SPD-Politiker : Peter Struck ist tot

Der frühere Verteidigungsminister und SPD-Politiker ist nach einem schweren Herzinfarkt in Berlin gestorben. Peter Struck wurde 69 Jahre alt.

Der frühere Verteidigungsminister und SPD-Politiker Peter Struck ist tot. Er starb nach Angaben eines Sprechers der Familie an diesem Mittwoch im Alter von 69 Jahren im Berliner Krankenhaus Charité . Dort war er am Vortag mit einem schweren Herzinfarkt eingeliefert worden.

Struck war erst in der vergangenen Woche als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden. Der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag hatte schon vor einigen Jahren einen Herzinfarkt sowie einen Schlaganfall erlitten. Davon hatte er sich weitgehend wieder erholt.

Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde. Er gehörte 29 Jahre dem Bundestag an, davon acht als Fraktionschef der SPD. In der Zeit der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel von 2005 bis 2009 erarbeitete er mit Unionsfraktionschef Volker Kauder viele Kompromisse.

"Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch verteidigt"

Struck war Verteidigungsminister von 2002 bis 2005 in der rot-grünen Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder . In diese Zeit fallen Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan und im Kosovo .

Um den auch in der rot-grünen Koalition umstrittenen Afghanistan-Einsatz zu rechtfertigen, sagte Struck Ende 2002: "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt." Dieser Satz wird bis heute von vielen Politikern zitiert. Zu den großen verteidigungspolitischen Herausforderungen Strucks zählte der Umbau der Bundeswehr zu einer Einsatzarmee.

Die Nähe zu Soldaten war Struck wichtig, obwohl er selbst nie gedient hatte. Er besuchte häufig Soldaten in den Einsatzgebieten und sorgte dort für gute Stimmung: Im Kosovo griff er einmal zu Hut und Sonnenbrille und sang mit einer Blues-Brothers-Band für die Soldaten den Jailhouse Rock .

Sohn eines Autoschlossers

Legendär ist das Strucksche Gesetz. Der SPD-Politiker hatte einmal gesagt, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie der Entwurf dazu eingebracht wurde. Damit stellte er die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klar. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf.

Struck wurde 1943 in Göttingen als Sohn eines Autoschlossers geboren, der sich zum Betriebsleiter einer Mercedes-Lkw-Vertretung hocharbeitete. Die Mutter führte einen Kiosk.

Nach dem Abitur studierte Struck Rechtswissenschaften an den Universitäten Göttingen und Hamburg und promovierte mit einer Dissertation über Jugenddelinquenz und Alkohol.

Zu Strucks großen Leidenschaften gehörte das Motorradfahren.

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