WirtschaftskriseAltkanzler Schröder fordert Umdenken von Frankreich

Der frühere Bundeskanzler findet harte Worte für Frankreichs Wirtschaftspolitik. Von Deutschland verlangt er mehr Ehrlichkeit über anstehende Haushaltsbelastungen. von afp

Altkanzler Gerhard Schröder ( SPD ) hat den Umgang der französischen Regierung mit der Wirtschaftskrise kritisiert und dem Land Reformen empfohlen. Frankreich habe strukturelle Wettbewerbsprobleme , sagte Schröder der Neuen Osnabrücker Zeitung . Manche Entscheidung der sozialistisch geführten Regierung in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik hätte er so nicht getroffen. "In Frankreich wird sich nach meiner Überzeugung die Erkenntnis durchsetzen, dass man nicht auf Dauer gegen wirtschaftliche Notwendigkeiten Politik machen kann", sagte Schröder.

Der Exkanzler ist in der Vergangenheit wiederholt als Kritiker der sozialistischen Regierung und des Präsidenten François Hollande aufgetreten. Generell kritisiert er fehlende Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Verwaltung.

Frankreichs Wirtschaft ist seit Monaten in der Krise . Im dritten und vierten Quartal soll die Wirtschaft laut Statistikamt Insee nicht mehr gewachsen sein . Damit gerät auch der ambitionierte Sparplan der Regierung in Gefahr. Der Etatplan für 2013 sieht vor, etwa 38 Milliarden Euro einzusparen. Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas und wichtigster Handelspartner Deutschlands – auch in der EU spielt das Land eine führende Rolle. Sollte sich der wirtschaftliche Zustand Frankreichs weiter verschlechtern, könnte dies eine Verschärfung der Euro-Krise bedeuten.

Schröder verlangt mehr Druck von Deutschland

Der frühere Kanzler kritisierte auch die deutsche EU-Finanzpolitik. Schröder forderte ein stärkeres deutsches Engagement für die europäische Einigung. "Es reicht nicht, nur die Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank zu koordinieren", sagte er. "Sie müssen die Finanz- und Wirtschaftspolitik koordinieren." Hier müsse "mehr Druck gemacht werden, auch und gerade von Deutschland".

Im Fall Griechenland warb Schröder um Solidarität. "Ich will es nicht Agenda 2020 nennen, aber die Wettbewerbsfähigkeit muss gestärkt und der Staatsbereich reduziert werden", sagte er. "In dem Maß, wie das geschieht, gibt man Griechenland auch zu Recht mehr Zeit." Die Bundesregierung müsse zu ihrer Hilfe für Griechenland stehen. "Ich bin für mehr Ehrlichkeit", sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Belastungen des Haushalts.

 

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Leserkommentare
  1. 89. Falsch!

    "in der partei "Die Linke", die als einzige partei gegen unsere moneytransfers ins EU-ausland ist"
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    Machen Sie sich nicht lächerlich, diese Aussage ist falsch! Lesen Sie bitte mal die Wahlprogramme

    Antwort auf "die linke wählen!"
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    im bundestag ist "die linke" in sachen auslandseinsatz bundeswehr und EU-finanzpolitik die einzige oppositionspartei, das weiß sogar der Focus. in jedem politbarometer/ZDF wird gerätselt, warum sich diese vom volk gewünschte position nicht in prozenten niederschlägt. wahrscheinlich wg. leuten wie Ihnen.

    Welchen Teil des Wahlprogramms meinen Sie? Jetzt werden Sie einfach mal konkret!

    • Banause
    • 24. Dezember 2012 16:51 Uhr

    ... führ ihren beitrag, 'geschafft', und ihrem hinweis auf den wdr5-beitrag.

    • Centime
    • 24. Dezember 2012 17:03 Uhr

    Eine Franzoesin sagt Ihnen, lassen Sie das. Wir sind keine Exportweltmeister aber der Binnenmarkt hilft uns sehr.
    Sollten wir das Wunder schaffen guten Wettbewerb zu schaffen, bleibt Deutschland nur uebrig weiteren Socialabbau zu betreiben.Wollen Sie das fuer Ihr eigenes Land?
    Und Sie wissen genau, kein Politiker weiss heute diesem Systemverfall etwas entgegen zutreten, schlicht, er tappt im Dunkeln.

    An die Redaktion alle guten Wuensche zum Fest und an alle Kommentatoren.Deutschland wird jetzt die Geschenke oeffnen, wir morgen frueh.°lacht°

    Einen schoenen Abend und eine friedliche Nacht aus Frankreich nach Deutschland.

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    • u.t.
    • 24. Dezember 2012 17:33 Uhr

    und ebenfalls herzliche Weihnachtsgrüße über den Rhein hinweg;-)

    Ja, sicher hatte die Agenda 2010 etwas mit "Sozialabbau" zu tun. Allerdings war dieser Abbau davor schon schleichend und die Arbeitslosenzahlen waren horrend. Es bestand die Gefahr, dass Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Und letzteres ist leider der springende Punkt, wenn man sich den Realitäten dieser Welt stellt.

    Es wird auch immer so dargestellt, als dass es nun in Deutschland härter geworden sei und dass Frankreich nur ja nichts in diese Richtung reformieren sollte.

    Ich sage Ihnen aber, dass Frankreich ohne diese Anstrengungen, ohne diese einschlägigen Reformen ebenso einen weiteren, tiefen Sozialabbau und "Systemverfall" erleben wird - nur eben ohne dabei wieder Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.
    Reformen, die übrigens nicht nur in Deutschland sondern so ähnlich in fast allen erfolgreichen EU-Staaten durchgeführt wurden, teils schon viel früher als in D, meist in den frühen 90ern: Niederlande, Dänemark, Schweden, Österreich - alle diese haben schmerzhafte Reformen hinter sich, gerade auf den Arbeitsmärkten.

    Erfahrung ist allenfalls, dass solche Arbeitsmarktreformen, je früher sie angefangen werden, weniger schmerzhaft sind.

    Liebe Centime, Sie sehen das völlig richtig.

    Was Deutschland verlangt ist der sog. Tribünen-Effekt. Einer steht auf (Deutschland), damit er besser sehen kann. Daraufhin stehen alle anderen auch auf. Der Effekt ist, dass nun alle genauso schlecht sehen können wie vorher, aber es für alle unbequemer ist, weil sie nun stehen müssen und nicht mehr sitzen können.

    Die deutsche Sparpolitik ist wahnsinnig und eine Kriegserklärung für jeden denkenden Menschen.

    Ich beneide Sie darum, dass Sie Französin sind. In meinen Augen profitiert das französische Volk immer noch von der Erfahrung, die es aus der französischen Revolution gewonnen hat und zwar die: Es gibt keine Macht, die das Volk nicht hinwegfegen kann, wenn es sich einig ist!

    Liebe Grüße und frohe Weihnachten aus Bayern!

    stimme Ihnen da weitgehend zu.

    Die Qualifikation eines Schröder beschränkt sich doch nur darauf, wie man in einer Partei erfolgreich hochkommt. Ansonsten ist ein S. schlicht immer nur ein Laie bei vielen Themen (geblieben), der sich heutzutage anmasst, etwas von anderen Fachbereichen zu verstehen. Nur hat ihm leider Niemand in seinem Umfeld klar und deutlich zur Verstehen gegeben, dass er eben manchmal (ziemlich) falsch liegt; vermutlich aus Höflichkeit dann.

    Universalgelehrte gab es ja vielleicht mal in früheren Jahrhunderten, aber seit dem 19. Jahrhundert gewiss nicht mehr.

    Und heutzutage haben Fachleute dann auch kein Interesse mehr daran, den Mann zu korrigieren. Die Fachleute nehmen Schröder heutzutage doch nicht mehr wirklich ernst; so traurig dieses es eben halt ist.

    Nun ja, ein Herr Schröder ist/wäre nicht der erste Ex-Politiker, der nicht realisiert, dass seine Zeit wirklich abgelaufen ist und seine Ratschläge eher schädlich für seine Partei sind. Wenn ich dagegen etwa an einen Henry Kissinger denke: Der Mann ist doch heute noch weiterhin auf ganz anderem Niveau gefragt; dieser Mann hat doch ein ganzes Format und von ganz anderem Kaliber, vom Intellekt ganz zu schweigen, oder?

    Schöne Weihnachten Ihnen und den Mitarbeiter(innen) der Online-Redaktion der ZEIT an dieser Stelle.

  2. "Altersarmut ist derzeit kein Thema (unabh. wiss. Beirat)"

    Derzeit! - Aber doch bald. Und was für ein Thema. Der Beirat ist auch nicht unabhängig.
    - Wenn man so naiv wie Sie mit Aussagen umgeht, ohne Hintergrundwissen.

    Tja...

    Antwort auf "Respekt vor Schröder"
  3. www.umfairteilen.de

    Und endlich mehr soziale Gerechtigkeit!
    Sonst kippt die Gesellschaft.

    Siehe dazu auch die Forschungen von Prof. Heitmeyer.

  4. im bundestag ist "die linke" in sachen auslandseinsatz bundeswehr und EU-finanzpolitik die einzige oppositionspartei, das weiß sogar der Focus. in jedem politbarometer/ZDF wird gerätselt, warum sich diese vom volk gewünschte position nicht in prozenten niederschlägt. wahrscheinlich wg. leuten wie Ihnen.

    Antwort auf "Falsch!"
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    ....es ist richtig, was Sie schreiben.

    Ich bin es auch Leid, mich mit Leuten wie gallenstein hier auseinander zu setzen. Ich wähle die LINKE, weil diese Partei, die einzige in Deutschland ist, die wirklich soziale Gerechtigkeit will. Ich gehe davon aus, dass es bei der Bundestagswahl eine dicke Überraschung geben wird und eine Regierung ohne Beteiligung der Partei DIE LINKE nicht möglich sein wird. Die Leute wissen, dass diese Wahl für sie eine Schicksalswahl wird und das hier Glaubwürdigkeit eine große Rolle spielen wird.

    "im bundestag"... aha, plötzlich schränken Sie ein.
    .
    .
    "ist "die linke" in sachen auslandseinsatz bundeswehr und EU-finanzpolitik die einzige oppositionspartei, das weiß sogar der Focus. in jedem politbarometer/ZDF wird gerätselt, warum sich diese vom volk gewünschte position nicht in prozenten niederschlägt. wahrscheinlich wg. leuten wie Ihnen."
    -------------
    Da braucht man nicht rätseln... wegen der Wähler (glauben Sie mir, ich spiele da nur eine untergeordnete Rolle)

    • Centime
    • 24. Dezember 2012 17:11 Uhr

    Falsch, ganz einfach falsch. Davon abgesehen, wuerde es funktionieren haette Deutschland nicht jedes jahr mehr Schulden.

    Warum wird das nicht erklaert?
    http://blog.tagesanzeiger...

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    habe den blog gelesen, ist gewiss originell, aber was der Sinn so alles sagt ist selten 100% richtig, auch er, ein lobbyist.
    und, sosehr lieben uns unsere EU-nachbarn nicht, dass sie DEUTSCHLAND retten, um selber ins gras zu beißen.
    im übrigen bin ich für die wiedervereinigung La France-Deutschland,
    a la Charlemagne.

  5. Nachdem der Angestellte eines lupenreinen Demokraten russischer Herkunft die Arbeit in Deutschland entwertet hat verlangt er das Gleiche von den Franzosen.

    So dumm sind die Franzosen zum Glück nicht !

    Pardon: Entwertet hat er sie ja nicht, 1 Euro ist sie ja noch wert, Manager, Politiker & Banker als Leistungsträger natürlich selbstverständlich ausgeschlossen.

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