Die Frauen-Union (FU) will auf dem Parteitag der CDU eine höhere Rente für Frauen durchsetzen, die vor 1992 Kinder bekommen haben. FU-Chefin Maria Böhmer sagte der Süddeutschen Zeitung , die FU werde auf dem Parteitag für bessere Kindererziehungszeiten kämpfen. Ein Prüfauftrag, wie ihn der Bundesvorstand der Partei wolle, reiche nicht.

Die FU erwarte, dass die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf vorlegt, der eine schrittweise Angleichung der Kindererziehungszeiten in der Rente bei Müttern mit mehreren Kindern einleitet, sagte Böhmer. "Mit weniger werden wir uns nicht zufrieden geben".

Die Parteispitze scheut den Schritt vor allem wegen der erwarteten hohen Kosten. Der designierte stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet sagte der Rheinischen Post , die Frauen-Union habe zwar recht, wenn sie eine bessere Anerkennung von Kindererziehungszeiten für ältere Rentnerinnen fordere. Allerdings würde der jetzige Vorschlag der Frauen-Union zwischen 13 und 14 Milliarden Euro kosten. "Das halte ich für nicht finanzierbar". Laschet sagte, er hoffe auf einen Kompromiss beim Parteitag. Laut Süddeutscher Zeitung unterstützen acht CDU-Landesverbände den Wunsch der Frauen-Union zur Besserstellung von Müttern.

Kontroverse bei Homo-Ehe, weitgehend Einigkeit bei Frauenquote

Der zweitägige 25. Bundesparteitag der CDU findet Dienstag und Mittwoch in Hannover statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich bei der Plenarsitzung der rund 1000 Delegierten als Parteichefin zur Wiederwahl, auch ihre Stellvertreter werden neu gewählt. Neben der Mütter-Rente dürfte die steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe kontrovers diskutiert werden. Beim Thema Frauenquote zeichnet sich nach längerem Streit indes inzwischen weitgehend Einigkeit ab: Die Parteimitglieder werden voraussichtlich für die sogenannte Flexi-Quote stimmen. Das Modell, bei dem sich Unternehmen selbst eine individuelle Frauenquote geben, wird schon lange von Familienministerin Kristina Schröder favorisiert.