ReaktionenPolitiker aller Parteien trauern um Peter Struck

Die SPD ist von dem Tod ihres früheren Fraktionschefs tief betroffen. Auch Union und Grüne würdigen ihn als verlässlichen Freund und leidenschaftlichen Demokraten. von afp und dpa

Auf den plötzlich Tod des früheren Verteidigungsministers Peter Struck haben Vertreter aller Parteien mit Trauer und Respekt für das Werk des SPD-Politikers reagiert. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier sagte: "Wir verlieren nicht nur einen großen Politiker, der für viele Menschen im Land ein Vorbild war." Es ginge auch ein Freund verloren, ein enger Weggefährte, ein Mann "voller Herzenswärme, Humor und Lebensklugheit".

Zweimal sei Peter Struck an die Spitze der Fraktion gewählt worden, als einziger Fraktionsvorsitzender seit Gründung der Bundesrepublik. "Er genoss von Anfang an hohe Anerkennung in der Fraktion. Und über die Jahre wurde aus Anerkennung tiefe Zuneigung. Die Menschen mochten ihn für seine Offenheit, Geradlinigkeit und für seine klaren Ansagen ", sagte Steinmeier.

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Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel sagte, die Nachricht erfülle sie mit großer Trauer. "In der Großen Koalition habe ich ihn als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt." Als Verteidigungsminister habe sich Struck hohe fachliche Anerkennung und die Wertschätzung der Soldatinnen und Soldaten erworben. Ihr Mitgefühl gelte seiner Familie, sagte Merkel.

"Verlor nie das Gefühl für die Bevölkerung"

Die Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast teilten mit, die Nachricht von Peter Strucks Tod erfülle sie mit Trauer und Betroffenheit. "In Peter Struck verliert unser Land einen großen Sozialdemokraten und leidenschaftlichen Parlamentarier", schrieben Trittin und Künast. "Sein Spruch, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie es hineingekommen sei, wurde als Strucksches Gesetz zum geflügelten Wort."

Als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag und als Verteidigungsminister habe er entscheidend zum Zustandekommen und Erfolg der rot-grünen Regierungskoalition beigetragen: "Wir erinnern uns mit Dankbarkeit an eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit."

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi sagte: "Über viele Jahre konnte und durfte ich mit Peter Struck zusammenarbeiten. Er war fleißig, engagiert und verlor nie das Gefühl für die Situation der Bevölkerung, für Menschen in Armut."

Gysi sagte, dass Struck sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten konnte, was inzwischen eher eine Rarität in der Politik sei. "Er besaß auch Humor und war lebenslustig. Wir sollten versuchen, ihn mit seiner Lebenslust in Erinnerung zu behalten."

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Leserkommentare
  1. Auch ein verlässlicher Freund und leidenschaftlicher Demokrat kann sich irren:

    „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“

    http://www.zeit.de/politi...

    • rjmaris
    • 19. Dezember 2012 17:47 Uhr

    Merkel über Struck steht oben.
    Struck über Merkel:
    ZEIT: Was stört Sie an der Bundeskanzlerin?

    Struck: Ich weiß nicht, wofür sie steht. Man kann sich nicht auf sie verlassen.

    (...)

    ZEIT: Angela Merkel oder Helmut Kohl?

    Struck: Kohl. Er war verlässlich, auch in seiner Gegnerschaft, und nicht so wischiwaschi.

    Aus: http://www.zeit.de/2009/3...

  2. wieviele Politiker Qualitäten an Herrn Struck loben und hervorheben, die sie selber schon lange nicht mehr besitzen oder noch nie besaßen.
    Vielleicht is es für den einen oder anderen ja ein Denkanstoß.

    Mein Beileid und alle Kraft der Familie Struck.

    • Hokan
    • 19. Dezember 2012 17:55 Uhr

    Bei allen lobenden und anerkennenden Worten über Strucks politisches Wirken, beeindruckt Gysi mit seiner sehr persönlichen Sicht auf den Menschen Struck. Was könnte mehr für den Toten sprechen, als Respekt und Zuneigung aus dem Munde eines in der Sache harten Konkurrenten.

  3. Normaler Weise eine Meldung die man liest und vergisst. Bei Struck ist das anders. Es ist traurig zu wissen, dass es ihn nicht mehr gibt. Solche Typen wachsen einfach nicht mehr nach.

  4. ...auch wenn eher der politisch korrekte und allglatte beim Volke weiterkommt. Meine Hochachtung (als Nicht-Sozialdemokrat), und alles Gute und viel Kraft für seine Angehörigen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, zz
  • Schlagworte Peter Struck | Angela Merkel | Frank Walter Steinmeier | Gregor Gysi | Jürgen Trittin | Renate Künast
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