Kanzler-GehaltSPD bemüht sich nach Gehaltsaussage um Schadensbegrenzung

Parteifreunde geben Steinbrück nach seinen umstrittenen Äußerungen zum Kanzler-Gehalt recht. Doch die Patzer des Kanzlerkandidaten sind bereits international Thema. von dpa und reuters

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bekommt in der Debatte um das Gehalt des Bundeskanzlers Unterstützung aus der eigenen Partei. "Steinbrück hat in der Sache natürlich recht: In Anbetracht der Größe des Landes ist das Gehalt der Kanzlerin zu gering", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach der Rheinischen Post . Es könne nicht sein, dass das reichste Land Europas seinem Regierungschef eines der geringsten Gehälter zahlt. Lauterbach bezeichnete die Diskussion um Steinbrücks Äußerungen als "Heuchelei": "Die Debatte wird Steinbrück nicht schaden, weil jeder weiß, dass die Kanzler verglichen mit den Top-Managern zu wenig verdienen."

Der wegen hoher Vortragshonorare ohnehin in der Kritik stehende SPD-Kanzlerkandidat hatte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, gemessen an der Leistung und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weniger Verantwortung verdiene der Kanzler oder die Kanzlerin in Deutschland nicht genug . Das hatte ihm auch innerhalb der eigenen Partei viel Kritik eingebracht. Im gleichen Interview hatte Steinbrück gesagt, Merkel habe bei der anstehenden Bundestagswahl einen "Frauenbonus" .

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SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles pflichtete Steinbrück beim Thema Kanzler-Gehalt bei. " Peer Steinbrück hat etwas ausgesprochen, das schlicht stimmt. Die Aufregung darüber kann ich nicht nachvollziehen", sagte sie der Bild . Der hessische SPD-Generalsekretär Michael Roth sagte der Welt : "Er hat schlicht – wie andere auch – darauf hingewiesen, dass die Maßstäbe der Dotierung von Leitungsfunktionen verloren gegangen sind."

Unterstützung für Steinbrück kam auch vom Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD im Bundestag, Ernst Dieter Rossmann. "Peer Steinbrück hat vollkommen recht: Spitzenvertreter in der Wirtschaft werden viel zu hoch bezahlt. Manche Gehälter sind obszön", sagte er der Rheinischen Post . In der Berliner Zeitung fügte Rossmann allerdings kritisch hinzu: "Ökonomische Markt-Wahrheiten sind ein schlechter Maßstab für politische Werte." Auch der Vorsitzende der SPD in Bayern , Florian Pronold, pflichtete dem Kanzlerkandidaten bei: Wenn der Sparkassenpräsident ein Vielfaches des Gehalts der Kanzlerin verdiene, sei das keine leistungsgerechte Bezahlung.

New York Times über Steinbrücks Ausrutscher

Steinbrücks sachliche Einschätzung werde von allen in der Politik geteilt, sagte der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, der Rheinischen Post . "Doch wir diskutieren das Kanzlergehalt jetzt nicht. Die Diskussion hört auf, bevor sie angefangen hat." Die Vizevorsitzende der Südwest-SPD, Leni Breymaier, warf Steinbrück mangelnde Sensibilität vor. In der Sache habe Steinbrück zwar recht. "Aber er hat kein Fingerspitzengefühl für den richtigen Zeitpunkt." Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zeigte kein Verständnis für die von Steinbrück angestoßene Debatte: "Unser Land hat drängende Probleme, die es anzupacken gilt. Die Frage des Gehalts der Kanzlerin gehört sicher nicht dazu", sagte sie der Süddeutschen Zeitung .

Auch international finden Steinbrücks umstrittene Aussagen Beachtung. Steinbrück stolpere von einem Fettnäpfchen ins nächste, schreibt die New York Times . Die "Frauenbonus"-Aussage bezeichnete die Zeitung als Steinbrücks eigenen binders full of women -Moment – mit Anspielung auf eine Aussage des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney , der im US-Wahlkampf gesagt hatte, ihm seien auf der Suche nach weiblichen Abgeordneten "Aktenordner voller Frauen" gebracht worden . Der SPD-Kanzlerkandidat müsse angesichts der Popularität der Kanzlerin zwar Wirbel machen, heißt es in der NYT . "Aber vielleicht nicht so, wie Steinbrück das gemacht hat."

Der Parteienforscher Jürgen W. Falter nannte Steinbrücks Vorgehen "grauenvoll ungeschickt". "Es wirkt, als wolle er mehr Geld haben und verhandele bereits im Vorfeld darüber", sagte Falter der Passauer Neuen Presse . Zuvor hatten bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sowie ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) deutlich gemacht, dass sie das Kanzlergehalt für ausreichend halten. "Wem die Bezahlung als Politiker zu gering ist, der kann sich ja um einen anderen Beruf bemühen", sagte Schröder.

Noch ist im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl nach Einschätzung der Meinungsforscherin Renate Köcher aber alles offen. Zwar gebe es keine Wechselstimmung, doch müssten SPD und Grüne nach den aktuellen Umfragewerten "nur zwei bis drei Prozentpunkte dazu gewinnen, um eine eigene Mehrheit zu erzielen", sagte die Chefin des Instituts Allensbach der Saarbrücker Zeitung . Köcher äußerte sich erstaunt darüber, dass viele in Deutschland eine große Koalition von Union und SPD nach der Wahl bereits für eine ausgemachte Sache halten. "Das ist ein mögliches Szenario, ein anderes Rot-Grün, aber auch eine schwarz-grüne Konstellation", sagte sie. Selbst eine Neuauflage der derzeitigen schwarz-gelben Koalition sei nicht völlig ausgeschlossen.

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Leserkommentare
  1. Zitat: "Steinbrücks sachliche Einschätzung werde von allen in der Politik geteilt, sagte der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, der Rheinischen Post."

    Ach ne, das verwundert mich jetzt aber schon!
    Selten haben die Politiker so offen gezeigt, wie weit sie sich von der breiten Bevölkerung entfernt haben.

    Auf's Jahr 2013...

    43 Leserempfehlungen
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    • Moika
    • 31. Dezember 2012 12:24 Uhr

    In der Sache hat Steinbrück ja nicht einmal so unrecht. Nur, nach all den Querelen in den letzten Monaten um seine "Nebeneinkünfte", ist diese Diskussion jetzt um das Kanzlersalär der absolut falsche Zeitpunkt.

    Und wer den guten Peer kennt, weiß, daß ihm diese Problematik sehr wohl bekannt sein wird. Also: Warum tut er's trotzdem?

    Hat er mit einigen Leuten im Parteivorstand noch ein paar Rechnungen offen, die er jetzt mit diesem Mega-"Blackout" präsentieren will? Besser konnte er zumindest seine nun offensichtliche Gier nicht dokumentieren.

    Oder will er lediglich klarmachen: Wählt mich ruhig, aber für diesen "Hungerlöhn" trete ich nicht an.....

    Wie dem auch sei: Steinbrück hat sich selbst, man verzeihe mir den Ausdruck, als "Gierlappen geoutet. Daß er er damit seine Chancen im Wahlkampf verbessert hat, glaubt er mit Sicherheit selbst nicht.

    Guten Rutsch!!!

    Deutschland ist eine Bananenrepublik, warum soll sich ein deutscher Bundeskanzler nicht besolden lassen wie Bokassa.

    Daß Steinbrück sich nur an Managergehältern orientiert, zeugt (noch) von dezenter Bescheidenheit.

    Die Bundeskanzlerin erhält mit allen Bezügen rund 250.000 Euro brutto im Jahr. Eine Nebentätigkeit ist für sie mit guten Gründen ausgeschlossen und würde auch nicht genehmigt.

    Zum Vergleich erhielt Peer Steinbrück in den letzten vier Jahren für seine Nebentätigkeit durch Halten von Reden rund 1.000.000 Euro brutto. DAS ALLEIN entspricht pro Jahr dem Einkommen der Kanzlerin. Hinzu kommen seine Einnahmen aus der normalen Tätigkeit als Abgeordneter.

    Soviel verdienen auch Mittelständler mit Verantwortung für wenige Arbeitnehmer. Wenn sie pleite gehen, stört das niemanden außer die Betroffenen.

    Würde Peer Steinbrück zum Kanzler gewählt, dann VERZICHTET er bereits jetzt auf Einkommen. Wenn er allerdings die Wahl verliert, dann ist er so bekannt, dass er zukünftig als Redner wahrscheinlich noch mehr als in den letzten vier Jahren verdienen könnte. Warum also sollte er das Amt ausüben wollen? Er soll das Amt wollen und nicht seinen Marktwert erhöhen! ICH WILL KANDIDATEN, DIE GEWINNEN WOLLEN!

    Was gewinnt er also als Kanzler? „Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung“ nach Artikel 65 GG. Gesellschaftlich gewinnt er Anerkennung, aber auch Abschätzung und Anfeindungen. Jeder Bürger will, dass die Entscheidungen des Kanzlers sein persönliches Leben verbessern, WAS NICHT MÖGLICH IST. Dafür muss er aber seine ganze Arbeitszeit aufwenden!

    Das Einkommen einer KanzlerIn darf die Entscheidungen nicht beeinflussen!

    VW hat rund 500.000 Mitarbeiter und kann seinen Gewinn nur im Rahmen der Gesetze von der Politik erzielen. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn verdiente 2011 rund 17,5 Mio. Euro.

    Der Kanzler ist verantwortlich für rund 40.000.000 Arbeitnehmer. Sollte er dann das 80-fache von Winterkorn verdienen? NEIN!

    Die Politik des deutschen Kanzler beeinflusst auch die Weltwirtschaft. Er trägt also auch Verantwortung für Menschen in anderen Ländern. Ein hochgerechnetes Einkommen würde unsere Vorstellungen nur noch mehr übersteigen als das 80-fache des VW-Vorstandes. Nochmals NEIN!

    Ein Abgeordneter wie Steinbrück, der sein Einkommen über Reden erzielt, sollte sich nach der „Wurst strecken wollen“. ER MUSS KANZLER WERDEN WOLLEN, weil er dann ETWAS MEHR verdient, als durch Reden halten. Das hätte zwei positive Effekte.

    Erstens redet er den Auftraggebern nicht nach dem Maul. Vielmehr reflektiert er das Machbare. Ein guter Redner läuft nämlich Gefahr als Kanzler nominiert zu werden.

    Zweitens richtet er sich nicht bequem als Redner ein. Wenn seine realistischen Reden überzeugend sind, dann kann er die nächste Stufe als Kanzler erreichen. Davon hätte er einen finanziellen Vorteil (die Wurst). Und falls seine Ideen umsetzbar sind, erhält er auch noch Anerkennung! Falls er versagt, wählen wir ihn ab oder er wird von Parteifreunden gestürzt!

    Macht euch einfach Gedanken über die „richtige“ Höhe des Einkommens! 2x bis 5x von Abgeordneten?

    Leute, lasst uns „die Wurst höher hängen“!

    • Centime
    • 31. Dezember 2012 18:12 Uhr

    Es liegt doch an Ihnen ob Sie Ihren Arbeitnehmer( nichts anderes ist ein Politiker), mehr Geld geben wollen.
    Geld und mehr Geld kann nur der einfordern der Leistung bringt.

    Die Politiker sind nicht die Koenige.Die Gehaelter duerften nur das Volk bestimmen.Solange sich nichts aendert in diesem System und keiner gewillt ist es zu bekaempfen, ist es unnoetig sich darueber nur aufzuregen.Sie selbst wuerden dieses Geld doch auch nehmen, nicht wahr?

    • Vanita
    • 31. Dezember 2012 11:43 Uhr

    Ich werde den Eindruck nicht los, Steinbrück ist in der falschen Partei; vermutlich war es ihm egal, wo er Karrierist wird, so ist er bei den Sozialdemokraten gelandet.

    In der freien Wirtschaft hätte ihn wohl keiner genommen, immerhin hat er keinen Abi-Titel bekommen wegen Sitzenbleiben, eine wissenschaftliche Karriere war damit auch ausgeschlossen.

    Steinbrück ist einer der Polit-Karrieristen, die inzwischen überall zu finden sind; die gehen nicht wegen Idealismus oder Berufung in die Politik, sondern um Geld und Macht zu kriegen.

    Dass es da noch welche gibt, die auf die "kernigen" Botschaften reinfallen, nach allem was Steinbrück politisch "geleistet" hat, gibt ein ebenso erschreckendes Bild über unsere Gesellschaft wie über unsere Politik. Naja, und so manche Medienvertreter reden dem ja auch gerne nach dem Mund, den er einfach mal halten sollte.

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    im Vergleich zu Steinbrück verhält die sich recht anständig.
    Der Mann selbst ist ein Clown: Wie wenig Taktgefühl kann man haben?
    Die Vorwürfe gegen seine Nebentätigkeiten hat er wohl gänzlich gar nicht verstnaden und bereitet schon mal eine Gehaltserhöhung für seine hoffentlich nicht eintrettende Kanzlerschaft vor.
    Lustig!

    denn das scheint noch an die SPD der 70er angelehnt zu sein. Seit Schröder sollten Sie wissen: Steinbrück ist in der richtigen Partei!

    • blue74
    • 31. Dezember 2012 11:43 Uhr

    Für mich verdiene nicht die Politiker zu wenig im Vergleich zu den Managern, sondern die Manager zu viel im Vergleich zu den Politikern. Und Peer Steinbrück zeigt einmal mehr wie er tickt und verspielt so seine Chancen gewählt zu werden. Muss man jetzt bereits darauf hoffen, dass sich die SPD nach verlorener Wahl erneuert?

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    Nun gut, wir können darüber streiten, ob es gerecht ist, dass erfolglose Manager mit Millionen-Abfindungen abtreten sollten, ich denke nein. Ich halte es aber für unbedenklich, wenn ein erfolgreicher Manager Millionen kassiert. Zumeist werden Manager extrem erfolgsabhängig bezahlt. Sorgen sie für Gewinne und somit für Dividenden für die Eigentümer, so verdienen auch sie selbst gut. Was mich wütend macht, sind falsche Anreize (kurzfristige Profite) und risikolose Einkommen von Managern. Beispiel: der Herr Wedikin hat dreistellige Millionenbeträge verdient, weil er Porsche vom Konkursfall zum lukrativsten Autobauer gemacht hat. Das ganze hat er zu einem Teil auch mit fragwürdigen Finanzgeschäften gemacht, welche das Unternehmen die Eigenständigkeit gekostet haben. Für diesen Schaden sollte Wedekin haftbar gemacht werden.

    Vergleichen wir das mal mit den Politikern. Gemeinsam haben beide Gruppen, dass sie im Falle des Misserfolgs nichts zu befürchten haben. Es spielt keine Rolle ob der Politiker Milliarden in den Sand setzt, er wird sich nicht wegen Verschwendung von Steuern verantworten müssen. Ein Unterschied gibt's aber doch. Politiker bekommen es seit Adenauer nicht mehr hin mit einem gegebenen Budget (Einnahmen) zurecht zu kommen, sondern wollen immer mehr Mittel. Manager müssen diese Mittel erwirtschaften. Auch wissen Manager zumeist genau, wem sie Respekt zollen müssen (Eigentümer/Aktionär), während Politiker uns nur einmal alle vier Jahre anlügen müssen.

    aber das kann man nicht ändern. Selbst wenn man die Gehälter von Managern deckeln würde, läge das Maximum um ein vielfaches höher als das Gehalt der Kanzlerin.
    Also geht es nicht anders, als die Gehälter von Politikern zu erhöhen, sonst wird ein Posten in der Politik immer unattraktiver und immer häufiger durch Nieten besetzt. Also hat Steinbrück recht.

    Und zu Kommentar 1: ziemliche Polemik, 8 Empfehlungen dafür sind 8 zuviel.

    In Frankreich kämpfen gerade Peugeot und Renault um das Überleben. In Deutschland steht VW vergleichsweise gut da. Wir haben im Gegensatz zu unseren klassenkämpferischen Nachbarn die Arbeitnehmer mit in den Aufsichtsräten. Die stimmen mit über die Höhe der Bezüge von Vorsständen ab. Herr Winterkorn erhält sein zweifellos hohes Gehalt also mit Zustimmung der Arbeitnehmer. Recht so! VW steht im Gegensatz zu den fußlahmen Franzosen sehr gut da. Es geht hier um Milliarden, da machen doch 15 Mio. nichts. Gohsn hat ca. 4. Milliarden für die E-Mobilität verbrannt.
    Und was bekommen Schuhmacher, Vettel, Bundesliga-Fußballer??
    Top Leistung will bezahlt sein. Eine leica war auch 100 mal teurer als eine Agfa-Klack. Über diese dämliche Diskussion von Gehältern konnte ich mich immer schon bei meinem Schwiegervater amüsieren, der Richter war. Er meinte, er wäre unterbezahlt. Aber auf die Idee, seinen Staatsdienst zu quittieren und eine Kanzlei aufzumachen ist er nie gekommen. Allerdings: Die tatsächliche Haftung der Vorstände für Fehlleistungen gehört geändert. Boni erst nach 3 Jahren , damit Nachhaltigkeit erzeugt wird.
    Im Übrigen: Steinbrück ist nicht mehr zu retten. Die SPD hat echt auf die falsche Karte gesetzt! Selbst die Zeit mit ihrem geneigten herausgeber kann ihn nicht mehr gesund schreiben!

    • Otto2
    • 31. Dezember 2012 12:32 Uhr

    1. Die meisten Menschen bekommen Geld für Arbeit. Die, die dass meiste Geld bekommen bekommen es nicht für Arbeit - jedenfalls nicht für die eigene Arbeit. Wenn ein Herr Albrecht (ALDI) ca. 15 Mrd. Euro sein Eigen nennt, so ist doch jedem klar, dass diese 15 Mrd. zum allergrößten Teil nicht durch ihn erarbeitet wurden.
    Schlussfolgerung: Ein Kanzlerkandidat der SPD kann diese Leute und deren Einkommen nicht als sein Maßstab betrachten.
    2. Manager großer Firmen bekommen heute Millionen pro Jahr. Nicht selten im zweistelligem Bereich, die sie auch nicht selbst verdienen, sondern die abfallen von dem großen Kuchen der Firmeneigner, wenn die Rendite stimmt.
    3. Nun zum Sparkassen- Direktor. Man kann auch die Frage stellen, warum bekommt ein Sparkassendirektor mehr als die Kanzlerin? Muss das so sein?
    Zusammenfassung: Hallo SPD, macht Steinbrück doch zum Sparkassendirektor. Ihr habt in NRW doch Einfluss!

  2. Mit 65 Jahren, wenn nicht schon früher, macht man das Meisterstück. Steinbrück ist im Fach "Soziale Kompetenz" noch nicht über das 1. Lehrjahr hinaus gekommen. Damit ist die gesamte Meisterprüfung hinfällig. Auch wenn Opa Schmidt bei der Innung ein Wort für den Schützling einlegt.
    Wir leben in einem gemeinsamen Europa. Da braucht es keine sozialen Dampfwalzen und Abrissbirnen im Kanzleramt.

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    in sozialer Kompetenz mit Glanz und Gloria bestanden: Er hat auf eine bekannte Tatsache hingewiesen, und überall in Kommentaren wird aufgeschrien. Warum denn? Er hat keine Höherbezahlung für den Kanzlerposten verlangt; es wird ihm jedoch unterstellt. - Warum unterstellt man ihm nicht, daß er damit die Herabstufung von Bezügen der Banker einschließlich aller Boni und anderer Vorteile meinte? Dafür wäre durchaus im Kanzleramt eine soziale Dampfwalze, weil es in den entsprechenden Banken sonst niemand merkt. - Angela Merkel bezahlt ja noch die Geburtstagsfeier von Josef Ackermann im Kanzleramtsgebäude. Nennen Sie das eine soziale Kompetenz dieser Frau? -

  3. "Es wirkt, als wolle er mehr Geld haben und verhandele bereits im Vorfeld darüber"

    Schade. Deutschland könnte ihn wegen seinen Fähigkeiten gut als Kanzler gebrauchen.

    Nach derartigen Beiträgen Steinbrücks kann Merkel jetzt ihn seelenruhig weiter negieren. Sie muss ja nicht jede Herausforderung annehmen ....

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    • kai1
    • 31. Dezember 2012 14:01 Uhr

    Zitat:

    "Schade. Deutschland könnte ihn wegen seinen Fähigkeiten gut als Kanzler gebrauchen."

    Könnten Sie bitte das näher erläutern?

    Was für Fähigkeiten? NRW. gegen die Wand Fahren. Herr Steinbrück hat doch nur Glück gehabt das EX. Kanzler G. Schröder an der Macht war und ihm mit einen Ministerposten versorgen konnte sonst wäre Herr Steinbrück Sang und Klanglos Untergegangen. Vor ca. 6 Wochen erzählte Herr Steinbrück noch die Finanzielle Seite als Kanzler würde Ihn nicht Intressieren und Heute? Liebe leute Ich habe das Gefühl Peer Steinbrück ist G. Schröder nr.2 nur noch Schlimmer für die sogenannten kleinen Leute.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich inhaltlich. Danke, die Redaktion/jz

  4. Ich hätte da mal eine Frage an Herrn Steinbrück, wollen Sie eigentlich Kanzler werden oder hat man Sie mit Waffengewalt dazu gezwungen?
    Mir stellt sich weiterhin die Frage, was wird dieser Mensch eigentlich noch alles raushauen, nur um nicht Kanzler zu werden und der Tante SPD wieder kathastrophales Wahlergebnis zu bescheren?
    Oder sollten wir vielleicht nicht doch besser per Gesetz oder Notstandsverordnung schnellstens alle Fettnäpfchen verbieten und bestehende vernichten, damit Herr Steinbrück nicht ständig in diese reinlatscht.

    20 Leserempfehlungen
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    • S0T86
    • 31. Dezember 2012 16:27 Uhr

    Ich glaube es liegt auch so ein bisschen am Publikum. Da wird über jede vermeintliche "Fehlbewegung" Steinbrücks gejubelt wie im römischen Colosseum, und Kanzlerin Merkel zur (imperialistischen) Weltenretterin hochstilisiert. Bei diesen Verhältnissen wundert mich gar nichts. Die Vertreter der Aufklärung werden sich im Grabe umdrehen.

    Bei Steinbrück wird jegliche Rhetorik bis ins Detail auseinandergenommen. Eine Regierung Merkel kann faktisch Panzer nach Saudi-Arabien, Atom-U-Boote nach Israel, und Abwehrraketen in die Turkei liefern; sie kann korrupte Bundespräsidenten stellen; eine plagiierende Bildungsministerin einstellen und einen weiteren Plagiator neuen Helden stilisieren; da kann über Hartz-4-Empfänger gelästert werden; mit Herrn Ackermann wird zum Geburtstag im Kanzleramt auf des Steuerzahlers Rechnung diniert; eine Renationalisierung wird forciert; Deutschland darf die Schulden anderer Länder zahlen (auch wenn die Propaganda eifrid das Gegenteil publiziert); der Bürger wird es ihr eifrig und wohlwollend verzeihen. Steinbrück wird im Vergleich als dekadent dargestellt. So weit sind wir also tatsächlich gekommen. Erinnert mich an die Situation in einigen islamischen Ländern - da wird auch nichts hinterfragt - bzw. nur alles Neue. So sieht das neue deutsche Bürgertum aus. Aufgeklärt und weitsichtig ist es nicht.

    • arnster
    • 31. Dezember 2012 11:48 Uhr

    Es scheint das Ziel der SPD zu sein, Juniorpartner der CDU zu werden um Anteil an Macht und Posten zu haben. Allein die bisherigen Skandälchen oder zu diesen hochgeschriebenen Fakten reichen, um einen Wahlsieg der SPD zu verhindern. Und bis zur Wahl ist es noch lange hin. Nur unter diesen Aspekten kann man die Nominierung von Steinbrück nachvollziehen. Lieber mit Steinbrück und alter bewährter Agenda Zweiter als Erster mit einem neuen Kandidaten/-in und irgendwelchem sozialdemokratischen Teufelszeug.

    10 Leserempfehlungen
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    Ich wünschte, Sie hätten Recht und der Steinbrück will wirklich nur auf Platz 2 landen, die Alternative ist einfach zu grausig - denn das würde bedeuten, daß Steinbrück tatsächlich so weit vom Alltag und den Problemen des gemeinen Pöbels abgehoben ist, daß er denkt, 17000€ im Monat seien zu wenig (und daß er die Stimmung im Lande so mißversteht).

    Und das als Vertreter einer Partei, die sich als Vertretung der klassischen Arbeiter sieht.

    Wie auch immer, wählbar ist er keinesfalls; "freuen" wird uns also auf eine Neuauflage der großen Koalition, die das Land dann endlich völlig gegen die Wand fahren dürfte.

    braucht wirklich niemand. Und eine SPD, die Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten kürt, hat nur nicht den Mut, sich und anderen einzugestehen: "Wir sind als Volks-Partei Vergangenheit".

    Warum sollen sie Merkels Geist mit einem Kreuzschen für Steinbrück wählen?!? Geht doch einfacher. Ich wünsche mir, die Wähler mögen im Neuen Jahr 2013 mehr Mut zu "historischen Wahrheiten" haben.

  5. ... würde ich mir nicht nur einen anderen Spitzenkandidaten wünschen ....

    ... ich würd eine/n andere/n aufstellen.

    Und zwar pronto.

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    • -simon-
    • 31. Dezember 2012 12:43 Uhr

    Mit dem neuen Kandidaten rechne ich schon eine ganze Weile. Irgendwann muss Hannelore Kraft doch das Mitleid packen, denn Steinbrück kann es nicht.

    Aber auch wenn die SPD sich noch anders besinnen sollte,
    eine Alternative wäre Rot/Grün nicht, allenfalls ein noch schnellerer Ausverkauf Deutschlands.
    Bleibt nur, ganz anders zu wählen.
    Wikipedia hält eine Liste aller politischen Parteien bereit: http://de.wikipedia.org/w...

    wo hernehmen, wenn nicht stehlen? (S)PD hat schon lange keine Spitzenkandidaten mehr. Ich werde 2013 zur Wahl gehen und meinen Zettel ungültig machen. Hoffentlich folgen viele diesem Beispiel. Ich habe irgend wo gelesen, dass bei 20% (?) ungültigen Stimmen die Wahl ungültig ist. Die dummen Gesichter dieser Selbstbedienungsbanausen wären es wohl wert. Und erst die Blamage im Ausland, jauchz! Der pennende Michel hätte endlich mal richtig protestiert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte SPD | Angela Merkel | Gerhard Schröder | Peer Steinbrück | Karl Lauterbach | CDU
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