Bundestagswahl 2013Seehofer setzt Union Wahlziel von 40 Prozent

Der CSU-Chef legt sich fest: 40 Prozent sollen zur Bundestagswahl 2013 für die Union drin sein. Jedes Ergebnis darunter wäre dann erklärungsbedürftig. von afp und reuters

CSU-Chef Horst Seehofer mit Kanzlerin Angela Merkel

CSU-Chef Horst Seehofer mit Kanzlerin Angela Merkel  |  © Christof Stache/AFP/Getty Images

Der CSU-Chef Horst Seehofer hat der Union bei der Bundestagswahl ein klares Ziel gesetzt. 40 Prozent sei eine realistische Größenordnung, sagte der bayerische Ministerpräsident der Welt am Sonntag. Das zeigten auch die jüngsten Umfragen.

Er forderte ein klares Profil im Wahlkampf. Die Union müsse die Unterschiede zwischen dem linken und dem bürgerlichen Lager herausarbeiten.

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In der neuesten Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag blieben CDU / CSU mit 38 Prozent zwar stärkste Kraft – das Wunschziel Seehofers wäre also durchaus in Reichweite. Die FDP verharrt aber bei vier Prozent und wäre damit nicht mehr im Parlament vertreten. Die SPD kam auf 28 Prozent und die Grünen auf 14 Prozent.

Seehofer sprach sich dennoch für eine Fortsetzung der Koalition von Union und FDP aus. "Wir wollen strikt Schwarz-Gelb", sagte er. Er sei sich sicher, dass sich die CDU auf ihrem Parteitag am Dienstag eindeutig zur FDP bekennen werde. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte im Interview mit der Bild am Sonntag ein Weiterbestehen der christlich-liberalen Regierung.

FDP nur mit Brüderle

Trotz der schwachen Umfragewerte kann die FDP jedoch nicht mit Leihstimmen der Union rechnen. Merkel sagte, sie wolle keine Zweitstimmenkampagne, "sondern eine möglichst starke CDU". Sollte die Bundestagswahl jedoch keine erneute Mehrheit für Schwarz-Gelb bringen, werde sie mit SPD und Grünen sprechen. "Das ist eine Selbstverständlichkeit, zumal ich als Kanzlerin, die eine große Koalition geführt hat, doch völlig unglaubwürdig wäre, wenn ich sagte, dass wir mit der SPD nicht reden."

Zur Wahl 2009 war die Union nur auf 34 Prozent gekommen. Die FDP war damals mit fast 15 Prozent ungewohnt stark.

Die Bürger glauben, dass die FDP mit Fraktionschef Rainer Brüderle größere Chancen hat, wieder in den Bundestag einzuziehen. Laut einer Emnid-Umfrage sprechen sich 34 Prozent der Deutschen für Brüderle als Parteivorsitzenden aus, aber nur 23 Prozent für Amtsinhaber Philipp Rösler . Angesichts der anhaltend schlechten Umfragewerte glauben allerdings 53 Prozent nicht daran, dass die FDP bei der Bundestagswahl den Einzug in das Parlament schafft. 36 Prozent rechnen damit, dass die Liberalen auch im nächsten Bundestag vertreten sein werden.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 02. Dezember 2012 10:50 Uhr

    Warum nicht. Manchmal rütteln solche markigen Worte ja die Schlafmützen auf. Die dadurch gechaffene Polarisierung im sachlichen Sinn bringt vielleicht auch die Wahlberechtigten dahin, wo sie am Wahltag "hingehören": an die Urnen. Vielleicht nimmt die FDP ja auch die Chance wahr, sich positiv zu profilieren.

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    • Anna L.
    • 02. Dezember 2012 12:58 Uhr

    @ TDU

    Ich gehe davon aus, die von Ihnen gemeinten Schlafmützen sind Menschen wie *du und ich*,leben also das Leben eines Durchschnittsmenschen.
    Die Grundansage der UNION -konservativ- (wenn man es mal im positiven Sinne -bewahrend- sieht)wurde doch von jeher zugunsten wirtschaftsliberaler Politik nur als schmückendes Schleifchen betrachtet.

    Da ich Sie hier als eher gemäßigten Konservativen wahrgenommen habe: Können Sie mir mit einfachen Worten erklären, welche Motivation den Unionsanhänger antreibt, sich mit der Wahl für CDU/CSU gegen Mindestlohn, gegen Gleichstellung von Homos, gegen sichernde Sozialsysteme, Kriegseinsätze usw. zu entscheiden?

    Die Stimmung in der Bevölkerung ist ja in vielen Einzelfragen offensichtlich eine gänzlich andere und wirklich profitieren wird der Normalo von der Union auch nicht, denoch votieren derzeit 38% für Merkel.

    Was also macht dieses Lager für deren Wähler atraktiv, wenn man von den Profiteuren der CDU-Politik einmal absieht?

  1. So eine 40 macht sich doch unter dem Schuh ungemein gut...

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    dann muss er sich aber den großen Zeh absäbeln.

    Ich glaube kaum, dass er auf seine Sprücheklopfer verzichten wird.

  2. aber das der Seehofer 40% der Wahlberechtigen fuer so doof haelt ist schon ein starkes Stueck.
    Gut, Humor hat die Union "Beste Regierung seit der Wiedervereinigung, aber....

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    ... haben die Nichtwähler!
    Sie hätten es bei der nächsten Wahl in der Hand, eine Neuauflage der schlechtesten und sozial kältesten Koalition in der Geschichte der Bundesrepublik zu verhindern.

    40% aller Wahlbetechtigten, tja Seehofer erinnert an Spass-Guido mit seiner 18%-Träumerei.

    • Karl V.
    • 02. Dezember 2012 10:54 Uhr

    Eines muss man der FDP lassen: Sie ist wenigstens ehrlich. wer will, dass es Zahnärzten, Anwälten und Hoteliers noch besser geht und jeder Bundesminister einen kostenlosen Teppich aus Afghanistan kriegen soll, muss eben FDP wählen.Alle anderen Parteien heucheln uns etwas vor.Vor allem was die SPD gerade abliefert, ist mehr als peinlich.

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    • Psy03
    • 02. Dezember 2012 12:04 Uhr

    Sind die meisten wirklich so blind?

    Die Linke sagt auch die Wahrheit und leistet überall wo sie vertreten ist gute Arbeit.
    So z.B. in Schwerin und hier in Leipzig gibt es bestimmte Vorzüge des Leipziger Passes (z.B. Zoo/Kultur Allgemein für den halben Preis) nur wegen der Linken.

    Auf Landesebene gab es die Verfassungsklage gegen den ESM auch nur auf Druck der Linken.

    Oder mal andersrum, ohne Die Linken hätten wir überhaupt keine Oposition mehr und Alles wäre bereits jetzt viel schlimmer.

    Also auch mal (die einzige) Alternative bedenken, wenns auch nur ist (falls man ein Problem mit den Linken hat) um die derzeitige Regierung zu Ärgern.

  3. Und außerdem haben Öffentlich-Rechtliche, Private und diverse Zeitungsverleger ja noch jede Menge Zeit die öffentliche Meinung zu "bilden".

    6 Leserempfehlungen
  4. Herr Seehofer, Vertreter einer regionalen Partei, die auf Bundesebene um die 5% kämpfen müsste, gibt bundespolitische Wünsche vor.

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    auch was sureales an sich. Das wäre das Gleiche, als wenn Frau Kraft der SPD sagen würde was an %ten angesagt ist. Nur die CSU nimmt sich das ja schon immer heraus, im Bund ein Teil der CDU zu sein, nur wenn es dann ans Eingemachte, auch noch zum Nachteil Bayerns geht, ist er wieder ganz Landespolitiker. Das dies überhaupt so bei Bundestagswahlen akzeptiert wird und CDU/CSU als eine Partei und Fraktion gewertet wird, hat schon was komisches an sich. Ich würde mal gerne wissen, wem wir dies zu verdanken haben?

    • oldy22
    • 02. Dezember 2012 11:03 Uhr

    Ja, die FDP war ja auch schon mal stark mit Zahlen als Prognose. Waren ja mal von 18% überzeugt... Und nun?

    Nun, hat schon die CDU das Gleiche nötig.Von der FDP lernen, heisst ...

    Dann setzen wir einfach das Ergebnis mit der Prognose ins Verhältnis und schauen, ob es besser als das der FDP von damals ist. :)

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    • H.v.T.
    • 02. Dezember 2012 11:08 Uhr

    "Ja, die FDP war ja auch schon mal stark mit Zahlen als Prognose. Waren ja mal von 18% überzeugt... Und nun?"
    ---

    Nun geht die SPD die 18% an. (Meine Prognose)

  5. ist in Bayern vor sieben Jahren ein Mann in Nervenheilanstalt gekommen - also Vorsicht. Zumal da bald ein Platz frei wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
  • Schlagworte Angela Merkel | FDP | Horst Seehofer | CDU | Rainer Brüderle | SPD
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