Externe BeraterFinanzministerium zahlte Anwaltskanzlei 1,8 Millionen Euro

Die Honorardebatte holt Peer Steinbrück wieder ein: Das Finanzministerium zahlte unter seiner Führung Millionen an eine Kanzlei, vor der er einen bezahlten Vortrag hielt. von afp und dpa

Das Bundesfinanzministerium hat in der Amtszeit des damaligen Ministers und jetzigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück rund 1,8 Millionen Euro Berater-Honorar an die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gezahlt. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte diese Summe, nachdem sie die Bild -Zeitung veröffentlicht hatte. Der Betrag belief sich demnach auf exakt 1.831.397,38 Euro.

Die Honorare beziehen sich auf die Zeit zwischen dem 22. November 2005 und dem 27. Oktober 2009. Die Kanzlei hatte unter anderem am Gesetz zur Bankenrettung mitgewirkt. Gewöhnlich ist das Unternehmen für große Unternehmen und Banken tätig. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen zuletzt im Oktober, als bekannt wurde, dass Steinbrück 2011 bei der Kanzlei einen Vortrag gehalten hatte . Laut Bild -Zeitung bekam er dafür 15.000 Euro Honorar.

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Der Springer-Verlag, dem auch die Bild -Zeitung gehört, hatte das Ministerium beim Verwaltungsgericht Berlin auf die Nennung der Honorarsumme für die Kanzlei verklagt. Das Ministerium wollte die Zahlen zunächst nicht nennen. Da Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Kanzlei betroffen gewesen seien, habe man dort zunächst die Zustimmung zur Veröffentlichung eingeholt, sagte der Sprecher.

Der Beratungsauftrag könnte eine neue Debatte über die Frage auslösen, welche Aufträge und in welchem Umfang Ministerien an externe Unternehmen geben sollen.

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Leserkommentare
  1. Mal angenommen, Steinbrück wirft das Handtuch und die SPD nominiert Frau Kraft.
    Dann haben Mutti und Frau Springer aber ein Problem.

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    • ZPH
    • 28. Dezember 2012 12:46 Uhr

    Sie meinen Hanni von Hanni und Nanni, die grade NRWs Finanzen endgültig ruinieren? Ein Problem für Mutti? Auch nicht mehr als Problem-Peer, glaub ich.

    • Hokan
    • 28. Dezember 2012 12:49 Uhr

    Ihre beide letztgenannten Damen werden sich ganz entspannt zurücklehnen können. Die Stones samt Gabriel und Nahles werden alles tun, um eine Frau Kraft nicht ins Berliner Willi-Brandt-Haus kommen zu lassen. Sie würden lieber die Putzfrau der Pförtnerloge zur Kanzlerkandidatin nomminieren, als das Risiko zu gehen, dass die alte SchröderGang die Herrschaft über die Genossen verlöhre.

    • krister
    • 28. Dezember 2012 18:03 Uhr

    1."Mal angenommen, Steinbrück wirft das Handtuch und die SPD nominiert Frau Kraft."

    Steinbrück schiebt sich und anderen Millionen und Abermillionnen in die Tasche,der Mann ist untragbar,als Sozialdemokrat für mich max.noch ein schlechter Witz,in Zeiten in denen immer mehr Familienväter mit zwei Jobs ihren Lebensunterhalt kaum noch bezahlen können.

    Kraft hat absolut keine Chance,durch alle Talkshows getingelt,ein Fähnchen im Winde.

    Kann man den Kollegen vom ZEIT Magazin glauben, war Frau Kraft 2012 lediglich bei Beckmann und Jauch.
    Bei der Talkshow-Dichte kann man schon mal den Überblick verlieren.

    Und was die Abermillionen von Herrn Steinbrück betrifft, sind das doch Peanuts im Vergleich zum Salär unserer Wirtschafts- und Banken"Elite".

    • Moika
    • 28. Dezember 2012 12:44 Uhr

    Zitat: "Das Finanzministerium zahlte unter seiner Führung Millionen an eine Kanzlei, vor der er einen bezahlten Vortrag hielt."

    Egal, alleine die Tatsache, daß eine von seinem Ministerium beauftragte und bezahlte Kanzlei ihn gegen gutes Honorar einlädt, ist ein glatter Interessenskonflikt. Da hätte Steinbrück einfach passen müssen! So etwas nennt man, wohlwollend gesehen, mangelndes Fingerspitzengefühl, ethisches Defizit usw.

    Aber damals konnte der gute Peer schließlich noch nicht ahnen, daß er einstens als Kanzlerkandidat seiner Partei im Brennpunkt stehen würde.

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    Offensichtlich nach dem Verständnis von Steinbrück.

    Er wollte maximal Abkassieren. Woher die Kohle gekommen ist - vollkommen wurscht.

    Ob von einer klammen Kommune, oder der Banken-Lobby - Hauptsache Geld.

    Dafür lies er auch mal Bundestagssitzungen eben Bundestagssitzungen sein.

    Das unter Schäuble weiterhin die Rechtsverdreher der Banken die Berater sind, sollte auch klar sein:

    http://www.youtube.com/wa...

    Ab 9:55 legt Dirk Müller die Unterlagen auf den Tisch von Beckmann.

    Nichts ist gut in Berlin!

    • sudek
    • 29. Dezember 2012 13:16 Uhr

    ich wundere mich, dass die Medien keinerlei RechercheMinuten darauf verwenden, wie viel die 9 Spitzenverdiener aus der Schwarz/Gelben-Koalition verdienen und verdient haben.

    Warum wollen die Journalisten und Journalistinnen nicht wissen?? Warum???

    Warum fragt diese Damen und Herrn niemand aus der Pressezunft?

    Da schwadroniert Michael Fuchs von der Union über Soziales, aber wie viel verdient dieser Mann eigentlich - er gehört zu den neun Spitzenverdienern des Bundestages!!!

    • ZPH
    • 28. Dezember 2012 12:46 Uhr

    Sie meinen Hanni von Hanni und Nanni, die grade NRWs Finanzen endgültig ruinieren? Ein Problem für Mutti? Auch nicht mehr als Problem-Peer, glaub ich.

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    Geschätzte 25 Milliarden in 2013 sind doch auch ein Wort, oder?
    Und wer hat's verursacht?

    Frau Kraft wäre sicher kein "Problem" für Merkel, ein Verweis auf das verfassungswidrige Finanzgebaren in NRW würde reichen.
    Die SPD hat aber einen in ihren Reihen, der für Merkel gefährlich werden könnte: Klaus von Dohnanyi ! Ein guter Mann, zum Glück haben Siggi Pop un Co das nicht verstanden.

    • Hokan
    • 28. Dezember 2012 12:49 Uhr

    Ihre beide letztgenannten Damen werden sich ganz entspannt zurücklehnen können. Die Stones samt Gabriel und Nahles werden alles tun, um eine Frau Kraft nicht ins Berliner Willi-Brandt-Haus kommen zu lassen. Sie würden lieber die Putzfrau der Pförtnerloge zur Kanzlerkandidatin nomminieren, als das Risiko zu gehen, dass die alte SchröderGang die Herrschaft über die Genossen verlöhre.

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    • arnster
    • 28. Dezember 2012 14:09 Uhr

    kürzer kann man es nicht fassen. Kompliment!

    War nicht Clement der "Entdecker" und Förderer von Frau Kraft? Woher weiss ich, dass am Ende hinter Kraft nicht auch nur wieder irgenwelche Schröder-Derivate stehen?

    Steinbrück kann ich etwa einschätzen, was er tut, warum er es tut.
    Das trau ich mir bei Kraft nicht zu, die Frau ist für mich noch "glitschiger" als Merkel.
    Meine Wahrnehmung ist die, dass sich beide öffentlich so gut es geht aus allem Sachlichen heraus halten und stattdessen mit viel lächeln und unverbindlichen Geschwafel bei der uninformierten, unkritischen Bevölkerung punkten, während tatsächliche Sachpolitik abgeschirmt in dunklen Zimmern stattfindet.

    Einen Steinbrück kann man sachlich-politisch bekämpfen, eine Kraft oder eine Merkel, die vorwiegend "menscheln" nicht.

    Doppelpost. Die Redaktion/se

  2. dann macht das bitte bei allen Politikern, das wirkt
    seriöser. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

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  3. es stinkt. Das warum ist einfach zu beantworten.

    Erst lässt man sich beraten, dann hält man einen Vortrag für die Leute von denen man beraten wurde. Sozusagen wie in der Grundschule. Der Lehrer bringt einem etwas bei und danach schreibt man einen Aufsatz darüber.

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    • krister
    • 28. Dezember 2012 18:06 Uhr

    4."Erst lässt man sich beraten, dann hält man einen Vortrag für die Leute von denen man beraten wurde."

    ja so läuft das (miese)Geschäft leider.
    Die Menschen werden entscheiden,ob sie sowas ernsthaft wünschen.ich vermute,die Wahlbeteiligungen werden in den Keller sinken,es ist ja weit und breit niemand,den ein vernünftiger Mensch wählen kann/könnte.

    in alle Richtungen.......

    Um dieses Urteil zu faellen, muesste man schon wissen, WAS Steinbrueck in seinen Vortraegen gesagt hat.

    • jagu
    • 28. Dezember 2012 13:27 Uhr

    .. schade dass man sowenig über Merkel liest.

    Anwaltskosten in der Höhe über dieses Zeiträume sind ja wohl nur Peanutz, gegen die Milliarden-Beträge die Merkel und Schäuble dem Bürger durch idiotische und gefährliche Entscheidungen zumutet.

    Allein das Spiel mit den Banken düfte Generationan für nichts und wieder nichts belasten.

    Fazit: Peinliches Bashing mit Nachrichten von Vorgestern und die ehemals ehrwürdige Zeit macht auch noch mit?

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    Danke für Ihren Kommentar, er spricht mir aus der Seele. Von BILD werden wir bewußt gegen Steinbrück beeinflußt, ja sogar manipuliert. 1,8 Mill € in 4 Jahren für eine Anwaltskanzlei, da gibt es in Ministerien ganz andere Summen!
    Div. Medien machen Stimmung gegen einen kompetenten Fachmann und einen Sozialdemokraten,um Neid und Mißgunst zu erzeugen.
    Merkel taktiert par excellence, hält sich zurück, gibt nur vage Andeutungen,um nicht angreifbar zu sein und der Springerverlag stellt sie ins rechte Licht die "Eisernen Kanzlerin", die unser Geld beschützt.
    Den Offenbarungseid gibt es 100%ig erst nach der Wahl Sept.2013.
    Die Deutschen erhalten den/die Kanzler/in, den sie verdienen.
    Wir brauchen keinen erstklassigen Fachmann, sondern eine Wandelblume oder clever taktierende Politikerin wie Angela MERKEL.
    Und die meisten MEDIEN helfen ihr!
    Dass Erschreckende ist: Wie leicht kann man die Menschen, ein Volk b e e i n f l u s s e n.
    Oder: Venalis populus, venalis curia patrum.

    Frank-Walter Steinmeier wurde 2009 u.a. von konserv.Medien unter Dauerbeschuß genommen, weil er angeblich im "Fall Kurnaz" nicht für dessen Freilassung aus Guantanamo trotz "Befürwortung der USA" eingetreten war. Später stelle sich heraus, dass die Dokumente aus den USA überhaupt nicht belastbar bzw. stichhaltig waren. Wohlgemerkt n a c h der Wahl kam die Wahrheit an`s Licht.
    P.Steinbrück wird vor der Wahl kaputt gemacht und wir sind Mediengläubig. Wir sind eben unbelehrbar - früher und heute.

  4. Jetzt schämen sich wohl alle Sozialdemokraten für den Kandidaten Steinbrück. Aber völlig ohne Grund. Die Vergütung von 1,8 Mio. Euro könnte internationalen Standards entsprochen haben. Zudem fließen davon ca. 60 % zurück an den Fiskus in Gestalt von Steuern.

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    a) Vermutlich wird die Vergabe von solch lukrativen Aufträgen ausgeschrieben.
    Also wäre vorrangig zu prüfen, ob die Vergabe korrekt erfolgte.

    b) "Honorar von 1,8 Mio. Euro könnte angemessen gewesen sein"
    Auch das lässt sich prüfen.

    natürlich sollten sich die "Sozial"-"Demokaten" für ihren Kandidaten schämen.
    Man bedenke, dass die kanzlei einen Vertrag von 1,8 Mio Beratungshonorar erhielt und zu einem späteren Zeitpunkt der "Auftraggeber in Verantwortung" als Ex-Fragesteller genau dieser Kanzlei in einem Vortrag erklären versucht, wie das Ur-Problem zu lösen sei.
    Der Nichtsahnende erklärt den Wissenden die Welt.
    Und dies als "Nebenbeschäftigter" der für gutes Honorar nichtmal mehr zu seiner eigentlichen Arbeit kommen konnte, da die Nebentätigkeit die gesamte Aufmerksamkeit und Zeit erforderte.
    Es war die vom Volke indirekt beauftragte Aufgabe des Ministers als Hauptbeschäftigung, die er missachtete und die daraus entstehenden Gewissenskonflikte in Kauf nahm (suchte).
    Wo bleibt das Antikorruptionsgesetz?

    BTW, es fehlt mir noch immer die Begründung, weshalb genau unter dem selben Kanzlerkandidaten und BuFinanzmin. ausgerechnet die HRE, IKB, KfW und sämtliche Landesbanken im Sumpfe der faulen, toxischen SWAP-Papiere ersticken konnten.
    Ich sehe hier eine ähnliche Konstellation, die ihr Zentrum des Finanzministeriums zu suchen ist. Dies obwohl die Bundesaufsicht für Finanzen BaFin rechtzeitig in 2007 vor eben diese Papieren warnte.
    Verlockten Steinbrück die 255 Rendite für den marroden BuHaushalt? Dieser Schuss ging ins Knie.
    Er ist Brandstifter und bewirbt sich als Feuerwehrhauptmann.
    Der Kawallerieritt gen Süden war nur Blendwerk für Primaten, denen er sich überheblich fühlt.

    so macht man Volksverarschungspolitik, Herr Ex-KS. Die Vergütung "könnte", und wenn sie dem nicht entsprochen hat ?
    Natürlich, dann war das "völlig ohne Grund".

    Man muss dem Volk nur die richtigen Schachzüge nicht beibringen, sondern sie damit schlagen.

    …für Selbstbereicherung?

    spd-Vorstellung für "soziale Gerechtigkeit".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, tok
  • Schlagworte Peer Steinbrück | Bundesfinanzministerium | Finanzministerium | Bank | Bankenrettung | Debatte
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