NeujahrsanspracheMerkel stimmt Deutsche auf schwieriges Jahr ein

Die schlechtere Wirtschaftslage solle den Bürgern Ansporn sein, sagt die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache. Nur durch Zusammenhalt bleibe das Land erfolgreich. von dpa

Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage hat Kanzlerin Angela Merkel ( CDU ) die Deutschen zu Mut, Leistungsbereitschaft und Zusammenhalt aufgerufen. Das wirtschaftliche Umfeld werde "nächstes Jahr nicht einfacher, sondern schwieriger", sagte die Kanzlerin laut vorab verbreitetem Text in ihrer Neujahrsansprache. "Das sollte uns jedoch nicht mutlos werden lassen, sondern – im Gegenteil – Ansporn sein." In der europäischen Staatsschuldenkrise begännen die Reformen zu wirken. "Dennoch brauchen wir weiterhin viel Geduld. Die Krise ist noch längst nicht überwunden", sagte Merkel.

International müsse noch mehr getan werden, um die Finanzmärkte besser zu überwachen. "Die Welt hat die Lektion der verheerenden Finanzkrise von 2008 noch nicht ausreichend gelernt." Nie wieder dürfe "sich eine solche Verantwortungslosigkeit wie damals durchsetzen". In der sozialen Marktwirtschaft sei der Staat der Hüter der Ordnung, darauf müssten die Menschen vertrauen können.

Anzeige

Die Bundesregierung investiere so viel wie nie zuvor in Bildung und Forschung, sagte Merkel. "Für unser Land bedeutet Forschung Arbeitsplätze. Wenn wir etwas können, was andere nicht können, dann erhalten und schaffen wir Wohlstand." Aus diesem Grund baue die Regierung Deutschland zu einem der modernsten Energiestandorte der Welt um.

Leistungsbereitschaft und soziale Sicherheit

"Wir brauchen für unseren Wohlstand und unseren Zusammenhalt die richtige Balance", sagte die Kanzlerin. "Wir brauchen die Bereitschaft zur Leistung und soziale Sicherheit für alle." In Deutschland gebe es viele mutige und hilfsbereite Menschen. Merkel würdigte nachbarschaftliches Engagement, den Einsatz von Familien für Kinder und Angehörige sowie die Anstrengungen von Gewerkschaftern und Unternehmern, Arbeitsplätze zu sichern. "Sie und viele mehr machen unsere Gesellschaft menschlich und erfolgreich." So sei es möglich geworden, dass es 2012 die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung gegeben habe.

Merkel dankte auch Soldaten, Polizisten und zivilen Helfern, "die unter großen persönlichen Opfern ihren Dienst für uns tun". Die Kanzlerin rief die Bürger auf, im neuen Jahr erneut die größten Stärken unter Beweis zu stellen: "Unseren Zusammenhalt, unsere Fähigkeit zu immer neuen Ideen, die uns wirtschaftliche Kraft gibt. Dann bleibt Deutschland auch in Zukunft menschlich und erfolgreich."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir gemeinsam ( Regierung u. Lobby ) werden weitere Anstrengungen unternehmen um Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen um es den wahren Leistungsträgern zukommen lassen zu können.

    Bilden Sie darum schon jetzt soziale Überlebensgemeinschaften um die kommenden schwierigen Jahre meistern zu können.

    Denn wir brauchen Sie ... siehe Absatz 1.

    42 Leserempfehlungen
  2. Phrasendreschereien zum Jahresende sind nur noch nervig.
    Warum werden nicht einfach die alten Ansprachen wiederholt? Waere noch billiger.

    25 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Sauzahn
    • 31. Dezember 2012 11:31 Uhr

    da wird nur ein neues Kleid und ein anderer Blumenstrauß reingephotoshoppt.
    Seit 9 Jahren wird die Bevölkerung von unserer Perle der Uckermark auf ein schlechteres Jahr eingestellt. Und es stimmt!

  3. Wer hat sich denn in Stuttgart so verrechnet? Ist das schon Leistungsverweigerung? Wer hat es verpatzt, mit dem Flughafen in Berlin? Wer hat dort die Leistung nicht erbracht - und bekommt trotzdem Geld? Und in Hamburg ..... aber Grossprojekte dürfen ja kein Tabu sein. Immerhin funktioniert die Lobbyarbeit. Wer hat die billigen Komponenten für die Bahn gekauft - und erhöht trotz nicht erbrachter Leistung Jahr für Jahr den Fahrpreis? Wer denkt sich dieses Fernsehprogramm aus. Und erfindet, weil immer mehr Bürger ihr Gerät zum Schrott bringen, die Haushaltsabgabe?

    Das sind alles Minderleister. Doch es darf bezweifelt werden, dass dies Folgen ürhaben wird. Zumindest nicht für die, die ihre Arbeit nicht tun. Schon eher für die, die Rechnung zahlen.

    23 Leserempfehlungen
  4. Dank unserer Leistungsbereitschaft (und sozialen Selbstbeschränkung) haben wir es innerhalb Europas nur zu zu den "bösen" Deustchen (gerne auch "Nazis!") und dem Zahlmeister Europas (ja, ich scheue diese als "Stammtisch"-Ausdruck verunglimpfte Aussage nicht !) gebracht.

    Was hat uns das gebracht ?
    Noch mehr Leistungsbereitschaft wird von uns gefordert ?

    Ich empfehle südländische Gelassenheit und genußoffene Lebensart als guten Vorsatz für Zweitausenddreizehn!
    Guten Rutsch !

    22 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Amparos
    • 31. Dezember 2012 10:20 Uhr

    "Was hat uns das gebracht ?
    Noch mehr Leistungsbereitschaft wird von uns gefordert ?"

    So sehe ich das auch. Und wie der Forist empfehle ich ebenso die Leistung auf ein verträgliches Minimum zurückzufahren. Es gibt keinen Grund seine Leistungsfähigkeit für den Staat auszuschöpfen.

    Das würde ich zivilen Ungehorsam nennen.

  5. wir arbeiten zu wenig, wir gehen zu frueh in rente und wir sollen uns daran schon mal gewöhnen das der strick noch enger wird. systeme reagieren so wenn sie merken das sie nicht mehr tragbar sind, sie pressen mehr und mehr um ihr ueberleben abzusichern

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "wir arbeiten zu wenig, wir gehen zu frueh in rente und wir sollen uns daran schon mal gewöhnen das der strick noch enger wird."

    Denn wir (die Politiker) brauchen jeden Cent für die Rettung unseres Herzensprojektes Euro und die Vereinigten Staten von Europa.

    "systeme reagieren so wenn sie merken das sie nicht mehr tragbar sind, sie pressen mehr und mehr um ihr ueberleben abzusichern"

    Vor allem reagieren sie mit Durchhalteparolen. Ein sicheres Indiz dafür, daß der Zusammenbruch nicht mehr weit ist.

    • Amparos
    • 31. Dezember 2012 10:20 Uhr

    "Was hat uns das gebracht ?
    Noch mehr Leistungsbereitschaft wird von uns gefordert ?"

    So sehe ich das auch. Und wie der Forist empfehle ich ebenso die Leistung auf ein verträgliches Minimum zurückzufahren. Es gibt keinen Grund seine Leistungsfähigkeit für den Staat auszuschöpfen.

    Das würde ich zivilen Ungehorsam nennen.

    17 Leserempfehlungen
    • kael
    • 31. Dezember 2012 12:53 Uhr

    Manchmal wäre es besser, einfach nur den Mund zu halten oder sich auf ein schlichtes "Ich wünsche Ihnen allen viel Glück im Neuen Jahr" zu beschränken. Das dauerte dann exakt 4 Sekunden und käme ehrlicher und glaubwürdiger über als Merkels zynisches Geschwafel nach Schema F.

    16 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • kael
    • 31. Dezember 2012 13:00 Uhr

    Ich muss mich korrigieren:
    Mit der Anrede "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger" käme sie auf 7 Sekunden.

  6. Rede 2011: "Das wird alles bestimmt noch schwieriger, aber bleiben Sie ruhig und gelassen und seien Sie froh, für 7,89€ brutto die Stunde überhaupt arbeiten zu dürfen."

    Rede 2012: "Das wird alles bestimmt noch schwieriger, die Krise ist immer noch da. Aber bleiben Sie ruhig und gelassen und seien Sie froh, für 7,89€ brutto die Stunde überhaupt arbeiten zu dürfen."

    Und derweil driften die einzelnen Teile der deutschen Gesellschaft weiter auseinander, dank einer Regierung, die eine menschenverachtende Arbeits- und Sozialpolitik mit weiterem Festhalten an in dieser Form längst sinnlos gewordenen Systemen wie Rente und Gesundheit kombiniert.

    Rede 2013: "Auch im nächsten Jahr werden Sie sich den Arsch abarbeiten müsen, damit wir in trauter Zusammenarbeit mit der Industrie und den wirklich Besitzenden mit aller Gewalt den status quo weiter zementieren können. Aber bleiben Sie ruhig."

    [...]
    Frohes Neues Jahr allerseits.

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    15 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Angela Merkel | Bundesregierung | CDU | Arbeitslosigkeit | Bildung | Familie
Service