Nach dem gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen verschärfen. "Wir wollen mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen", sagte Konzernchef Rüdiger Grube der Bild am Sonntag .

Für Februar wolle er Innenminister Hans-Peter Friedrich , Vertreter der Länder und der Bundespolizei sowie Datenschützer zu einem sogenannten Sicherheitsgipfel einladen. "Ziel sind gemeinsame neue Konzepte für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen ", sagte Grube. Das offene Bahnsystem in Deutschland will Grube jedoch nicht grundsätzlich infrage stellen. "Wir können und wollen auch nicht vor jedes Gleis einen Zaun stellen."

Auf dem Bonner Hauptbahnhof hatte am 10. Dezember ein Unbekannter – womöglich aus der radikalislamischen Szene – eine Sporttasche mit einem Sprengsatz abgestellt. Die Bombe wurde von Experten mit einem Wassergewehr zerstört. Videoaufnahmen eines Tatverdächtigen erhielten die Ermittler nur durch die Überwachungskamera in einem Schnellrestaurant im Bahnhof.

Jetzt auch Videoaufzeichnung in Bonn

Seit einigen Tagen würden nun auch die Videobilder der Kameras im Bonner Hauptbahnhof aufgezeichnet, sagte Grube. Dies sei mit der Bundespolizei vereinbart worden. "Generell gilt, dass wir die Bahnhöfe mit Kameras bewachen, Aufzeichnungen muss die Bundespolizei beauftragen", sagte der Bahnchef.

Nach dem versuchten Anschlag im Bonner Hauptbahnhof hatte eine Infratest-Umfrage im Auftrag des ARD Morgenmagazins gezeigt, dass 81 Prozent der Befragten für eine Ausweitung der Videoüberwachung sind. Die Videoüberwachung des öffentlichen Raums ist im Bundesdatenschutzgesetz und in den Polizeigesetzen der Länder und des Bundes geregelt. Ähnliche Diskussionen wie nach dem Anschlag in Bonn wurden auch nach den Bombenfunden in Dortmund und Koblenz im Jahr 2006 geführt, ebenso zwei Jahre zuvor nach dem gescheiterten Anschlag am Dresdner Hauptbahnhof. Auch dort gab es Kameras, aber keine Videoaufzeichnung.