Die CSU will die Forderung nach Einführung einer Pkw-Maut ins Wahlprogramm der Unionsparteien aufnehmen lassen. "Eine Pkw-Maut sollte Bestandteil des gemeinsamen Wahlprogramms von CDU und CSU sein", sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, der Rheinischen Post. Die CDU lehnt die Abgabe allerdings bislang ab.

Deutschland brauche mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur, sagte Müller. Eine Pkw-Maut führe auch zu mehr Gerechtigkeit auf den Straßen in Europa: "Deutsche zahlen in vielen anderen Ländern Maut, warum sollte also die Straßennutzung in Deutschland kostenlos sein?", fragte der CSU-Politiker.

Nach einer Vorstandsklausur der CDU am Samstag in Wilhelmshaven bekräftigte Kanzlerin Angela Merkel allerdings ihre Ablehnung einer Pkw-Maut. "Meine Haltung zu dem Thema hat sich nicht verändert", sagte die CDU-Vorsitzende als Reaktion auf den erneuten Vorstoß der Schwesterpartei.

CSU-Chef Horst Seehofer beharrt seit Längerem auf einer Pkw-Maut. Diese werde auch im Bundestagswahlprogramm stehen, "auf jeden Fall in dem Teil der CSU", hatte er im November angekündigt und hinzugefügt: "Die Finanzierung des Verkehrsetats auf Dauer muss gelöst werden, die Verstetigung der Verkehrsinvestitionen." Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht in einer Pkw-Maut auf Autobahnen eine Möglichkeit, den finanziellen Nachholbedarf in seinem Haushalt zu decken.

ADAC findet Pkw-Maut "unsozial"

Auch viele FDP-Politiker lehnen die Einführung einer Maut ab. Ramsauer hatte die FDP an den Weihnachtstagen aufgerufen, ihren Widerstand gegen die Pkw-Maut aufzugeben. "Die FDP ist doch eine Wirtschaftspartei, eine Infrastrukturpartei", sagte Ramsauer. Er wies darauf hin, dass die bayerische FDP anders denke als die Bundes-FDP und eine Pkw-Maut nicht grundsätzlich ausschließe.

ADAC-Chef Peter Meyer bezeichnete eine mögliche Pkw-Maut als "unsozial und unfair". Es gebe keine Begründung dafür, dass ein junger Mensch, der täglich 20 Kilometer mit dem Auto zur Arbeit und wieder zurück fahre, eine ebenso teure Vignette kaufen sollte wie ein Vielfahrer, der im Jahr 100.000 Kilometer und mehr fahre, sagte Meyer. Ausländische Autos machten lediglich 5,2 Prozent des Verkehrs auf deutschen Autobahnen aus.