BundeswehrDer Traum vom ferngelenkten Krieg
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"Schläge im feindlichen Luftraum" frühestens ab 2024

Dass sich die Einsätze der Bundeswehr mit Kampfdrohnen grundsätzlich ändern würden, wie Politiker der Grünen und Linken sowie Friedensgruppen befürchten, scheint damit eher unwahrscheinlich. Bisher hat die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen sowieso nicht alle Waffensysteme eingesetzt, die sie im Arsenal hatte – meist aus politischen Gründen. Die Missionen sollten in Deutschland nicht zu sehr nach Krieg aussehen. Das war vor allem in Afghanistan der Fall, wo die Bundeswehr bislang etwa auf eigene, bewaffnete Kampfflugzeuge verzichtete. Zwar waren dort deutsche Tornado-Jets im Einsatz, jedoch lediglich als Aufklärer, die mit Kameras statt mit Bomben bestückt waren.

Für Luftschläge waren deutsche Truppen dennoch verantwortlich. Bundeswehrsoldaten forderten in Afghanistan bei Schusswechseln häufig Jets der Alliierten an. Die Luftangriffe haben die Deutschen dann der US-Armee überlassen. Lediglich im Fall der Tanklaster-Bombardierung bei Kundus machte das Schlagzeilen. Mit Kampfdrohnen im Arsenal müsste die Bundeswehr künftig in einem Konfliktszenario wie Afghanistan die Luftschläge möglicherweise aber selber fliegen.

Ein künftiger Einsatz einer Kampfdrohne ist jedoch kurzfristig nicht in Sicht. Sie muss zunächst sowieso erst einmal angeschafft und eingeführt werden, was zuvor aber die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestages erfordert. In der ersten Hälfte 2013 soll nach Wunsch der Regierung darüber entschieden werden. Spätestens 2014 wird die Bundeswehr Afghanistan weitgehend verlassen haben. In welchen Konflikten die Drohnen dann in den Kampf geschickt werden sollen, will die Bundesregierung noch nicht verraten: "In welchem sicherheitspolitischen Umfeld diese Einsätze stattfinden könnten, ist ebenso wie eine gesicherte Darstellung möglicher künftiger Einsatzszenarien nicht verlässlich vorherzusagen."

Dass die schwarz-gelbe Regierung sich aus den letzten Kampfeinsätzen der Nato-Verbündeten in Libyen und Mali herausgehalten hat und dies wohl auch künftig vorhat, macht Einsätze von deutschen Kampfdrohnen in den nächsten Jahren nicht wahrscheinlicher. In einer Liste der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr ist die Fähigkeit "Schläge im feindlichen Luftraum" per Drohne frühestens ab 2024 vorgesehen.
 

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Leserkommentare
    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 14:16 Uhr

    Da kann ja nichts mehr schiefgehn.

  1. Der Titel ist sehr verzerrend, denn was sich in den letzten Jahren entwickelt hat ist vielmehr ein Alptraum als ein Traum.
    Krieg als Abenteuer in fernen Ländern inszeniert, in dem alles "sauber" ist. Verschweigen des Leides das denjenigen widerfährt, die von den "sauberen" Waffen getroffen, sprich, in Stücke gerissen werden und von denen viele für ihr Leben verkrüppelt werden. Umso mehr da die in der Propaganda als "zielsicher" gepriesenen Waffen alles andere als das sind.
    Die Katastrophalen Folgen werden dann von denjenigen, die Geld am Elend anderer absahnen, als sogenannte "Kollateralschäden" verniedlicht.
    Wenn jetzt auch noch die Bundeswehr mit Drohnen Leute abschlachten will, nähern wir uns mehr und mehr dem Ziel der Propagandisten: Wir denken wir hätten alles im Griff, statt dessen fügen wir anderen unsägliches Leid zu und ziehen uns noch weiter in unseren Elfenbeinturm zurück.
    Es braucht keine "sauberenW Waffen. Es braucht eine bessere Politik, die Krieg um jeden, ausdrücklich jeden Preis verhindert. Und es braucht schwere Strafen und Enteignung derjeniger, die mit schmutzige Geschäfte auf dem Rücken Unschuldiger Kinder treiben. Und davon gibt es viele in Deutschland.

    22 Leserempfehlungen
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    Ich glaube nicht, dass sich mit ferngelenkten Drohnen alleine ein Krieg gewinnen lässt. Es wird wohl immer Bodentruppen geben müssen. Die haben aber einen Anspruch darauf geschützt zu werden. Ob das mit Drohnen geschieht oder mit bemannten Flugzeugen, ist vermutlich zunächst zweitrangig. Aber: Der Verlust einer Drohne ist weniger schlimm als der Verlust eines bemannten Flugzeuges.

    Dass Kriege soweit wie es geht verhindert werden müssen - dem stimme ich zu. Aber ich bin sicher, dass ein Krieg manchmal das geringere moralische Übel ist.

    Potentaten und Diktatoren sollten immer mit dem Damokles-Schwert der Invasion leben müssen. Ich fände es falsch, zu sagen, uns ginge nichts an, was in anderen Ländern vorgeht.

  2. und Befriedung und wenn überhaupt dann eine Europaarmee die pro Land eine Kernkompetenz aufweist die nur Zusammenarbeit der Länder bei der Sicherung des Friedens wäre günstiger und sicherer, die Aleingänge bei der Aufrüstung sind im Jahr 2013 mehr als überflüssig.

    13 Leserempfehlungen
    • Conte
    • 28. Januar 2013 14:19 Uhr

    Zeitgemäß und notwendig.

    11 Leserempfehlungen
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    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 14:28 Uhr

    "The wars of the future will not be fought on the battlefield or at sea. They will be fought in space, or possibly on top of a very tall mountain. In either case, most of the actual fighting will be done by small robots. And as you go forth today remember always, your duty is clear: To build and maintain those robots."
    (The Secret War of L. S.)

    • Conte
    • 28. Januar 2013 15:22 Uhr

    Die Rechnung ist einfacher aufgemacht: solange es Menschen gibt, wird es Konflikte geben. Wer sich in Sicherheit wiegt, könnte das nächste Opfer sein (C.G.)

    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 15:34 Uhr

    http://www.youtube.com/wa...

    Wollen wir wirklich mitmachen?

    Zeitgemäß und notwendig ist eine Politik, die verhindert dass Kampfdrohnen benötigt werden! Da kann Oberst Klein noch so lange an der Regierung rütteln und nichts würde passieren.

    ich aber werde mich nicht anschließen.

    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 14:20 Uhr

    »Der Krieg ist darin schlimm, daß er mehr böse Leute macht, als er deren wegnimmt.« (Immanuel Kant)

    "To crush your enemies, see them driven before you and here the lamentation of the women" (Conan the Barbarian)
    http://www.youtube.com/wa...

    5 Leserempfehlungen
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    Einen hab ich noch:

    »Der Krieg ist darin schlimm, daß er mehr böse Leute macht, als er deren wegnimmt.« (Immanuel Kant)

    "To crush your enemies, see them driven before you and here the lamentation of the women" (Conan the Barbarian)

    Nibbla 28.01.2013 um 14:20 Uhr

    hmmm

    Not sure if he want to be seriös or just trollin

  3. Wenn man an die Bundeswehr als Parlamentsarmee glaubt und wie ich davon überzeugt ist, dass unsere politischen Entscheidungsträger das Mittel "Krieg" zum Glück nur als letzen Ausweg im Einklang mit ethischen Prinzipien einsetzen, dann gibt es keinen Grund, weshalb man gegen Drohnen sein sollte. Selbst wenn man das nicht glaubt, wird ein Krieg aber ja auch nicht besser, wenn mehr deutsche Soldaten fallen.

    Von daher: Lasst uns diese Technik zum Schutze unserer Soldatinnen und Soldaten einsetzen.

    18 Leserempfehlungen
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    weil wenn man sieht, dass Menschen und Soldaten fallen, sieht man, dass Krieg abscheulich und mörderisch ist.

    Wenn eigene Soldaten ums Leben kommen, wird man zu hause darüber reden, wie sinnvoll Einsätze sind. Führen die Waffen, ferngesteuert, ihre Befehle aus wird Krieg immer unsichtbarer.

    Beste Grüße
    FSonntag

    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 14:42 Uhr

    http://www.youtube.com/wa...

    Ritt der Valkyren, immer wieder schön zu hören

    • Nibbla
    • 28. Januar 2013 15:46 Uhr

    http://www.youtube.com/wa...

    But its gonna be legandary!

  4. dann hätte Oberst Klein ja höchst persönlich die Tanklaster und Menschen vor Ort wegpusten können. Er wäre gar nicht auf die lästigen Kampfjets der Amerikaner angewiesen gewesen.

    Friedenssicherung durch Abschreckung

    Warum denn dann nicht nach Atombomben brüllen, die bringen Abschreckung und ganz viel Frieden.

    Beste Grüße
    FSonntag

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    • Peugeot
    • 28. Januar 2013 15:04 Uhr

    Hätte Klein diese Drohnen gehabt, hätte er anders entscheiden können. Auf jeden Fall hätte er ein klares Lagebild gehabt.

    Ich hätte es ihm gewünscht.

  5. weil wenn man sieht, dass Menschen und Soldaten fallen, sieht man, dass Krieg abscheulich und mörderisch ist.

    Wenn eigene Soldaten ums Leben kommen, wird man zu hause darüber reden, wie sinnvoll Einsätze sind. Führen die Waffen, ferngesteuert, ihre Befehle aus wird Krieg immer unsichtbarer.

    Beste Grüße
    FSonntag

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Konsequent und richtig"
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    Welcher Mutter wünschen Sie denn, dass Ihr Sohn für den vornehmen Zweck, die deutsche Gesellschaft aufzurütteln, stirbt?

    Der Krieg wird hier ganz schnell wieder sichtbar, wenn der Gegner seine Drohnen schickt.

    Nimmt man etwa den Vietnamkrieg als Beispiel, dann ist die o.g. Wirkung beträchtlich verzögert. Immerhin starben über 58.000 Amerikaner, auch Wehrpflichtige, in einem 10 Jahre dauernden Krieg.

    Ferner stellt sich die Frage, ob die Option „Menschen gegen Technik“ überhaupt noch offen ist. Auch riesige Armeen mit Ausrüstung aus dem 2. Weltkrieg dürften gegen kleine Hightech-Truppen kaum Chancen haben.

    ... weil sie Krieg doof finden und es gerne hätten, dass möglichst auch die eigenen Soldaten sterben, damit jeder sieht wie doof er ist.

    Dass eine Armee aber so nicht denkt verwundert Sie? Dass eine Armee, um ihren bedauernswerten, aber unmissverständlichen Auftrag auszuüben, heutzutage Drohnen anschafft?

    Sie sollten schon so ehrlich sein und dann sagen, dass Sie überhaupt keine Armee wollen, und eine Armee, der die Soldaten wegsterben, lediglich als das kleinere Übel sehen. Auf den Zynismus in dieser Aussage haben ja andere schon hingewiesen.

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