Hauptstadtflughafen : EU-Kommission will gegen BER-Flugrouten klagen

Jetzt mischt sich auch die EU in die Diskussion um den neuen Berliner Flughafen ein. Sie will einem Medienbericht zufolge wegen geänderter Flugrouten klagen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit muss sich am Samstag einem Misstrauensvotum stellen, der Bund will Matthias Platzeck als neuen Aufsichtsratschef des BER-Flughafens verhindern und Kritiker fordern gar einen Neubau des neuen Berliner Flughafens. Und damit nicht genug: Jetzt stimmt auch die Europäische Union in die Diskussion mit ein. Sie will nach Informationen des ARD-Politikmagazins Kontrasteeine Klage wegen geänderter Flugrouten einreichen.

Demnach weichen die jetzt festgelegten Flugrouten "erheblich" von den im Planfeststellungsverfahren genehmigten Routen ab. Es gebe für die neuen Wege keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Es seien vor allem seltene Vogelarten wie Fischadler, Kraniche und Weißstörche rund um den Müggelsee durch die Überfliegung gefährdet.

Vor gut einem Jahr hatte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die gültigen Flugrouten vorgestellt.

© ZEIT ONLINE

Der Grünen-Europaparlamentarier und Verkehrsexperte Michael Cramer sagte zu Kontraste: "Dass die EU-Kommission nun über ein Vertragsverletzungsverfahren nachdenkt, zeigt, wie schwerwiegend dieser Verstoß ist. Eine erneute Prüfung der Flugrouten könnte zu Planungsänderungen und Kostensteigerungen führen."

Die Eröffnung des Berliner Flughafens wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals verschoben. Am Wochenende war bekannt geworden, dass er auch in diesem Jahr nicht fertig wird. Mit der Bekanntgabe eines neuen Termins für die Eröffnung wird frühestens im Sommer gerechnet.

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Kommentare

37 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Bitte...

...das Leben nicht zu einfach machen. Die Bauherren wollten sparen, wo es nur geht. Der Flughafen war ursprünglich viel größer geplant worden, wurde dann aber verkleinert.
Es gibt Beispiele wie die Anlegetreppe des A380, die komplett verlegt wurde. Dann wollten natürlich auch die Geschäfte umziehen, weil jeder vor dem Gate, aus dem über 800 Passagiere aussteigen liegen. Alles muss angepasst werden. Das alles kam vom Bauherren, also von Bund und Ländern. Durch über 500 Änderungen im Bauablauf kam es dann dazu, dass Kabeltrassen, die ursprünglich für viel weniger Kabel gedacht waren, maßlos überbelegt waren - obwohl sie ursprünglich korrekt dimensioniert wurden.

https://www.youtube.com/w...

Und wenn in so einem Fall jemand entlassen wird, dass muss das nichts heißen. Das kann genauso ein Bauernopfer sein.

Ihre Anmerkungen sind durchaus richtig.

Aber es ist kein Bauernopfer, wenn die für den Bau Verantwortlichen bei dieser Fehlerhäufung entlassen werden.

Wer hat denn die Kabelstränge überbelegt und das nicht bereinigt? Wer hat eine zweifelhafte, unerprobte Brandschutzanlage an der Baugenehmigung vorbei eingebaut und dies nicht beanstandet? Wer hat den Aufsichtsrat und die Öffentlichkeit bis kurz vor der geplanten Eröffnung im Glauben gelassen, dass alles klappt? Von den falsch gesetzten Bäumen gar nicht zu reden.

Diese Mängel kann man dem Aufsichtsrat nicht ankreiden. Der muss sich auf die dafür eingestellten Fachleute verlassen können.