Steinbrück äußerte sich auch zu der Position seiner Partei in der Euro-Krise. Es sei richtig, dass die SPD den Rettungsmaßnahmen zugestimmt habe, "weil wir auch in der Opposition Entscheidungen treffen müssen, an die wir in der Regierungsverantwortung nahtlos anknüpfen müssen".

Dennoch unterstütze er nicht den Kurs der Bundesregierung in der Schuldenkrise. Es sei falsch, dass Europa bisher fast ausschließlich auf eine Konsolidierung der Haushalte gesetzt habe. "Die Sparpolitik ist zu hart, sie führt in die Depression."

Einige Länder müssten dieses und nächstes Jahr fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts einsparen. So gingen manche Gesellschaften in die Knie, warnte Steinbrück. "Mit der Konsolidierung ist es wie mit manchen Medikamenten. Die eine Dosis kann Leben retten, die andere ist tödlich."

Steinbrück findet Kanzler-Gehalt zu niedrig

Aus dem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung waren schon am Samstag Zitate vorab veröffentlicht worden, die für Diskussionen sorgten . Steinbrück kritisierte darin das Kanzlergehalt als zu niedrig. "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin."

Das sorgte für Kritik auch aus eigenen Reihen. So sagte Altkanzler Gerhard Schröder , er halte die Politikergehälter in Deutschland für angemessen. "Ich habe jedenfalls davon immer leben können."