CSU-Chef Horst Seehofer mit Kanzlerin Angela Merkel © Christof Stache/AFP/Getty Images

Der CSU-Chef Horst Seehofer hat der Union bei der Bundestagswahl ein klares Ziel gesetzt. 40 Prozent sei eine realistische Größenordnung, sagte der bayerische Ministerpräsident der Welt am Sonntag. Das zeigten auch die jüngsten Umfragen.

Er forderte ein klares Profil im Wahlkampf. Die Union müsse die Unterschiede zwischen dem linken und dem bürgerlichen Lager herausarbeiten.

In der neuesten Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag blieben CDU / CSU mit 38 Prozent zwar stärkste Kraft – das Wunschziel Seehofers wäre also durchaus in Reichweite. Die FDP verharrt aber bei vier Prozent und wäre damit nicht mehr im Parlament vertreten. Die SPD kam auf 28 Prozent und die Grünen auf 14 Prozent.

Seehofer sprach sich dennoch für eine Fortsetzung der Koalition von Union und FDP aus. "Wir wollen strikt Schwarz-Gelb", sagte er. Er sei sich sicher, dass sich die CDU auf ihrem Parteitag am Dienstag eindeutig zur FDP bekennen werde. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte im Interview mit der Bild am Sonntag ein Weiterbestehen der christlich-liberalen Regierung.

FDP nur mit Brüderle

Trotz der schwachen Umfragewerte kann die FDP jedoch nicht mit Leihstimmen der Union rechnen. Merkel sagte, sie wolle keine Zweitstimmenkampagne, "sondern eine möglichst starke CDU". Sollte die Bundestagswahl jedoch keine erneute Mehrheit für Schwarz-Gelb bringen, werde sie mit SPD und Grünen sprechen. "Das ist eine Selbstverständlichkeit, zumal ich als Kanzlerin, die eine große Koalition geführt hat, doch völlig unglaubwürdig wäre, wenn ich sagte, dass wir mit der SPD nicht reden."

Zur Wahl 2009 war die Union nur auf 34 Prozent gekommen. Die FDP war damals mit fast 15 Prozent ungewohnt stark.

Die Bürger glauben, dass die FDP mit Fraktionschef Rainer Brüderle größere Chancen hat, wieder in den Bundestag einzuziehen. Laut einer Emnid-Umfrage sprechen sich 34 Prozent der Deutschen für Brüderle als Parteivorsitzenden aus, aber nur 23 Prozent für Amtsinhaber Philipp Rösler . Angesichts der anhaltend schlechten Umfragewerte glauben allerdings 53 Prozent nicht daran, dass die FDP bei der Bundestagswahl den Einzug in das Parlament schafft. 36 Prozent rechnen damit, dass die Liberalen auch im nächsten Bundestag vertreten sein werden.