KanzlerkandidatSteinbrück beklagt "Parallelgesellschaften" der Armut
Seite 2/2:

Kritik am harten Euro-Sparkurs

Steinbrück äußerte sich auch zu der Position seiner Partei in der Euro-Krise. Es sei richtig, dass die SPD den Rettungsmaßnahmen zugestimmt habe, "weil wir auch in der Opposition Entscheidungen treffen müssen, an die wir in der Regierungsverantwortung nahtlos anknüpfen müssen".

Dennoch unterstütze er nicht den Kurs der Bundesregierung in der Schuldenkrise. Es sei falsch, dass Europa bisher fast ausschließlich auf eine Konsolidierung der Haushalte gesetzt habe. "Die Sparpolitik ist zu hart, sie führt in die Depression."

Einige Länder müssten dieses und nächstes Jahr fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts einsparen. So gingen manche Gesellschaften in die Knie, warnte Steinbrück. "Mit der Konsolidierung ist es wie mit manchen Medikamenten. Die eine Dosis kann Leben retten, die andere ist tödlich."

Steinbrück findet Kanzler-Gehalt zu niedrig

Aus dem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung waren schon am Samstag Zitate vorab veröffentlicht worden, die für Diskussionen sorgten . Steinbrück kritisierte darin das Kanzlergehalt als zu niedrig. "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin."

Das sorgte für Kritik auch aus eigenen Reihen. So sagte Altkanzler Gerhard Schröder , er halte die Politikergehälter in Deutschland für angemessen. "Ich habe jedenfalls davon immer leben können."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. und morgen so - jedem nach dem Mund; man merkt, daß der Wahlkampf schon auf vollen Touren läuft.
    Der Wähler läßt sich allerdings nicht mehr ganz so einfach wie früher hinters Licht führen - das wird auch die SPD bemerken. Immerhin hast du dich schon mal für den Posten als Wirtschaftsminister in einer großen Koalition beworben - allerdings weniger mit deinen Aussagen, eher mit deinen Nebentätigkeiten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die SPD sollte sich schleunigst einen neuen Kandidaten suchen. Das mag zwar ihm ersten Moment peinlich sein, aber es ist immer noch besser einen Fehler einzugestehen und rechtzeitig zu beheben als ihn einfach zu ignorieren.

    Steinbrück jedenfalls ist völlig unglaubwürdig. Mit ihm wird die SPD keine Chance haben Frau Merkel abzulösen. Aber wer weiß, vielleicht will man das ja auch gar nicht. Vielleicht hofft man eher auf eine Juniorpartnerschaft mit Frau Merkel. Aber ob nach vier Jahren Großer Koalition in 2017 dann noch ein messbares Ergebnis für die SPD zu erzielen ist, ist nach den Erfahrungen vom letzten mal doch sehr fraglich.

    Auf geht's, SPD. Noch sind neun Monate Zeit bis zur Wahl. Noch ist es nicht zu spät mit einem anderen Kandidaten ins Rennen zu gehen.

    • Sauzahn
    • 30. Dezember 2012 12:23 Uhr

    Legt sich ganz schön ins Zeug der Gute. Hoffentlich reicht seine Kraft bis September.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das ist doch das selbe Interview!
    Die haben gestern nur einen anderen Teil daraus zitiert.

  2. Steinbrück ist der schlechteste Kandidat, den die SPD ins Rennen schickt. In der Tat versucht er in der Unterschicht nach Stimmen zu buhlen. Wenn er aber an der Macht ist, dann ist er für mächtige Lobbies eher zugänglich als für die Armen in der Gesellschaft.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Otto2
    • 30. Dezember 2012 17:09 Uhr

    Er müsste doch begriffen haben, dass er über Geld, was er oder andere Politiker bekommen oder bekommen müssten, einfach den Mund halten sollte. Er hat doch mit seinen Vortragshonoraren sich genug Beulen geholt. Immer wieder, wenn er das Thema Geld (eventuell für ihn als Kanzler) aufgreift, wirkt das doch wie das Bohren in einer noch nicht verheilten Wunde.
    Für mich nicht zu begreifen.

    • Bashu
    • 31. Dezember 2012 12:16 Uhr

    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass er damit in Wirklichkeit die "unterbezahlte" Riege von Spitzenpolitikern meint.

  3. So langsam wird er Unglaubwürdig. Erst wird der Status des Kanzlers als gering Verdiener angepriesen, dann bringt er Unruhe durch die Parallelgesellschaften. Das Arm und Reich auseinander driften ist bekannt. Wie passt seine Aussage über Reichtum und Armut eigentlich zusammen. Das ist eine Politik wo der sogenannte Adel das Bürgertum anprangert und auf geschicktem Wege Ausbeuten will.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Kanzlerin ist mit ihren Bezügen zufrieden!!!

    "Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält ihre Bezüge als Regierungschefin nicht für zu niedrig. Nach der Kritik des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück an den Bezügen der Regierungschefs sagte Regierungssprecher Steffen Seibert der „Bild“, es gebe „ein in Jahrzehnten gewachsenes, ausgewogenes und auskömmliches Gehaltssystem im Öffentlichen Dienst und Staatsämtern auf allen föderalen Ebenen“. Dieses habe sich „alles in allem bewährt“..." (Tsp)

  4. ist, dass die Politik selbst zur Parallelgesellschaft wurde.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • arteve
    • 30. Dezember 2012 14:48 Uhr

    ja absolut wahr

    • wauzi
    • 30. Dezember 2012 17:19 Uhr

    kann man es nichtsagen. hut ab!

    Wir sind wieder eine Klassengesellschaft geworden. Der "Altkanzler Schmidt" spricht ja selbst immer von der politischen Klasse. Es gibt die Klasse der Reichen, der Arbeitssklaven und die der Beamten. Wer soll Politikern noch irgendwas glauben?

    Will die SPD überhaupt eine Siegeschanchance 2o13 haben, muss der erste Satz einer "Neuen Progammatik" lauten: Entschuldigung, wir haben uns mit der Agendapolitik geirrt!

    Wann wachen die Deutschen endlich auf?

    • ribera
    • 31. Dezember 2012 2:02 Uhr

    danke. Mehr ist nicht zu sagen.

    ist, dass die Politik selbst zur Parallelgesellschaft wurde.

    Dieser vorgenannte Redner ist ein Gewinn für die ZEIT.
    er hat sich um die intelligente Satire verdient gemacht.

  5. Steinbrück hat sein Armut in den letzten Jahren so erfolgreich bekämpft, dass sich jeder Hart IV-Empfänger und jeder Leiharbeiter daran ein Beispiel nehmen sollte. Vielleicht könnte man das Vortragswesen steuerbegünstigt ausweiten, inbesondere bei öffentlichen Unternehmen und in der Finanzwirtschaft. Damit ließe sich vielleicht nicht nur das soziale Proble "Steinbrück" lösen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nach Jahrhunderten von "Männerbonus" kommt jetzt wirklich mal "Frauenbonus"? Ich glaube es kaum. Entlarft sich hier ein Misogyn?

    Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
    erhält nur unwesentlich mehr Gehalt als die deutsche Bundeskanzlerin -,
    also deutlich weniger als ein NRW-Sparkassen-Chef,

    und vergleichsweise zu einer einzigen Honorarstunde eines Peer Steinbrück für einen seiner receycelten Vorträge schrammt Obama gerade mal am Existenzminimum (der Upper-class) vorbei.

    Ergo:
    Steinbrück fordert für die Zeit seiner Kanzlerschaft zum Wohle der "Armut in den Parallelgesellschaften" deutlich mehr ein als je ein Präsident der USA zugebilligt bekäme...

    • Vanita
    • 30. Dezember 2012 12:35 Uhr

    Der Mensch, der sagt, die Politik verdiene zu wenig, während doch Sparkassendirektoren zu gut bezahlt sind, will hier über Gerechtigkeiten reden?

    Nein, Sparkassendirektoren bekommen zu viel, es wäre an der Politik, dies nach unten zu korrigieren, aber dann bekäme der Peer ja zu wenig, um sich seinen Lebensstil zu erhalten. Reden darf er ja im Moment nicht halten, da muss er sich andere Einkommensquellen erschließen.

    Herr Steinbrück, SPD, reden Sie mal über die Pensionen und die Renten, reden Sie über die entzügelte Finanzwelt (die Sie ermöglichten), reden Sie über die Bankenrettungen, die Sie mittrugen, reden Sie über Nebeneinkünfte von Politikern, die wie Sie in Bankenvorständen sitzen oder dort schwadronieren gegen ein Salär, das in der Stunde über dem Jahresgehalt eines "Proletariers" liegt! Dann haben Sie ansatzweise etwas mit sozialdemokratisch zu tun.

    Mir wird wirklich ganz anders, wenn ich mir das Spektrum der etablierten Politik ansehe... da hilft nur, kleine Parteien zu wählen!

    In Deutschland herrscht eine Ungleichverteilung von harter Arbeit, erhlicher Arbeit, verantwortungsvoller Arbeit und dem Lohn dafür. Und in die Politk scheinen die zu gehen, die woanders nicht genommen werden, pfui.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,
    kleine Parteien wählen ist eine Alternative, ich denke aber noch besser ist einen ungültigen Wahlschein abzugeben.Damit wird noch deutlicher gemacht das man diesem "Demokratie"-Model nicht einverstanden ist. So lange die Hochfinanz in ihrer Macht und Einflussnahme entfesselt ist! Wird es kein wahre Gerechtigkeit bzw Demokratie geben. Sondern einschlechtes diktatorisches Kasperl-Theater. Der Oberkasper heisst dann Merkel, Kraft, Steinbrück oder vielleicht Träumt ja Herr Trittin davon, aber das hoffentlich nur der Albtraum Bleiben!Geboten wird uns jedenfalls ein schlechtes Schmierentheater und der sogenannte "0tt0 Normalverbraucher" ( welch ein Wort) leidet

  6. 8. .....

    Ich würde gern zu Steinbrücks "Parallelgesellschaft" gehören, wo ich für einen Vortrag 15.000 Euro "verdiene".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    haben Sie den Kern aller Anti-Politik-Wirtschaft-Stimmung erfasst. Schlicht und ergreifend Neid oder zumindest Missgunst. Ich nehme mich nicht aus.

    ...vielleicht interessiert Sie dann ebenfalls sein Vortrag, in dem er von den 7.500 Euro berichtet, die an den Fiskus gehen?!

    Neid - nein, ich bin selbständig und gut versorgt. Ich gönne jedem eine Entlohnung nach seinen Fähigkeiten. Mir fehlt in der gesamten Debatte um die Honorare von Herrn Steinbrück die entscheidende Frage:
    Was genau hat Herr Steinbrück an "Neuigkeiten" oder "bahnbrechende Informationen" in seiner Eigenschaft als politischer Abgeordneter, welche den Firmen derart hohe Honorare "wert" sind?
    Oder stecken hinter diesen Honoraren doch andere "Absichten"? Und wenn ja, welche?
    Herr Steinbrück hat sich so weit von den realen gesellschaftlichen Verhältnissen entfernt, dass er eine völlig andere Sicht auf die Lebensverhältnisse in Deutschland hat.
    Und das disqualifiziert ihn als Kanzlerkandidat einer "sozialdemokratischen" Partei.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte Angela Merkel | SPD | Bundesregierung | CDU | Gerhard Schröder | Jürgen Rüttgers
Service