut 4.500 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert, ihre Zahl soll im kommenden Jahr reduziert werden. Bis Ende 2014 soll die Verantwortung für die Sicherheit an die afghanischen Streitkräfte übertragen werden.