Wahlkampf Die CDU will weiblicher werden
An der Spitze der CDU geben Frauen bereits den Ton an, in der Breite dagegen sind sie unterrepräsentiert. Initiativen der Landesverbände sollen das ändern.
© Michael Kappeler/dpa

Kristina Schröder, Ursula von der Leyen und Angela Merkel im Bundestag
Wenn es um die Gleichstellung von Frauen geht, zeigt sich die CDU janusköpfig: Einerseits ist sie die Partei, die 1961 die erste Bundesministerin berief, seit 2000 von einer Frau geführt wird und in der Öffentlichkeit häufig mit meinungsstarken Ministerinnen auffällt. Doch sie ist auch eine Partei, die im Bundestag auf einen Frauenanteil von nur 20 Prozent kommt, die das Betreuungsgeld fördert und eine feste Frauenquote in der Wirtschaft ablehnt.
Welche Seite überwiegt, haben viele Wählerinnen für sich schon entschieden. In Baden-Württemberg zum Beispiel trauen sie der CDU immer weniger zu: Die Partei habe "insbesondere bei Frauen in nahezu allen Politikfeldern an Kompetenzwerten eingebüßt", berichtet die Initiative Frauen im Fokus des dortigen Landesverbands. Ein neues Patenmodell soll darum helfen, mehr weibliche Mitglieder zu Kandidaturen zu ermutigen. Eine Auszeichnung der erfolgreichsten Verbände dient als Anreiz.
Der nordrhein-westfälische Verband gibt sich ebenfalls bemüht. Die Kandidaten zur Bundestagswahl werden "jünger und weiblicher" als zuletzt sein, prognostiziert der Landesvorsitzende Armin Laschet: "Als Volkspartei muss die CDU die ganze Vielfalt der Bevölkerung ausstrahlen, wenn sie noch Wahlen gewinnen will." Bislang wurden in NRW sechs Wahlkreise, in denen 2009 ein Mann antrat, an Frauen vergeben.
Diese regionalen Initiativen könnten bundespolitische Folgen haben. Immerhin stellen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zusammen fast die Hälfte der insgesamt 483.000 CDU-Mitglieder. Aus der Parteizentrale heißt es dazu wohlwollend: "Wir unterstützen alle Bemühungen unserer Parteigliederungen, verstärkt Frauen für eine Kandidatur bei der Bundestagswahl zu gewinnen."
Parteiinterne Kritik am traditionellen Rollenbild
In den Augen ihrer Kritiker stehen die Christdemokraten dagegen für veraltete Geschlechterklischees – der Mann verdient das Geld, die Frau steht am Herd. Das Betreuungsgeld zementiere dieses überholte Familienbild, kritisiert die rot-grüne Opposition. Und die Debatte um eine feste Frauenquote für Aufsichtsräte von Großunternehmen entzweit selbst die Ministerinnen Ursula von der Leyen (dafür) und Kristina Schröder (dagegen).
Eine Studie der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt, dass sogar die eigenen Mitglieder mit dem traditionellen Frauenbild der CDU fremdeln. Demzufolge sprechen sich 73 Prozent der weiblichen Mitglieder klar gegen die starre Rollenverteilung aus, in der gesamten Mitgliedschaft sind es 48 Prozent. Die Analyse von 2007 kommt außerdem zu dem Schluss, dass überdurchschnittlich viele Frauen liberale Positionen vertreten, etwa in der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
- Datum 01.02.2013 - 10:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Am Ende gemeint war nicht "Hernansatz", sondern "Herdeinsatz".
SPD, FDP, GRÜNE - in einem Atemzug?...
Noch - sind wir nicht soweit... ;-)
"Die SPD will die Männer (außer die eigenen Spitzenpolitiker) laut Parteiprogramm aus der Gesellschaft abschaffen." - "Alle Ismen der Weltgeschichte zeigen, wie das funktioniert - sobald sie die Macht zur Säuberung ihrer Gesellschaft haben. Zuvor ist es natürlich nie SO gemeint und man achtet streng darauf, lautstarke Befürworter unter den zu Beseitigenden zu haben (z.B. antisemtische Juden in völkischen Parteien etc.)."
Womit rechnen Sie? Massenerschießungen?
"Und IN SOLCHEN FÄLLEN spiele ich GERNE die Dumpfbacke..."
"Sehen sie sich mal das Männerbild an, dass - männliche - Regisseure in unseren öffentlich-rechtlichen Medien so verbreiten. Junge Männer bekommen genau zwei verschiedene Rollenmodelle: ENTWEDER der devote Depp, der sich von überlegenen Frauen herumkommandieren lässt, oder der aggressive, sexistische Gewalttäter, der ohne Rücksicht auf andere sein Ding durchzieht."
Nicht dass ich unser öffentlich-rechtliches Fernsehen so toll fände - aber was sehen Sie denn? Und was rauchen Sie dabei???
"... bei ca. 5 Jahren geringerer Lebenserwartung der Männer, bei ca.99% Männeranteil an tötlichen Arbeitsunfällen ..."
Wie haben die Feministinnen das nur hingekriegt?
steht aber nunmal im direkten Zusammenhang mit der Chancengleichheit. Die Quote ist ein probates und bewährtes Mittel Chancengleichheit herzustellen. Dort wo Männer dominieren werden auch in Zukunft weniger Frauen sein und umgekehrt. Beispiel: Es ist für Männer unverhältnismäßig schwer Erzieher zu werden, auch weil dort fast nur Frauen vorhanden sind. Es ist doch klar, dass da viel Hemmung fallen muss, Akzeptanz entstehen muss. Anstatt "unkünstlich" alles irgendwie entstehen zu lassen und zu hoffen, dass sich das schon selbst ausgleicht, sollten wir das Zepter in die Hand nehmen und zb Männerförderung in den Erzieher-berufen betreiben, etwa durch Quoten. Oder wie hier das Thema, Frauenförderung in den Breiten der politisschen Parteien. Die Grünen haben das gemacht und sind dem Ziel 50:50 näher als fast jede andere Partei.
wenn man die drei damen sieht frage ich mich ob es nicht wichtiger ist fachkompitenz zu haben oder ob es nur um die frauenqute geht keiner dieser drei damen hat es zu etwas gebracht gesetze die vor dem verfassungsgericht landen oder volksverblödungs disskusionen um v on anderen wichtigen themen abzulenken es ist doch egal ob ein mann oder eine frau das zepter führt wichtig ist doch das er oder sie für das land und den menschen da ist und vertrauen schaft was ich in der zeitigen politik sehr vermisse
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