Der schleswig-holsteinische Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki (FDP) könnte bald eine größere Rolle in der Bundespartei spielen: Er will in die oberste Führungsriege der Liberalen aufrücken. Beim Berliner Parteitag Anfang März wolle er sich um einen Sitz im neuen FDP-Präsidium bewerben, sagte Kubicki Spiegel Online.

"Ich trete für das Präsidium meiner Partei als Kandidat an, um mit ganzer Kraft für ein gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl zu sorgen", sagte der 60-Jährige, der immer wieder mit Kritik an der eigenen Partei aufwartet.

Eigentlich sollte eine neue FDP-Spitze auf dem regulären Parteitag im Mai gewählt werden. Nach dem überraschend guten Ergebnis bei den Landtagswahlen in Niedersachsen hatten Parteichef Philipp Rösler und das Präsidium am Montag entschieden, den Parteitag vorzuziehen.

Nach wochenlangen Personaldebatten hatte sich die FDP-Führung am Montag auch auf eine Doppelspitze im Wahlkampf geeinigt. Danach bleibt Rösler FDP-Vorsitzender, während Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle die Partei als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führen soll. 

Kubicki hat mehrfach mit Spitzen gegen Rösler auf sich aufmerksam gemacht. Vor einigen Wochen hatte er sich mit folgendem Satz geäußert: Natürlich sei Philipp Rösler sein Vorsitzender – bis zum nächsten Parteitag.

Parteitag im März statt im Mai

Auf dem Parteitag in Berlin will Rösler erneut für den Vorsitz der Liberalen kandidieren. Brüderle soll als Spitzenkandidat bestätigt werden.

Am ursprünglich geplanten Termin für den Wahlparteitag Anfang Mai treffen sich die Liberalen noch einmal in Nürnberg zu einem außerordentlichen Bundesparteitag. Dabei soll es um das Programm für die Bundestagswahl gehen.